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Tourname: Brevet Jesberg 400 km
         
Verein: ARA Deutschland
VerfasserIn: Peter Wöhler und Kurt Schiegert
Datum: 2006
Startort: Jesberg
Tourlänge: 400 km
Höhenmeter in M:  4000 Meter

 

Profil Brevet Jesberg 400 km  2006

Kurt und ich hatten uns schon die dollsten Übernachtungsmöglichkeiten ausgedacht.
Übrig blieb folgende, ganz normal von Freitag auf Samstag zu Hause im eigenen Bettchen zu schlafen. Denn dort schläft es sich zu normalen Zeiten am besten. Samstag Morgen gegen 11 Uhr war Kurt bei mir. Wir verluden mein Rad und sämtliche Klamotten.

Kurt
<Das war mir auch recht um 8:00 aufgestanden alles verstauen und dann ab zu Peter.
Meine Gedanken kreisten was ist wenn ich wie beim 300 er Sitzprobleme bekomme ?ich vertraute meiner neuen Wundersalbe wird scho guat gehn dacht ich mir.
>

 
Gegen 14:00 Uhr waren wir dann in Jesberg angekommen. Das Wetter war wunderbar warm.
Wir rödelten schon mal unsere Räder auf. Start sollte um 16:00 Uhr sein. Martin (der Veranstalter ) war noch arbeiten. Ich baute einen Campinggaskocher auf und wärmte Nudeln mit Bolognesesoße, welche ich am Vortag vorgekocht habe auf. Das sollte schon mal eine ordentliche Grundlage für die 400 Kilometer bilden.

<Oh ja das stimmt und welch Wunder die Nudeln schmeckten auch noch ;-) da hat Peter die Livingnio Tauglichkeit bestanden , na ja das spülen übernahm ich dann freiwillig.>


Jetzt trudelten auch andere Teilnehmer nach und nach ein. Unter anderem auch Karl Weimann von der Fränkischen Alb.
Er bekam auch noch 2 Teller ab. Dabei kam heraus, dass die Lampenhalterungen, welche V8 bei Ihm bestellt hat, bei Ihm zu Hause fertig rumlagen. Das einer auch für mich bestimmt war ärgerte ihn sehr. Hätte er gewusst, dass wir uns hier treffen würden, hätte er mir alles mitgegeben.
Nun ja, es wurde 16 Uhr und es ging nach einer kurzen Ansprache von Martin los.
nach ca. 30 Kilometern schon drückte mir die Blase so sehr, aber ich wollte nicht so früh schon die tolle Gruppe sprengen. Nach ca. 50 Kilometern fragte ich mal vorsichtig an und prompt fuhren alle sofort an den Straßenrand zum geselligen Wasserlassen. Ein Bild für die Götter.

 
<Wurde ja auch Zeit, endlich sprach einer das aus was alle dachten ( anhalten und str......n) zu Peter sagte ich hast schon mal den Schnitt gesehen viel zu schnell , doch er sagte mitnehmen was wir weg haben ist weg ......na denn ( das kann niemals gut gehen )dachte ich mir. >

 
Bei Kilometer 70-80 meldete ein Mitstreiter einen defekt am Freilauf an. Er konnte so keinen Meter mehr fahren. Mist gerade erst losgefahren und immerhin 70 Kilometer vom Auto entfernt eine nicht reparable Panne haben. Wie kommt der arme Kerl nur wieder nach Hause? Bei ca. Kilometer 80 war die erste Kontrolle an einer Tankstelle.

<Das war ein komisches Gefühl den armen Mitstreiter einfach so stehen zu lassen , was wenn Peter oder mir so etwas passiert ???was dann ......gar nicht drann denken einfach weiter fahren >

 
Dort sprach mich eine Frau aus einem Auto an, ob ich wüßte wo Ihr Mann wäre. Es war die Frau des zurückgebliebenen. Sie hatte ein neues Hinterrad mit dabei. Zum Glück war der Wohnort in direkter Umgebung. Kurze Zeit später traf der arme dann auch schon an der Tankstelle ein und konnte dann die Tour mit uns zusammen fortsetzen.
Die zweite Kontrolle sollte in Bad Ems sein. Während der fahrt dort hin wurde es dann langsam dunkel.
Wir machten uns dann nach einem längeren Anstieg Nachtfertig. Also Armlinge, Knielinge, zweites Trikot drüber und noch eine Windweste sollte die nächtliche Kühle von nur 8 Grad abhalten.
Bei der nun folgenden Abfahrt spürte ich dann auch schon deutlich die Kälte. Also war die Pause doch exakt Goldrichtig.

<Es wurde wirklich sehr kalt mittlerweile hatte ich alle Sachen an die ich mitgenommen hatte ( Unterhemd lang – 3 Radtrikots- Windweste-leichte Regenjacke Armlinge lange Hose ) aber kalt war's immer noch >

Seit der ersten Pinkelpause verstanden wir uns alle fast blind. Kleine Zwischenstopps wurden gemeinsam gehalten. Es war eine wunderschöne hügelige Landschaft. Es bildete sich eine Gruppe von 6-8 Mann. Zwei führen eigentlich für uns etwas zu schnell. Aber sie sollten uns auf den Rest der 400 Kilometern immer wieder über den Weg laufen/fahren.
Es wurden viele Späße gemacht. Ich bekam auch einige Sprüche ab. Vor allem nicht nur von Kurt. Das fand ich gut. Schnell wurde ich zum Scout ernannt. Denn ich kam wohl am besten mit dem Streckenplan zurecht. Die anderen wollten glaub ich auch gar nicht erst drauf schauen sondern eher nur radfahren.
Mich hat's nicht gestört, da ich eh immer wissen wollte wo wir uns gerade befinden.


<Es braucht doch jede Gruppe seinen Leithammel wenn schon Hermann nicht dabei ist ;-) muss es halt Peter sein, das klappte auch super mit Ihm auch ich gewöhnte mich an den Plan um danach zu fahren. Was die Sprüche betrifft bleibt Peter nix schuldig aber scho gar nix , unsere Mitstreiter hatten sich schnell daran gewöhnt und hatten auch einige nette Sprüche drauf so das jeder sein Fett weg bekam. >

 
Ab hier verstand ich jetzt auch die Streckenbeschreibung von Martins Homepage.
( In der Nacht suchen wir uns den Weg zum Rhein ) oder so Ähnlich steht es dort geschrieben. Ja wirklich zwischendurch war es eine sucherei. Nach einer langen kalten und kurvenreichen Abfahrt erreichten wir Bad Ems gegen 22:00 Uhr ( Kilometer 160 ). Ab jetzt ging es flach am Rhein entlang.
Hier nun kam für mich der Höhepunkt der Tour. Oder zumindest der Teil, welcher den Rest sehr geprägt hat. So fuhren z.B. auf einmal alle vorne mit Tempo 30 dem Wind entgegen. Boa ey ob ich das lange mitmache? Ich weiß nicht. Ich glaub ich muss bald reißen lassen. Das Tempo blieb immer konstant. Ich bekam eine Krise nach der anderen. Auf einmal war die Gruppe mit Kurt ca. 1 Kilometer vorne weg.

Ich dachte dies und das. Mensch merkt denn keiner, daß die jetzt alle im dunklen fahren? ( Meine Doppelscheinwerfer mit Nabendynamolicht waren die hellsten von allen ). Und Kurt der Ar...... merkt auch nix mehr. Der tritt auch noch mit da vorne. Ach LMAA.... fahr ich halt alleine. Macht doch was ihr wollt. Ich kann nichtschneller. ( 27 Kmh immerhin, bei Gegenwind ) Außerdem merkt Ihr es eh, wenn keiner mehr den Weg kennt. Haaaa
Doch auf einmal war die Gruppe wieder da. Und das, ohne langsamer geworden zu sein.
Gemerkt haben sie es erst, als mein Licht wieder da war. Da dachte bestimmt jeder, es kommt ein Auto von hinten herangefahren. Wir fuhren ständig neben der Eisenbahnstrecke entlang. Ich hätte nie gedacht, daß Nachts so viele Züge unterwegs sind. Es war ein Augenblick der Stille und Monotonie.
Rechts der Rhein. Vor meinen Augen nur rote Funzeln. Meine Augen wurden schwer. Treten, treten, treten.
Ein Zug kam entgegen und plötzlich ein Pfiff. Lokführer du ZENSUR!!!
Jetzt waren alle wach!! Nach einer Ewigkeit Nachts um 2 Uhr fragte einer nach, ob wir denn mal eine kurze Pause machen wollten. Zack stand alles direkt. Und prompt kamen die dummen und lustigen Sprüche zugleich. Z.B. Ich mag nimmer mehr. Ich hab keinen Bock mehr. Scheiß Radfahren. Aber alles ins lustige gezogen.
"Das war alles viel zu schnell für mich", kam von allen fast gleichzeitig. Bloß wer war der Depp, der vorne so viel Druck gemacht hat? Niemand.... lol
Ich bemerkte noch, dass ich vorhin abreißen lassen musste. Drückte mir dabei zum ersten mal ein Gel rein. FATAL!!!

 
<Peter abgehängt ??? das hab ich gar nicht so empfunden da er eh immer hinten rumfährt und mir kurz nach dem Start sagte ein bisschen Abstand zum Vordermann lässt er sowieso immer und geniest die ruhe hinten , macht er ja wirklich. Da hat er ja seine Ruhe gehabt.
Es wurde echt sau schnell gefahren und hatte so meine Bedenken ob das gut geht.>



Die Pausenzeit betrug bestimmt ne knappe halbe Stunde. Wir saßen alle auf dem Bürgersteigrand und ließen unsere Beine mitten auf die gähnendleere Strasse baumeln. Am Horizont tauchten jene 2 Radler auf, welche ich eben schon erwähnte. Sie hatten wohl schon 3 Plattfüße und fuhren aber ohne Pause direkt weiter. Schnell verschwanden sie am anderen Ende des Horizonts. Wir machten und langsam und steif geworden wieder auf. Nun übernahm ich die Spitze. Leider musste jetzt ja kommen, was kommen musste.
Jaja Kurt hier kommt bald bestimmt dein Kommentar hin....

Ich drehte wohl voll auf, ohne es wirklich zu spüren. 30,31,32...
Die komplette Truppe im Schlepp. Auf den nächsten 25 Kilometern bis Wiesbaden blieb das so und ich fuhr die Gruppe sogar an die anderen 2 wieder heran. Und niemand meckerte über das noch höhere Tempo.


<Das war Peter(Ulle2) pur dicken Gang drauf und mit seinen langen Latschen drauf aufs Pedal ich dacht was will der bloß die zwei schnellen Jungs einholen ??? geht nicht ....niemals und dann passierte es er fuhr uns bis zu den beiden ran, und welch Wunder mir machte es nix aus. >


In Rüdesheim war die 3. Kontrolle. (01:30 Uhr/ 240 Km )
In der Tankstelle verdrückten Kurt und Ich einen rammel Fleischwurst mit Brötchen. Die nächste Kontrolle war nach 25 Kilometern in Wiesbaden. Diese legten wir acht zusammen zurück. Aber immer noch sehr schnell. Wir "sechs " waren uns aber einig. Ab Wiesbaden lassen wir die zwei schnelleren ziehen.

<Eigentlich mag ich Fleischwurst nur sauer mit Zwiebel in Essig und Öl (Kürbiskernöl aus meiner Heimat ) aber die schmeckte richtig gut mal was anderes als das süße Zeug was man immer mitnimmt. >


Auf meiner Pulsuhr steht eine Kontrollzeit von 2:40 in Wiesbaden. Es riecht in der Tanke besser als in jeder Bäckerei. Frische Brötchen, Baguettes und Hörnchen werden in die Taschen gebunkert. Es beginnt zu dämmern. Gemütlich geht's nun weiter in Richtung Klein Linden. Ja @ Gretzky jetzt erst kommen wir dort hin. Leider zu spät um deine RTF dort zu fahren. Na ja noch sind wir ja auch noch nicht da. Aus Wiesbaden raus geht es direkt lange bergan. Jetzt spickt eine Kuppe nach der anderen unser Höhenprofil. 4000 Hm sollten es werden.


<Endlich ging s mal wieder hoch als ich zum wiederholten mal am Berg an Peter vorbeifuhr sagte er ich wusste das du kommst spielst wieder Hermann ( gr...) >


Ca. 10 Kilometer vor Klein Linden dann eine angenehme Überraschung. Die Frau von dem Radfahrer, der am Vortag die Freilaufnabe defekt hatte, hat an einem Straßenrand eine Kaffee und Kuchentheke für uns aufgebaut.


<Das war herrlich bekam ich endlich wieder meine Ration Kaffe (ohne geht gar nicht ) >

 
Was für ein Service. Leckerer selbstgebackener Apfelkuchen wurde sehr gerne verdrückt. Letztes Jahr soll es bei kaltem Regenwetter sogar Nudeln gegeben haben. Klein Linden erreichten wir wohl gegen 10/11 Uhr?
Leider vergas ich dort einen Marker an der Pulsuhr zu setzen. Es war bereits sehr warm. Die Sonne glänzte prächtig. Nun "nur" noch bis nach Jesberg zurück. Das waren keine schönen Kilometer. Ständig auf einer Bundesstrasse (macht mir eigentlich nichts aus, aber man kann sich dort nicht unterhalten) , mit heftigem Gegenwind, dazu 350 Kilometer in den Beinen. Ich glaub es war in Kirchhain, wo wir die Tour bei einem Italiener mit einem großen Eis abrundeten. Zurück in Jesberg (15:30) wollten alle nur noch sehr schnell Richtung Heimat, bevor die erste Müdigkeit zum Zwischenstop auf einem Rastplatz drohte. Und das ungeduscht, da Martin noch auf der Strecke war und niemand erwarten kann, privat 11 Leute durch seine Dusche laufen zu lassen. Die Heimfahrt ging aber bestens. Kurt und ich waren überhaupt nicht müde. Dabei half wohl bestimmt der Sonnenschein. wäre es Nacht gewesen, dann hätten wir bestimmt Probleme bekommen.

Gruß an alle Kilometerfresser

Peter + Kurt

 

 

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