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Brevet ARA Belgien 600 km


 

Tourname: Brevet Herentals 600 km Belgien
         
Verein: ARA Belgien
VerfasserIn: Corinna Eilers
Datum: 2009
Startort: Herentals
Tourlänge: 600 km
Höhenmeter in M: 4800 Meter

 

Start: 30.05.2009, 6 Uhr
Teilnehmer: 15
Höhenmeter: ca. 4.800
Kosten: 42 EUR, weil:

Bei Kilometer 321 ist Übernachtung angesagt mit Abendessen (geplant für 22 Uhr) und Frühstück am nächsten Morgen (6 Uhr, Abfahrt 7 Uhr). Inklusive Transport der Schlafsäcke usw. dorthin. Jan war quasi Begleitfahrzeug: er tauchte zwischendurch immer mal wieder für Fotos und an den meisten Kontrollen auf. Durchaus beruhigend habe ich wahrgenommen, dass er die Möglichkeit hatte, mit dem Auto 2 Räder zu transportieren – man weiß ja nie.

Von vorne:

Vorab gab es die Streckenbeschreibung per E-Mail – wunderbar, sehr gut aufgebaut, dass ich kein niederländisch kann, kann ja keiner wissen…nein, war wirklich gut verständlich.

Am Treffpunkt in der Sporthalle in Morkhoven gab es Kaffe und Waffeln und Kekse. Für jeden Teilnehmer Kopien der Landkarte mit markiertem Streckenverlauf und laminierte Namensanhänger für das zu transportierende Gepäck.

Fotosession zu Beginn und dann bewegt sich der Trupp langsam los. Komplett bleiben alle zusammen bis zur ersten Kontrolle bei km 75 in Gellik. Das Tempo war sehr moderat, es geht die ganze Zeit flach am Albert-Kanal entlang.

Bis zur zweiten Kontrolle in Remouchamps bei km 151 bleibt es flach, Albert-Kanal, Maas mit Durchfahrung von Ličge und dann - als wir ihn endlich gefunden haben - ein wunderschöner Weg an der Ourthe entlang. Bei dieser Etappe spaltete sich unsere Gruppe immer wieder auf, bis wir schließlich zu zweit in Remouchamps angekommen sind. Kontrolle, Mittagspause, Aufsatteln und Stopp: die Werbekolonne eines Radrennens! Vor dem ersten Radrennfahrer fand der Polizist das nicht in Ordnung, dass ich über die Straße rüber wollte. Nach dem ersten hatte er aber doch ein Einsehen und ließ uns passieren.

Und dann: hätte es weiter gehen können. Wenn ich dem stehenden Johann nicht ins Rad gerauscht wäre. Kurzfassung: 3 km zurück zum Fahrradgeschäft nach Aywaille und von da aus gegen 16 Uhr dann doch endlich weiter.

Nonceveux, Lierneux und dann hören die von Ivos 300k-Brevet bekannten Strecken auf. Es wird hügeliger und geht zur 3. Kontrolle (km 218) nach Schmett/Luxemburg. Was gescheites zu essen finden wir nicht, nur das, was ne Tankstelle so hat – kein Appetit, auch nicht auf die zahlreichen Riegel in meiner Lenkertasche, also erst mal ein Käsebrot aus den Vorräten von Johann und darauf setzen, in den nächsten Orten was anzutreffen.

Landschaftlich traumhaft die nächste Etappe nach Bollendorf. Aber: warum haben alle Restaurants an einem Samstagabend geschlossen? Irgendwo sehen wir ein Schild „offen“, parken die Räder, gehen rein: nein, heute gibt es nichts zu essen. Also wieder ein Käsebrot. Armlinge und Beinlinge an, langsam wird es frisch. Diese Etappe ist für mich eine Qual: ein ewiges hoch und runter und zwar meistens deutlich spürbar. Was bin ich platt. Irgendwo brauche ich dann neues Wasser, nichts öffentlich zapfbar, da kommt ein Junge aus einem Haus, die Großmutter nimmt mich mit in die Küche zum Wasserhahn. Der Großvater kommt neugierig dazu: wo wir herkommen, wo wir hinwollen - ungläubige Gesichter. Grins. Wir erreichen Bollendorf, wählen eine gut besuchte Kneipe für die Kontrolle und werden wie Marsmenschen angesehen, sehr sehr lustig. Kleines Schwätzchen zur Aufklärung der verdutzten Gäste, wo wir herkommen, wo wir hinwollen - ungläubige Gesichter. Fußgänger unterwegs werfen uns auch lustige Kommentare zu, was die alle haben?

Zum Glück waren wir im Dunklen nicht mehr auf belgischen Straßen unterwegs. So wie das zum Teil bergab ging, wäre das kein Spaß geworden. Noch 26 km bis Wissmannsdorf, um 00:30 Uhr sind wir da. Vom Gegrillten, Salat, Pudding ist uns was aufgehoben worden, das Feuer brennt noch gemütlich im Innenhof – also endlich stärken, dann unter die Dusche und irgendwann nach 1 Uhr endlich in den Schlafsack.

Am Morgen bin ich um 5 Uhr wach, döse noch was und für 6 Uhr ist Frühstück angesagt. Wiedersehen mit dem Rest der Gruppe und staunen, was da zum Frühstück alles aufgefahren wird.

Abfahrt um 7 in diversen Gruppierungen. Über Bitburg nach Kyllburg und den Kylltal-Radweg entlang nach Stadtkyll. Sehr schön und zum Glück hatte ich mir schon gedacht, dass ich mich vom Namen der Strecke mal besser nicht täuschen lasse: nicht ganz flach. Kontrolle und zweites Frühstück im Café bei km 392. Doppelte Portionen sind angesagt: Direkt 2 Stück Kuchen und 2 Fläschchen Apfelschorle.

Danach wieder richtig Eifel: 65 km nach Roetgen über Kalterherberg. Kontrolle an einer Tankstelle – und was essen. Danach geht’s wieder zurück zu den schlechten Straßen. Am Albert-Kanal aufatmen: Feierabend mit den Hügeln. Jetzt nur noch hoffen, dass der Wind nicht völlig gegen uns ist. Etwas Sucherei, bis wir den Einstieg zum Fahrradweg gefunden haben und dann mit Seitenwind zur Kontrolle bei km 523 wieder ins selbe Café wie bei der ersten Kontrolle. Und wieder: direkt ne doppelte Cola.

Die letzte Etappe, 79 km zurück nach Morkhoven, komplett am Kanal entlang, mal rechts, dann wieder links und so weiter. 28 km ist die längste Strecke ohne irgendeine Unterbrechung. Und dann ist es gegen 20:40 Uhr geschafft. Neun andere sitzen bereits draußen an einer Bar, wir geben die Karten ab und radeln zur Dusche. Was für eine Wohltat. Anschließend auch noch zur Bar und wir bekommen gerade noch mit, wie die letzten vier gegen 21:45 Uhr ankommen, bevor wir uns auf den Heimweg machen.

Auf der Strecke geblieben sind ein Rücklicht und ein halber Oat-Snack: wenn das mal nicht auf belgischen Straßen passiert ist…

Mein Fazit: sehr schöne Streckenauswahl, sehr gut organisiert, sehr empfehlenswert.


Ergänzung: aus 602 Soll-km sind 623 Ist-km geworden (zusätzlich zur Panne am 1. Tag auch noch + 17 km), Fahrzeit insgesamt 26:13 Stunden. Die Höhenmeter sind jetzt aus verschiedenen Angaben gemittelt und aktualisiert.

 

 Corinna Eilers

 

Weitere Berichte von Corinna gibt es in ihrem Blog

http://cocoaufmrad.blogspot.com

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