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Brevet Jesberg 300 km 2006
 

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Tourname: Brevet Jesberg 300 km
         
Verein: ARA Deutschland
VerfasserIn: Hermann Dirr
Datum: April 2006
Startort: Jesberg
Tourlänge: 300 km
Höhenmeter in M: 4000 Meter

 

Nach unserer Osterwoche in Belgien und den Niederlanden, fahren wir weiter nach Jesberg. Wie schon so oft parken wir vor dem Hof der Fam. Kirschner. Es ist schon 22:30 Uhr und nach einem kleinen Nachtmahl legen wir uns früh schlafen, denn der Start ist schon für 6:00 Uhr in der Früh vorgesehen. In der Nacht regnet es und ich habe schon Bammel, wenn ich nur an die morgige Tour denke. Gegen Morgen hört es aber auf und wir hören wie ein weiteres Auto eintrifft. Wir denken sofort an Tanja und Uwe.  

Ein Blick aus dem Fenster sagt uns aber, dass sie es nicht sein können, denn es ist ein Kombi und kein Wohnmobil. Hocherfreut erkenne ich Bergfloh und Passadore. Haben sie sich doch durchgerungen diese schwere Tour, sie soll ja über 4000 hm haben, zu fahren. Leider sind Tanja und Uwe auch zum Start noch nicht da und so verlassen Harald, Martin, Peter, Kurt, Astrid und ich pünktlich um 6:00 Uhr Jesberg.

Es nieselt noch ein wenig, doch es macht mir nichts aus. Nach kurzer Zeit hört es auch auf und nur die Straßen sind noch nass. Die Tour führt uns über autofreie Straßen in Richtung Süden und plätschert so dahin und erst kurz vor Windhausen gibt es die erste Aufregung. Die Straße vor uns ist wegen einer Motorsportveranstaltung gesperrt. Mit lautem Motorengeräusch donnert auch schon der erste Renner vorbei.

Die Streckenposten erklären uns, dass wir nur über die Wiesen weiter kommen können oder bis um 14 Uhr warten müssen. Das ist aber nicht unser Ding und die Gruppe trennt sich. Harald und Martin wählen den Weg durch das hohe und nasse Gras und wir aus dem Forum, folgen der Route auf dem Garmin. Diese führt uns zurück nach Ober-Breidenbach nach Meiches. In Ködingen kommen wir wieder auf die Brevet-Strecke.

Wir sind wohl um die 12 km zusätzlich gefahren und haben kurzzeitig noch einen weiteren Mitstreiter. Hermann, wir kennen ihn schon von der 200er Tour. Uns fährt er aber zu schnell und er entfernt sich wieder als wir auf die ausgeschilderte Umleitung treffen. In Engelrog geht es erstmals richtig aufwärts. Kurz vor der ersten Kontrolle in Grebenhain sehen wir Martin mit einem Reifendefekt am Straßenrand. Auf mein Nachfragen lehnt er aber Hilfe ab. Schon an der nächsten Straßenecke wartet die Kontrolle in Form einer Tankstelle auf uns.

Wir halten uns für meinen Geschmack viel zu lange dort auf und mit unserer kleinen Gruppe setzen wir die Fahrt fort. Leider weißt mein Garmin mich in eine Seitenstraße ein. Da keiner von meinen Mitstreitern etwas sagt, sie haben alle ihre Streckenpläne am Lenker, radeln wir so vor uns hin. Nach einiger Zeit kommen wir auf einen Wirtschaftsweg. Dieser ändert leider, als er in einen Wald führt, seine Fahrbahnoberfläche. Sie besteht nur noch aus Schotter. Peter fährt noch ein Stück in den Wald, stellt dabei aber fest, dass es so bleibt. Wir beschließen zurück zu fahren und irgendwie wieder auf die Strecke zu kommen.

An einem Hügel demonstriert Astrid uns Männern wie man da schnell hoch kommt. Von weiten sieht es aus, als säße sie auf einem Motorrad. Na ja, sie fühlt sich gut, aber es ist noch weit zu fahren. Schlüchtern ist der nächste größere Ort auf unserer Strecke. Nun geht’s zum Staatsbad Brückenau.  Wir durchfahren die prächtigen Kuranlagen und nach wenigen Kilometern sind wir an der zweiten Kontrolle in Bad Brückenau.  Auch hier bleiben wir sehr lange, was aber unser Glück ist. Wir wollen gerade zu Weiterfahrt aufbrechen, da tut der Himmel seine Schleusen auf. Heftiger Regen wechselt sich mit Hagel ab, dazu tut ein Gewitter sein übriges. Wir beschließen, es sieht am Horizont wieder hell aus, das Ganze abzuwarten.

An den nächsten Anstiegen zupft Peter schon mal am Lenker, doch es ist alles nur ein wenig Geplänkel vor seinem großen Auftritt. Wir nähern uns Bischoffsheim und uns besteht der Aufstieg zur Hochröhnstraße bevor. Ich entledige mich meiner Regenjacke und sehe als ich sie verstaut habe, dass die anderen schon weit vor mir sind. Das Fahren fällt mir im Moment schwer und ich quäle mich hinterher. Im Ort sind wir wieder zusammen und kaum beginnt der Anstieg, sagt Peter uns freundlich Tschüss und entschwindet vor unseren Augen. Kurt fährt noch hinterher, doch auch er verliert an Boden auf  Peter. Auch Astrid entfernt sich von mir und ich fahre nun allein mein Tempo, ohne mich groß zu verausgaben. Oben wartet Peter schon eine ganze Weile. Er hat uns so richtig gezeigt was er drauf hat oder wir nicht drauf haben. 

Zusammen setzen wir die Fahrt auf dieser wundervollen Straße fort. Erst als Peter mich ein paar Meter schiebt, gebe ich Gas und verpasse so leider viele schöne Eindrücke hier oben. Die Abfahrt nach Fladungen kannte ich bisher nur aus der anderen Richtung. Nun geht es rasend auf einer sehr langen Abfahrt auf den Ort zu. An der Tanke vor dem Ortskern ist die 3. Kontrolle. Martin sehen wir hier und auch Harald, ich hatte ihn oben auf der Höhenstraße überholt, trifft ein. Aber auch meine Mitradler sind kurz darauf an der Kontrolle. 

Die Tour führt uns weiter nach Kaltensundheim und Kaltennordheim.  In einer Baustelle bekommt Astrids Rad einen Plattfuß. Da der Mantel auch mit Glassplitter gespickt ist, beschließen wir einen neuen Mantel aufzuziehen. Die anderen sind nun schon lange vorbei, als wir unsere Fahrt fortsetzen. Zwei weitere Anstiege haben wir auf unserem Weg bis Bad Hersfeld zu absolvieren und Astrid hat nun Probleme am Berg. Wir lassen es langsam gehen und kurz nach erreichen der B 62 höre ich auf Martins Ansage auf dem Streckenplan und wir fahren auf die ehemalige Bahntrasse. Hier rollt es gut und wir kommen schnell voran.

Nach mehr als 7 km stehen wir vor der, in der Streckenbeschreibung beschriebenen, verschlossenen Schranke. Ein Knopfdruck genügt und sie wird, wie von Geisterhand, geöffnet. Ich fahre durch doch Astrid ist nicht mehr zu sehen. Sie hatte angehalten um ihren Streckenplan zu drehen, denn schon kurz darauf kommt sie von hinten an. Die Fahrt durch Bad Hersfeld nervt ein wenig, zumal wir doch schon müde sind. Die Dämmerung ist inzwischen hereingebrochen und die Fahrt zur 4. Kontrolle zieht sich endlos hin. Erst nach über 80 km ist sie in der Tankstelle in Aua 

Auch die Anderen sind noch da, sie starten aber gerade zum letzten Teilstück. Schade, es wäre schon von Vorteil gewesen, wenn wir Peters Lupine hätten mitnutzen können. So fahren wir aber 20 Minuten später mit unseren Funzeln in die Nacht hinein. Ich benötige reichlich lange bis ich mich an das schwache Fahrlicht gewöhnt habe. Am schlimmsten ist es, wenn der weiße Seitenstreifen fehlt oder ein Auto mit Fernlicht auf uns zu fährt.

Die Strecke ist nun größtenteils flach und ganz gut zu fahren. Astrid fährt in der Dunkelheit wieder schneller und scheint jetzt keine Probleme mehr zu haben. Wenn wir dicht zusammen fahren, reicht unser Licht aus, nur wenn mal Einer ein Stückchen vorfährt ist eine Leuchte eindeutig zu wenig. Die Strecke zieht sich nun endlos hin, unsere Tachos zeigen inzwischen über 315 km an. Wie weit kann es denn noch sein? Homberg haben wir schon hinter uns. Die Namen der Ortschaften sagen mir nicht viel. Wenn kein Auto zu sehen ist, ist es am besten zu fahren, anderseits ist es für die Augen eine Erholung, wenn ein Auto von hinten das Dunkel der Straßen erhellt. Nach schier mir endlos erscheinenden 335 km sind wir endlich am Ortseingang von Jesberg. Jetzt noch den Anstieg nach Hof Kirschner hoch und es ist geschafft. Der Anstieg bereitet uns aber keine Probleme. Schnell bei Martin die Karten abgeben und in die Heija. Die anderen sind schon geduscht, auch uns bietet Martin diese Möglichkeit an, doch mir ist nur nach Ruhe. Kurt und Peter wollen noch nach Marburg und sich bei Mac… die Wampe voll schlagen. Ich habe gar nicht so einen richtigen Appetit.

Wir übernachten hier in Jesberg und fahren erst am anderen Morgen nach Klein Linden. Dort wollen wir uns zur RTF wieder treffen. 

Fazit:

Martin hat einen schönen Brevet gestaltet, der vielfach auf sehr ruhigen Straßen in einigen Abschnitten allerdings, unnötigerweise, auf Bundesstraßen verlief. Höhepunkt der Strecke war mit Sicherheit die Hochröhnstraße. Leider sind wir länger als wir dachten ins Dunkeln gekommen und unsere Beleuchtung war recht mickerig. Aber das kann man ändern.

Streckenplan

Jesberg
Hundshausen
Elnrode
Dittershausen
Schwalmstadt
Wasenberg
Willingshausen
Bernsburg
Antriftal
Seibelsdorf
Angenrod
Zell
Romrod
Strebendorf
Vadenrod
Storndorf
Meiches
Ködingen
Engelrod
Lanzenhain
Ilbeshausen

Grebenhain K 1
Ober-Moos
Freiensteinau
Neustall
Kressenbach
Schlüchtern
Sterbfritz
Mottgers
Bad Brückenau K 2

Oberbach
Oberweissenbrunn
Bischofsheim

Fladungen K 3

Reichenhausen
Kaltensundheim
Kaltennordheim
Dermbach
Bremen
Geisa
Buttlar
Mansbach
Schenklengsfeld
Sorga
Bad Hersfeld
Allmershausen
Obergreis

Aua K 4

Mühlbach
Remsfeld
Homberg/Efze
Cassdorf
Freudenthal
Neuenhain
Neuental
Gilsa
Reptich

Jesberg


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