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Brevet Wachtendonk-Amrerica 200 km 2006
 

1-4 | 5-8 | 9-12 | 13-16 | 17-20 | 21-24 | 25-28 | 29-32

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Tourname: Brevet Wachtendonk 200 km
         
Verein: ARA Deutschland
VerfasserIn: Hermann Dirr
Datum: März 2006
Startort: Wachtendonk
Tourlänge: 200 km
Höhenmeter in M: 230 Meter

 

Eine Woche vor dem Start der RTF-Saison findet in Wachtendonk der erste 200 Kilometer Brevet in 2006 statt. Die Wettervorhersage ist schlecht. Heftige Schneefälle in der Nacht von Freitag auf Samstag und leichte Schneefälle am Samstag sind vorhergesagt. So fahren wir am Freitagabend mit einem mulmigen Gefühl im Bauch gen Wachtendonk. Der Ort liegt bei Mörs am Niederrhein. Hier wohnt Michael, der Veranstalter, und vor seiner Haustür startet die Tour.

In unmittelbarer Nähe finden wir einen schönen Standplatz für das Wohnmobil. Ein kleiner abendlicher Stadtbummel führt uns in den historischen Ortskern. Viele kleine schnuckelige Häuschen in fast typisch holländischer Bauform sehen wir hier. Es ist aber erbärmlich kalt und wir sind froh als wir wieder im Warmen sind.

Der Wecker schmeißt uns um 6:30 Uhr aus dem warmen Bett. Ein Blick aus dem Fenster zeigt, dass die vorhergesagten heftigen Schneefälle in der Nacht ausgeblieben sind. Unsere Stimmung steigt augenblicklich. Nach einem ausgiebigen Frühstück, fahren wir zum Start. Axel kommt uns schon entgegen. Auch Kurt und Peter treffen wir. Astrid wird von einigen aus der Brevetszene herzlich begrüßt. Aber auch andere Bekannte aus der Radsportszene sehen wir, so ist auch von den Kettwigern, Ralf und Stefan am Start. Peter Zinner aus Düsseldorf suche ich allerdings vergebens.

Nach dem obligatorischen Startfoto, geht es im geschlossenen Verband los. Die Tour führt uns nach kürzester Zeit über kleine Nebenstraßen und Wirtschaftswege in Richtung holländischer Grenze. Nach 16 Kilometern wird der höchste Punkt der Strecke mit 81 Metern über NN erreicht. Auf einem vereisten Wirtschaftsweg trennt sich die Spreu vom Weizener Weizen (Virenque ist dabei und auch Bergfloh) entfernt sich schnell von der Spreu. Nachdem Astrid auf den ersten Kilometern schwächelte, geht es jetzt bei mir los. Ich schaffe es soeben noch Sichtkontakt zu den vor mir Fahrenden zu halten.

Bei dem Örtchen Brüggen habe ich mich aber wieder gefangen und es läuft nun ganz gut. Auf der schier endlos langen, geraden Straße nach Swalmen kann ich sogar wieder Führungsarbeit übernehmen. Als dann vor uns Bergfloh (Peter) auftaucht, setzt das bei mir Kräfte frei. Er hat es natürlich mit seinem Bergerad viel schwerer und musste die Gruppe ziehen lassen. Im Nu sind wir Passadore ( Kurt) und ich bei ihm.

Astrid war die Aufholjagt zu schnell und ist nun weit zurück, ganz klein, zu sehen. In Swalmen sind wir auf holländischem Gebiet und lassen Astrid nun aufschließen. Den Rest der Tour bleiben wir zusammen. In Roermond klappt die Durchfahrt dank des Garmin ausgezeichnet. Wir überqueren die Maas und kommen nach Horn. An der Straßenseite sehen wir wie Michael und einige andere, einen Reifenschaden beheben. 

Hier in Horn hatte ich leider Probleme, den Plan den uns Michael vorab geschickt hatte, im Garmin umzusetzen. Johannes aus Köln ist nun auch bei uns. Er deutet an, dass die Tour links ab nach Begden gehen muss. Wir fahren aber geradeaus und fahren die ausgearbeitete Route nach. Sie führt uns kurz vor Niederweert wieder mit der Brevetstrecke zusammen.

Bei der Fahrt durch ein Naturschutzgebiet sind die Bäume mit einem weißen Reifschleier überzogen, hoffentlich kommt das auf dem Foto auch so rüber. Johannes hat inzwischen abreißen lassen müssen. Er hat Probleme mit seinem Knie und da wir uns ja nicht auf der original Brevetstrecke befinden, lassen wir ihn wieder zu uns aufschließen. Bei der Ortseinfahrt verlieren wir ein wenig die Orientierung wegen der Verkehrsführung.

Wir kommen auf die Straße zum Ortseingang und werden prombt von der Polizei angehalten. Während der ganzen Tour benutzen wir schon die teils unmöglichen holländischen Radwege (kaputte Bürgersteigplatten, Längsrillen in  den Radwegen, holperige und löcherige Oberfläche) und nun sind wir das erste Mal auf der Straße und werden von dem freundlichen Polizisten, nachdem er uns mit seinem Auto vom Radstreifen auf den Parkstreifen abgedrängt hat, ermahnt, in Holland nur die Radwege zu benutzen.

Holland ist ein Paradies für Autofahrer und sicher auch ein Vorbild für Deutschland. Da haben sie es geschafft, die RadfahrerInnen fast vollständig von der Straße zu verbannen. Nichtsdestotrotz parken dort die AutofahrerInnen unverdrossen die Radstreifen zu, wahrscheinlich unter Polizeischutz.

In Niederweert holen wir uns den Kontrollstempel bei dem Juwelier am Marktplatz. Kurz nach uns treffen auch andere Brevetteilnehmer hier ein. Obwohl, der Weizen wird wohl schon über alle Berge sein.

Die Tour führt uns nun nördlich über Someren-Heide, Someren und Lierop nach Mierlo. Schon wieder ist es mit dem GPS-Empfänger kein Problem durch den Ort zu kommen. Ich denke da an 2003 wo wir uns hier total verfahren hatten. Nuenen ist der nächste Ort auf der Strecke. Anschließen geht es in den Naturpark Gerwense Heide. Hier zeigt uns Astrid ihre gestreiften Kühe. Bergfloh ist enttäuscht, hatte er sich doch mehr Streifen vorgestellt.

Der eine Streifen ist ihm einfach zu wenig. Der Radweg am Wilhelminakanaal entlang bringt uns nach Arle-Rixtel. Die Fahrt zur zweiten Kontrolle scheint uns endlos und die schnurgeraden Straßen tun ihr übriges. Bakel wird durchfahren und den Ort Deume streifen wir nur in dem wir den Außenring befahren. Endlich kommen wir zur Eisenbahntrasse Eindhoven-Venlo. An dieser Eisenbahnstrecke, das weiss ich noch aus 2003, liegt America. Aber die fahrt auf der schnurgeraden Straße will nicht enden. Dann endlich nach 144 km sind wir in America. Von der Bedienung in der Frittenbude höre ich, dass die anderen Radler schon eine viertel Stunde weg sind. Wir lassen uns ein wenig Zeit, ein Kaffee muss sein. Bergfloh, der am meisten von uns zu kämpfen hat, gönnt sich eine Frikandel.

Der nächste Kontrollpunkt in Well ist nur 20 km entfernt und wir sind relativ schnell dort. An der Tankstelle füllen wir noch einmal unsere Flaschen und setzen unser Fahrt durch ein Naturschutzgebiet fort. Einige kleine Wellen stellen sich uns in den Weg und Bergfloh hat mit seinem Bergerad ordentlich zu kämpfen. Ich wundere mich über Passadore, immer wieder fährt er über sehr lange Zeit in der Spitze. Von Astrid sehe ich nicht viel, dafür höre ich aber um so mehr von ihr. Die Gespräche in der Gruppe sorgen für Kurzweil.

Kurz vor der Grenze biegen wir rechts ab und finden uns auf einer völlig einsamen und fast autofreien Straße wieder. Sie schlängelt sich am National Park Maasduinen vorbei und führt uns nach 15 km wieder nach Deutschland.

Auf der Tour wird uns den ganzen Tag Bilderbuchwetter beschert, das bleibt auch so, nur wird jetzt die Seite mit dem Schneegestöber aufgeschlagen. Es wird teilweise so dicht, dass ich jede Minute meine Brille vom Schnee befreien muß. Er ist aber sehr trocken und durch den Wind werden die Straßen sofort freigeweht. Wir umfahren Straelen und kommen nach 198 km wieder nach Wachtendonk.

 

 

Streckenplan

Wachtendonk
Wankum
Broekhuysen
Herongen
Luisenburg
Hinsbeck
Sassenfeld
Breyell
Schaag
Alst
Brüggen
NL
Swalmen
Roermond
Horn
Beegden
Heel
Panheel

Neederweert K 1

Someren-Heide
Someren
Lierop
Mierlo
Nuenen
Gerwen
Lieshout
Arle-Rixtel
Bakel
Deurne
Griendtsveen

America K 2

Meterik
Horst
Tinray
Meerlo-Wanssum
Wanssum

Well K 3

Auwell-Holt
Straelen

Wachtendonk


 

 


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