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Brevet Jesberg 200 km 2006
 

1-5 | 6-10 | 11-15 | 16-20 | 21-25 | 26-29

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Tourname: Brevet Jesberg 200 km
         
Verein: ARA Deutschland
VerfasserIn: Hermann Dirr
Datum: April 2006
Startort: Jesberg
Tourlänge: 200 km
Höhenmeter in M: 2250 Meter

 

Die erste schwere Prüfung in diesem Jahr steht uns bevor. Der 200er Brevet in Jesberg.  Martin, der Veranstalter, hatte zwar auf  seiner Internetseite 2700 hm angegeben, doch aus dem vergangenen Jahr wusste ich, es sollten nur 2200 hm werden, vorausgesetzt die Strecke war die Gleiche. In der vergangenen Woche hatte ich mich mit heftigen Hüftgelenk und Kniebeschwerden herumgeplagt. Treppensteigen und normales Gehen bereiteten mir größte Probleme. Radfahren hatte ich mich gar nicht getraut und nun geht die Saison erst richtig los. Das kann ja heiter werden.

Wir fahren am Freitagabend nach Jesberg. Tanja und Uwe wollten dort auch fahren und so gegen 21:00 Uhr dort sein. Doch als wir um 21:20 Uhr am Haus vom Veranstalter Martin Kirschner ankommen, ist niemand zu sehen. Wir machen einen kleinen Spaziergang durch den Ort und auf dem Rückweg, entdecken wir eine kleine Straße die mit 20% Steigung zum Startort hinauf führt. Wir schlagen diesen Weg ein und fachsimpeln darüber, wie schwer es sein würde, diese Steigung mit dem Rad zu fahren.

Oben am Startort treffen gerade unsere beiden MitstreiterInnen ein. Nach kurzem Hallo kommt auch Martins Mutter dazu und erzählt uns, dass ihr Sohn erst um 3:00 Uhr morgens eintreffen wird. Er ist zurzeit beruflich stark eingespannt. Es ist praktisch schon einmal sein Training für den Schlafentzug.

 

Wir sind alle sehr müde und ein wenig aufgeregt vor dem was uns morgen erwartet. Auch Tanja fühlt sich nicht so wohl. Und so hocken wir nicht, wie schon so oft, noch zusammen, sondern legen uns früh schlafen. Ich werde häufig wach, weil ich Schmerzen in der Hüfte verspüre und habe immer mehr Bammel vor dem morgigen Tag.

Der Wecker klingelt um 6:00 Uhr und während wir uns fertig machen, treffen zwei weitere Mitstreiter für den Brevets ein. Die von Martin verteilten Startunterlagen sind von bester Qualität. Der Streckenplan ist sogar fast für Blinde lesbar und die DIN A 4 große Landkarte ist auf wasserfestem Fotopapier mit wasserfester Tinte gedruckt.

Mit 7 RadlerInnen verlassen wir Jesberg. Heute gehe ich das Ganze sehr langsam an, denn ich möchte erst probieren, ob es sich mit meinen körperlichen Problemen überhaupt fahren lässt. So sehen wir, wie Martin, Hermann und Harald sich vor uns langsam entfernen. Uwe macht mich auf den Luftverlusst meiner Hinterreifen aufmerksam. Beim Aufpumpen, heute Morgen war das Ventil wohl nicht richtig verschlossen. Nachdem wir wieder weiterfahren, sind die drei vor uns ganz verschwunden. Die Tour führt auf fast geisterhaft, weil für uns so unnormal, wirkenden autofreien Straßen nach Gmünden.

Hier steht der 1. Anstieg über Lehnhausen nach Rosenthal an. Zu meiner Überraschung habe ich beim radeln keinerlei Probleme. In Ernsthausen erreichen wir die Bundesstraße B252 Wir biegen in Richtung Süden ab und nach wenigen km kommen wir zu einer Bahnlinie. Der Streckenplan weist uns nun auf den Wirtschaftsweg der rechts der Bahn verläuft. Das auf dem Plan angekündigte große Schlagloch ist wohl inzwischen repariert worden, denn wir können keins entdecken.

Bevor wir zur 1. Kontrolle in Hatzfeld kommen steht uns ein weiterer Anstieg bevor. Hier werden schon einmal kleine Sprints gefahren und da ich keine Schmerzen verspüre, macht mir das Radfahren richtig Spaß. Auch Tanja hat keine Probleme und Uwe fährt sowieso unter seinen Möglichkeiten. Leider verliert nun mein Vorderrad Luft und es ist das gleiche Problem wie zuvor. Also aufpumpen und die Ventile richtig anziehen. An der Kontrolle in Hatzfeld hören wir, dass die anderen Randonneure 20 Minuten vor uns sind. Wir stärken uns und es geht weiter ins Rothaargebirge. Der Anstieg nach Jagdhaus verlangt uns alles ab. Kurz vor der Höhe, wir sind hier 660 Meter über NN, ereilt Uwe der Pannenteufel. Wie es sich für Randonneure gehört, rührt keiner einen Finger zur Hilfe. Na ja, ich sichere ein wenig uns Radfahrer vor den Autos, alles kann Uwe ja nicht gleichzeitig machen. Hoffentlich werde ich jetzt von den strengen Brevetveranstaltern nicht disqualifiziert. Wegen unerlaubter Hilfe, ach’, dann müsste ja Uwe disqualifiziert werden, denn ihm wurde ja damit geholfen.

Spaß beiseite, nach 10 Minuten sitzen wir wieder auf dem Rad und das letzte Stück nach Jagdhaus wird zum Kinderspiel. Die Abfahrt ist ganz schön kalt, zumal wir hier oben immer wieder Schneefetzen, rechts und links der Straße sehen. Die wenigen Autos unterwegs lassen die Abfahrt zum Genuss werden. In Fleckenberg sieht sich der Fahrer des roten Kadetts HSK T 2017 dazu berufen uns bei seiner Vorbeifahrt mit wenigen Zentimetern Abstand, auf den gerade beginnenden linkseitigen Radweg aufmerksam zu machen. Nur mit Mühe und großem fahrerischem Geschick kann Tanja einen Sturz vermeiden.

Der Fahrer macht eine Vollbremsung, steigt mitten auf der Straße aus und schreit etwas von Radweg benutzen und so. Von solchem Terror eingeschüchtert, versuchen wir den Radweg auf der anderen Straßenseite zu erreichen. Aber hier, kurz vor Schmallenberg fahren alle wie die Idioten. Erst nach mehren Minuten gelinkt es uns den Radweg über die Straße auf den Radweg zu gelangen. Schon kurz darauf kommt der Kadett mit viel zu hoher Geschwindigkeit entgegen. Er hat sein Ziel erreicht. Durch seinen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr, Bedrohung und Gefährdung unserer Gesundheit, hat er es geschafft, die Straße für Raser wie ihn, wieder frei zu bekommen. Nach dem Motto, wenn ich rasen will, haben Radfahrer nichts auf den Straßen zu suchen.

Die zweite Kontrolle ist an einer Tankstelle im Ort. Nach einer ausgiebigen Pause bemerken wir, dass es hier mit der Ruhe auf den Straßen vorbei ist. Es müssen wohl alle ihre Einkäufe für’s Wochenende tätigen und da ist dann eilig angesagt. Wir sind froh als wir uns auf einer kleinen Straße wieder finden. Es geht zwar bergauf nach Oberkirchen, doch wir sind jetzt ohne Autos unterwegs.

Wir durchqueren die Ortschaft und es beginnt der Höhepunkt des Brevets,. Es ist der Anstieg über die Nebenstrecke nach Altastenberg.. Der Aufstieg führt uns auf 800 Meter über NN. Kurz unterhalb des Kahlen Asten. Auf den Skipisten ist noch Betrieb und auf den Straßen hier, kurz vor Winterberg, auch. Nach der Ortsdurchfahrt kommen wir nach 123 km an der Araltankstelle zur 3. Kontrolle. Wir verpflegen uns und ich ziehe mir meine Regenjacke an, denn von hier oben kann es ja erst einmal nur abwärts gehen. Der Gegenwind, der auf der Hinfahrt nach Winterberg unsere Fahrt stark behinderte, ist nun unser Verbündeter. Er schiebt uns vor sich her nach Küstelberg. Den schwersten Teil der Strecke haben wir nun hinter uns. Es folgen, bis zur letzten Kontrolle am Edersee, nur kleinere Wellen und lange Flachpassagen. Ab Dorfitter schlägt der Brevet die südliche Richtung ein und wir fahren einige Kilometer auf der Bundesstraße B252. In Hatzfeld erwartet uns die letzte Kontrolle in Form einer Tankstelle. Auch hier stärken wir uns und ruhen uns ein wenig auf der Bank vor der Tanke aus.

Nach der Weiterfahrt sehen wir rechts den Edersee. Wir fahren über die Brücke und die Straße folgt dem Lauf der Eder. Erst in Schmittlotheim verlassen wir die Bundesstraße und fahren links Richtung Frankenau. Der Ort liegt auf 450 Meter über NN und die Straße steigt zuerst allmählich, aber nach einigen Kilometern immer steiler werdend an. Ab Frankenau bleiben wir einige Zeit auf der Höhe und müssen noch einmal ein wenig klettern, um auf die Bundesstraße B253 zu kommen. Es geht nun links weiter bis nach Löhlbach.  Hier biegen wir rechts ab und über eine kleine Rampe verlassen wir den Ort in Richtung Haina. Schon nach kurzer Zeit biegen wir ab nach …

Der weithin sichtbare Funkturm auf dem „Hohen Lohr“ wartet bedrohlich wirkend auf uns. Geht es dort hinauf? Na, nicht ganz im Ort Battenhausen führt uns die Straße, den Turm umrundend, dann wieder abwärts. Allen geht es ganz gut als wir Schönau erreichen und auf die Straße kommen, die wir schon auf der Hinfahrt befahren haben, kommt, wie Uwe hinterher sagte, sogar ein wenig Euphorie auf. Es sind nur noch wenige Kilometer die uns vom Ziel trennen. Eine Hürde liegt nur noch vor uns, der Anstieg zum Wohnort der Familie Kirschner. Uwe entfernt sich mit leichtem Tritt von uns, Astrid kürzt ab und nimmt den 20% er. Tanja und ich fahren so lala den Berg hinauf. Martin und Harald erwarten uns vor dem Haus. Wir sind alle froh diesen schönen Brevet, bei schönstem Radfahrwetter unter die Räder genommen zu haben und freuen uns schon auf die 300er Tour die uns, wie Martin ankündigte, in die Rhön führen wird.

 

Streckenplan

Jesberg
Densberg
Schönstein
Moischeid
Gemünden
Lehnhausen
Rosenthal
Roda
Ernsthausen
Münchhausen
Wollmar
Frohnhausen
Eifa

K 1 Hatzfeld

Beddelhausen
Schwarzenau
Raumland
Raumland-Bahnhof
Aue
Wingeshausen
Jagdhaus
Fleckenberg

K 2 Schmallenberg
Almert
Oberkirchen
Inderlenne
Westfeld
Altastenberg
Winterberg

K 3

Ruhrquelle
Küstelberg
Wissinghausen
Deifeld
Referinghausen
Oberschledorn
Nieder-Schleidern
Goldhausen
Nordenbeck
Nieder-Ense
Dorfitter
Thalitter

K4 Herzhausen

Kirchlotheim
Schmittlotheim
Altenlotheim
Frankenau
Löhlbach
Battenhausen
Haddenberg
Dodenhausen
Schönstein
Densberg

Jesberg
 

 


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