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Durchgangsorte: |
Maloja, Silvaplana,
Julierpass, Bivio, Marmorerasee, Mulegns, Ruenga, Tinizong-Rona, Savogin,
Salouf, Tiefencastel, Alvanue-Bad, Filisur, Bergun, Naz, Preda, Albuapass,
La Punt, Bever, Samedan, Celerina, Sankt Moritz, Sankt Moritz Bad, Champfer,
Silvaplana, Maloja |
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Wir (Tanja, Astrid, Uwe und ich) haben
bei unserem kleinen Schweizurlaub einen traumhaft schönen, fast an Norwegen
erinnernden Campingplatz in Maloja gefunden. Der kleine Ort liegt an der
gleichnamigen Passhöhe auf 1800 Meter über NN.
Unsere heutige Tour geht über Julier und
Albuapass. Die Fahrt führt uns am See entlang Richtung Sankt Moritz.
Nach 11 km erreichen wir den Ort Silvaplana. Hier beginnt der Anstieg zum
Julier-Pass. Als wir nach links in den Ort abbiegen, sehen wir die Straße
wie eine Wand vor uns. Dazu kommt noch eine Engstelle im Ort und wir müssen
die entgegenkommenden LKWs vorbeilassen. Ich ahne nichts Gutes, aber es
wird besser als ich denke. Es beginnt sehr steil und die LKWs nerven am
Anfang ein wenig. Das lässt aber nach, als wir die ersten Kehren hinter uns
haben. Trotzdem ist dieser Pass ein wenig stärker befahren als viele andere.
Nach einigen Kilometern, wir sind schon über die Baumgrenze, hat uns eine
felsige und unwirkliche Landschaft in ihren Bann gezogen.
Die hoch aufragenden Felswände sind ein wenig bedrückend. Zwischendurch gibt
es mehrere Teilstücke die nur geradeaus führen. Ich fahre sie nicht gerne, weil ich ständig das Gefühl habe nicht
vorwärts zu kommen. Oben auf der Passhöhe ist ein kleiner Andenkenladen mit
Restauration. Wir benötigen nichts und ziehen für die Abfahrt unsere
Windwesten an. Es ist aber sehr warm heute und sie sind eigentlich über.
Leider wird die schöne Abfahrt durch Straßenbauarbeiten behindert. Dies gibt
mir aber Zeit ein paar Fotos zu machen. Nach einer langen Rotphase geht die
Fahrt zügig weiter. Es geht uns viel zu schnell und schon sind wir im Gelgiatal.
Am Mamorea-Stausee machen wir eine kleine Fotopause. Der Wind ist hier
so stark, dass wir uns kaum auf den Beinen halten können.
Die Straße führt noch weiter bergab und
in Ruenga gönnen wir uns im einer Gastwirtschaft ein leckeres Eis. Die
Straße war bisher relativ stark, wenn man davon überhaupt sprechen kann,
befahren. Das ändert sich aber gewaltig als wir in Tiefencastel den Abzweig
zum Albua-Pass erreichen. Auf den nächsten 40 Kilometern sehen wir kaum ein
Auto. Es ist aber sehr heiß geworden und so müssen wir mehrmals an Brunnen
stehen bleiben, um Kopf und Füße zu kühlen. Auch werden die
Wasservorräte mit kühlem Quellwasser ergänzt. Der richtige Anstieg beginnt
erst nach Filsur.
Dann, es geht schon eine ganze Zeit in den Berg hinein,
sehen wir die imposante Eisenbahnstrecke der Albuabahn. Zum Glück kommt
auch gerade ein Zug und wir sehen wie er in Kehren den Berg hinauffährt.
Dann sehen wir weit über uns auf einmal Leitplanken. Mir rutscht das Herz in
die Hose. Da müssen wir hoch? Nun, wir sind bei dem Örtchen Naz, beginnt der
Anstieg erst richtig. Die Bergwände kommen immer näher und die
Eisenbahnstrecke die unseren Weg mit Viaduktbauten ständig gekreuzt hatte,
ist im Berg verschwunden.
Plötzlich hören wir heftiges Donnergrollen, meinen
wir. Und wir haben schon die Befürchtung in ein Unwetter zu fahren und das
oben auf der Passstraße. Das fehlt noch gerade. Schon weit unterhalb der
Passhöhe, die Strecke wird etwas flacher, überholen wir drei Kanadier die
mit dem Reiserad und viel Gepäck auf dem Weg nach Rom sind. Oben am Pass wundern wir uns, dass
trotz des "Gewittergrollens" noch die Sonne scheint. Wir finden hier aber
eine Erklärung dafür. Die Schweizer Armee macht auf der Passhöhe
Schießübungen und die Kanonenschüsse sind einem Gewitter zum verwechseln
ähnlich. Überall wimmelt es hier von Sanitätern. Es kommt aber zu keinem
Zwischenfäll. Wir rasten hier ein wenig und so kommen auch die drei Kanadier oben an. Einer von ihnen muss das Vorhaben durch die Alpen
nach Rom zu fahren vorzeitig aufgeben.
Die Anforderung an den Körper durch die schweren Reiseräder und die steilen Anstiege war wohl doch zu groß.
Nach der Passhöhe fahren wir, in über 2000 Metern über dem Meeresspiegel,
über eine wunderschöne Hochebene. An der Straßenseite befinden sich kleine
Bergseen. Aber auch diese schöne Hochebene endet einmal und die Straße stürzt
sich in aufregenden Serpentienen hinab ins Inntal. Im Tal fahren wir rechts
in Richtung Sankt Moritz. Für 10 Kilometer müssen wir leider die sehr
schnell befahrene Hauptstraße nutzen. In Bevern verlassen wir diese und
kommen durch die alten Örtchen Samedan und Celerina. Für St. Moritz nehmen
wir uns keine Zeit, denn die Tour hat sich länger hingezogen als wir
dachten. Im Ort müssen wir einen letzten Anstieg nach Sankt Moritz Berg
nehmen. Er führt an der Olympia-Bobbahn entlang und oben haben wir einen
wunderschönen Ausblick auf den Sankt Moritzsee.
Nach dem Örtchen Champfer kommen wir
wieder auf die Bundesstraße. Es ist schon Abend geworden und der Verkehr hat
stark nachgelassen. Am Silvaplanasee steigt die Straße zwar noch leicht an,
doch es ist super zu fahren. Das Teilstück nach Silvaplana bringt uns
wieder bis zur Passhöhe nach Maloja. Schon von weitem sehen wir den
idyllisch liegenden Campingplatz am anderen Seeufer.
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