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Julier und Albuapass Höhenmeter

Distanz

Juni 2006 ca. 2100 hm 141 km
Land: Schweiz  

GPS-Track

 
Region: Engadin      
Startort: Maloja    
Durchgangsorte: Maloja, Silvaplana, Julierpass, Bivio, Marmorerasee, Mulegns, Ruenga, Tinizong-Rona, Savogin, Salouf, Tiefencastel, Alvanue-Bad, Filisur, Bergun, Naz, Preda, Albuapass, La Punt, Bever, Samedan, Celerina, Sankt Moritz, Sankt Moritz Bad, Champfer, Silvaplana, Maloja

 

Wir (Tanja, Astrid, Uwe und ich) haben bei unserem kleinen Schweizurlaub einen traumhaft schönen, fast an Norwegen erinnernden Campingplatz in Maloja gefunden. Der kleine Ort liegt an der gleichnamigen Passhöhe auf 1800 Meter über NN.

Unsere heutige Tour geht über Julier und Albuapass. Die Fahrt führt uns am See entlang Richtung Sankt Moritz. Nach 11 km erreichen wir den Ort Silvaplana. Hier beginnt der Anstieg zum Julier-Pass. Als wir nach links in den Ort abbiegen, sehen wir die Straße wie eine Wand vor uns. Dazu kommt noch eine Engstelle im Ort und wir müssen die entgegenkommenden LKWs vorbeilassen. Ich ahne nichts Gutes, aber es wird besser als ich denke. Es beginnt sehr steil und die LKWs nerven am Anfang ein wenig. Das lässt aber nach, als wir die ersten Kehren hinter uns haben. Trotzdem ist dieser Pass ein wenig stärker befahren als viele andere. Nach einigen Kilometern, wir sind schon über die Baumgrenze, hat uns eine felsige und unwirkliche Landschaft in ihren Bann gezogen.
Die hoch aufragenden Felswände sind ein wenig bedrückend. Zwischendurch gibt es mehrere Teilstücke die nur geradeaus führen. Ich fahre sie nicht gerne, weil ich ständig das Gefühl habe nicht vorwärts zu kommen. Oben auf der Passhöhe ist ein kleiner Andenkenladen mit Restauration. Wir benötigen nichts und ziehen für die Abfahrt unsere Windwesten an. Es ist aber sehr warm heute und sie sind eigentlich über. Leider wird die schöne Abfahrt durch Straßenbauarbeiten behindert. Dies gibt mir aber Zeit ein paar Fotos zu machen. Nach einer langen Rotphase geht die Fahrt zügig weiter. Es geht uns viel zu schnell und schon sind wir im Gelgiatal. Am Mamorea-Stausee machen wir eine kleine Fotopause. Der Wind ist hier so stark, dass wir uns kaum auf den Beinen halten können.

Die Straße führt noch weiter bergab und in Ruenga gönnen wir uns im einer Gastwirtschaft ein leckeres Eis. Die Straße war bisher relativ stark, wenn man davon überhaupt sprechen kann, befahren. Das ändert sich aber gewaltig als wir in Tiefencastel den Abzweig zum Albua-Pass erreichen. Auf den nächsten 40 Kilometern sehen wir kaum ein Auto. Es ist aber sehr heiß geworden und so müssen wir mehrmals an Brunnen stehen bleiben, um Kopf und Füße zu kühlen. Auch werden die Wasservorräte mit kühlem Quellwasser ergänzt. Der richtige Anstieg beginnt erst nach Filsur.
Dann, es geht schon eine ganze Zeit in den Berg hinein, sehen wir die imposante Eisenbahnstrecke der Albuabahn. Zum Glück kommt auch gerade ein Zug und wir sehen wie er in Kehren den Berg hinauffährt. Dann sehen wir weit über uns auf einmal Leitplanken. Mir rutscht das Herz in die Hose. Da müssen wir hoch? Nun, wir sind bei dem Örtchen Naz, beginnt der Anstieg erst richtig. Die Bergwände kommen immer näher und die Eisenbahnstrecke die unseren Weg mit Viaduktbauten ständig gekreuzt hatte, ist im Berg verschwunden.

Plötzlich hören wir heftiges Donnergrollen, meinen wir. Und wir haben schon die Befürchtung in ein Unwetter zu fahren und das oben auf der Passstraße. Das fehlt noch gerade. Schon weit unterhalb der Passhöhe, die Strecke wird etwas flacher, überholen wir drei Kanadier die mit dem Reiserad und viel Gepäck auf dem Weg nach Rom sind. Oben am Pass wundern wir uns, dass trotz des "Gewittergrollens" noch die Sonne scheint. Wir finden hier aber eine Erklärung dafür. Die Schweizer Armee macht auf der Passhöhe Schießübungen und die Kanonenschüsse sind einem Gewitter zum verwechseln ähnlich. Überall wimmelt es hier von Sanitätern. Es kommt aber zu keinem Zwischenfäll. Wir rasten hier ein wenig und so kommen auch die drei Kanadier oben an. Einer von ihnen muss das Vorhaben durch die Alpen nach Rom zu fahren vorzeitig aufgeben.
Die Anforderung an den Körper durch die schweren Reiseräder und die steilen Anstiege war wohl doch zu groß. Nach der Passhöhe fahren wir, in über 2000 Metern über dem Meeresspiegel, über eine wunderschöne Hochebene. An der Straßenseite befinden sich kleine Bergseen. Aber auch diese schöne Hochebene endet einmal und die Straße stürzt sich in aufregenden Serpentienen hinab ins Inntal. Im Tal fahren wir rechts in Richtung Sankt Moritz. Für 10 Kilometer müssen wir leider die sehr schnell befahrene Hauptstraße nutzen. In Bevern verlassen wir diese und kommen durch die alten Örtchen Samedan und Celerina. Für St. Moritz nehmen wir uns keine Zeit, denn die Tour hat sich länger hingezogen als wir dachten. Im Ort müssen wir einen letzten Anstieg nach Sankt Moritz Berg nehmen. Er führt an der Olympia-Bobbahn entlang und oben haben wir einen wunderschönen Ausblick auf den Sankt Moritzsee.

Nach dem Örtchen Champfer kommen wir wieder auf die Bundesstraße. Es ist schon Abend geworden und der Verkehr hat stark nachgelassen. Am Silvaplanasee steigt die Straße zwar noch leicht an, doch es ist super zu fahren. Das Teilstück nach Silvaplana bringt uns wieder bis zur Passhöhe nach Maloja. Schon von weitem sehen wir den idyllisch liegenden Campingplatz am anderen Seeufer.

 

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