das Jahr 2005

 
Böhmerwaldrunde Höhenmeter

Distanz

GPS-Track

15.06.2005 1900 100

 

Land: Tschechien    
Region: Böhmerwald    
Startort: Freilichtmuseumsdorf Finsterau, Bayrischer Wald  
Durchgangsorte: Finsterau, Kvilda, Novy Dvur, Zdikov, Stachy, Chalupy, Sebestov, Javornik, Podzuklin, Lazny, Strasin, Nezdice Na Sumave, Kasperspe Hory, Rejstejn, Svojse, Horska Kvilda, Kvilda, Finsterau.
Eigentlich wollten wir im bayerischen Wald ein paar Runden fahren. Weil uns einige Autofahrer durch ihren sehr aggressiven Fahrstil, sie dachten wohl sie sind auf einer Rennstrecke, auffielen, planten wir ein wenig um. Schon bei unserer ersten Tour über die tschechische Grenze fiel uns die Ruhe auf den Straßen dort auf. Eine unserer Touren stellen wir euch hier vor.

Wir haben unser Wohnmobil am Freilichtmuseum bei Finsterau geparkt. Unsere Tour führt uns ständig bergan und schon in Finsterau gibt es einen ersten Höhepunkt. Die Rampe im Ort beträgt locker 18% Steigung. Schon kurz nach der Ortschaft hört die eigentliche Straße auf und wir befinden uns auf einem asphaltierten Wirtschaftsweg. Zur Linken haben wir dichte Waldgebiete und zur rechten Seite gibt es für uns hervorragende Aussichten über die Höhen des bayerischen Waldes. Nach 4 Kilometern ist die grüne Grenze, sie ist nur für FußgängerInnen und RadlerInnen geöffnet, erreicht. Nur eine kleine Hütte an der linken Straßenseite deutet darauf noch hin. Es ist kein Grenzbeamter weit und breit zu sehen. Für 7 weitere Kilometer gehört die kleine Straße ganz uns. Sie führt uns über eine Hochebene, wir befinden uns hier auf einer Höhe von 1100 Metern über dem Meeresspiegel, zum Ort Kvilda. Es ist der erste Ort nach der Grenze. Wir halten nur kurz an und fahren dann auf die Straße 169 in nördlicher Richtung weiter. Nach 2 km biegen wir rechts auf die Straße 168 ab.

Links und rechts ist dichter Wald und Autos sehen wir kaum. Auch die Straßen sind in einem hervorragenden Zustand. 4 Kilometer weiter hört der dichte Wald auf und die Straße führt uns an weiten Feldern vorbei, ohne dass wir sonderlich an Höhe verlieren. Haben wir bisher dann und wann noch eine andere VerkehrsteilnehmerIn gesehen, ist, nachdem wir den Abzweig nach Zdikov genommen haben, überhaupt niemand mehr zu sehen. Das kleine Dörfchen Nový Dvur scheint ausgestorben zu sein.
In Zdikov biegen wir nach Norden fahrend links auf eine größere Straße ab. Nur für 1,5km, in Zdíkovec, verlassen wir sie wieder und haben bis hierher gleichzeitig auch 400 Höhenmeter verloren. Das folgende Teilstück der Tour ist so gut wie flach. Erst als wir in Sebestov auf eine noch kleinere Straße abbiegen, steigt unsere Strecke wieder an. Die 200 Höhenmeter die bis nach Javornik zu bewältigen sind, sind aber gut zu fahren. Die Abfahrt nach Pozuklin genießen wir und sie verschafft uns für neue Taten die nötige Kraft.
Kurz nach dem Örtchen Lazny sehen wir rechts von der Straße ein kleines Kirchlein oder es könnte auch ein Kloster sein. Es erweckt unsere Neugierde und wir statten ihm unseren Besuch ab. Dazu müssen wir kurz in den Ort Strasin hinein, um dorthin zu gelangen. Das Kirchlein scheint verlassen, aber alles ist mit Goldfarbe angemalt. Auch den dazugehörigen Friedhof lässt Astrid sich nicht entgehen.
Unsere Tour führt uns nun in westlicher Richtung weiter und steigt ständig an. Die Ortschaft Nezdice Na Sumave ist mit Leben gefüllt. Überall sehen wir Straßencafés. 2 Kilometer nach dem Ortsausgang zweigt rechts eine kleine Straße zu einer Burg ab. Die Tageszeit ist schon zu weit fortgeschritten, so beschließen wir, ihr morgen einen Besuch abzustatten. Ab hier geht es nun hinunter nach Kasperske Hory. Der Ort ist voller Leben. Es scheinen aber alles Einheimische zu sein, denn der Tourismus ist wohl noch im Kommen. Unsere Tour führt uns weiter ins Tal der Otava, es ist zugleich der tiefste Punkt der Strecke.

Für 3 Kilometer bleiben wir im Flusstal und durchfahren dabei den Ort Rejstejn. Die Otava ist ein reißender Gebirgsfluss und das Rauschen begleitet uns bis zum Abzweig nach Kvilda. Nun beginnt der längste Anstieg der Runde. Auf den nächsten 7 Kilometern müssen wir 500 Höhenmeter überwinden, was einem Schnitt von 6,8 % Steigung entspricht. Es wird aber nie steiler wie 12% und da wir auch hier ganz alleine auf der Straße sind, ist es herrlich zu fahren. Oben auf dem Kamm des Böhmerwaldes entsteht wohl ein Wintersportgebiet. Überall sieht man rege Bautätigkeiten.
Nachdem wir die Höhe erreicht haben, finden wir uns auf einer Hochebene wieder. Die Fahrt wird zu einem unvergesslichen Ereignis. Wir haben hier oben die schönsten Ausblicke über den Böhmer- und den Bayrischen Wald. Horska Kvilda ist schon ein kleiner Wintersportort, doch nun Mitte Juni fast ausgestorben. Unsere Tour führt uns weiter nach Kvilda und es beschleicht uns ein wenig Wehmut. Wissen wir doch, dass sich unser Ausflug dem Ende neigt. Im Ort biegen wir rechts auf die Nebenstraße zur grünen Grenze ab. Jetzt sind ein paar Menschen mehr als heute morgen unterwegs. Sie stören aber nicht weiter. Schon nach einem Kilometer sind wir dann wieder alleine und wir genießen die letzte halbe Stunde der super schönen Tour.

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