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Astrid und Hermann on Tour

Italienreise 2008

Schneeblokade am Passo Tuttone

zu den Rennradtouren

Kapitel 1: Gargano
Kapitel 2: Sizilien
Kapitel 3: Golf von Policastro    
Kapitel 4: Tropea  
Kapitel 5: Apennin Pässe
Kapitel 6Südtirol     
Kapitel 7: sonstige

 

 

     

 

Italien mit Wohnmobil und Rennrad 

 Unsere 2. Langzeitreise führt uns nach Italien. Auf Sizilien wollen wir die kältesten Wintermonate überbrücken. Ende Januar 2008 starten wir auf die lange Reise in den Süden. Für die Alpenüberquerung wählen wir den Fernpass und die Brennerbundesstraße.
Am Gardasee machen wir die erste Station. Bei schönstem Wetter sehen wir hier eine Unmenge Radler ihre Runden drehen. Uns ist diese Gegend aber zu verkehrsreich und wir setzten nach einer Übernachtung die Fahrt in den Süden fort.
Die ersten Radtouren machen wir im Hinterland von Riccione. Nur 2 Touren stehen hier zu Buche, dann fliehen wir vor dem Regen. Auf direktem Weg fahren wir auf der Autobahn bis zur Halbinsel Gargano. Hier ist das Wetter besser und so erkunden wir fast eine Woche den Nationalpark. Ohne allerdings die schönste Seite der Halbinsel gesehen zu haben, aber dazu kommen wir später noch.
Die Touren sind herrlich und mit ein wenig Wehmut verlassen wir das Gebiet und landen auf unserer Weiterfahrt im Golf von Taranto. Die Küstenlinie gefällt uns nicht (Kies-Strand, Eisenbahnlinie und Schnellstraße an der Küste entlang) und so kommt es, an der Grenze nach Calabrien nur zu einer Tour.

Die nächste Station führt uns zur Halbinsel auf der Westseite des Stiefels, nach Vibo Valentina. Hier gefällt uns die Gegend schon mehr, wobei das Wetter natürlich sehr beiträgt. So verbleiben wir auf der Halbinsel eine Woche und erleben wunderschöne Radtouren. Einzig der allgegenwärtige Müll und die an den Straßenrändern liegenden, überfahrene Hunde, trüben ein wenig den schönen Eindruck.

Aber wir wollen ja eigentlich nach Sizilien und so nehmen wir schweren Herzens Abschied von dieser Gegend.

Wir haben Mitte Februar und das schöne Wetter verspricht einen schönen Aufenthalt auf der Insel. Über die Autobahn geht es von Messina aus in Richtung Süden. Das Stadtbild von Messina wird von einer schäbigen Bebauung geprägt. Wir halten uns nicht lange auf und fahren in den Süden der Insel.
Schön sehen wir auf unserer rechten Seite den schneebedeckten Gipfel des Etna. Zu unserer Linken jedoch die, mit Industrie, zugebaute Küstenlinie. Erst südlich von Siracusa verlassen wir die Hauptstraße und fahren zum Meer.

Die Radtouren sind sehr schön, doch es ist immer eine einige Kilometer weite Anfahrt über die stark, schnell und italienisch befahrene Staatsstraße von Nöten. Dabei haben wir festgestellt dass die italienischen Autofahrer die Besten der Welt sind. Noch nie sind wir so oft mit so knappem Abstand überholt worden wir hier auf Sizilien. Dazu sind die Italien wohl die einzigen die um Kurven und über Bergkuppen sehen können. Nur so sind die Überholvorgänge an diesen gefährlichen Stellen zu Erklären.

Wir hangeln uns weiter mit dem Wohnmobil an der Küste entlang und sind über die unansehnlichen Foliengewächshäuser wenig erbaut. Gewächshäuser soweit das Auge reicht. In Gela kehren wir der Küste den Rücken und versuchen im hügeligen Hinterland unser Glück. Das haben wir auch. Die Straßen sind wenig befahren doch teilweise in einem katastrophalen  Zustand. So ist bei den Touren immer allergrößte Vorsicht geboten. Die Anstiege haben in diesem Teil einen maximalen Höhenunterschied von 200 Metern. So ist es ein gutes Trainingsrevier. Nach ein paar Tagen verlegen wir den Startort nördlich von Caltagirone. Dieser Landstrich ist sehr arm und viele verlassene Häuser stehen an den Straßenrändern. Der Straßenzustand ist so schlecht, dass wir nach einer Radtour (Fußtour) weiter gen Norden fahren.

Wir landen im Nationalpark Nebrodi. Herrliche Radtouren erleben wir hier. Und auch die einzige Passfahrt auf Sizilien können wir hier fahren. Schneefall und Regen verhindern einen längeren Aufenthalt in dieser Gegend. So fahren wir wieder zur Südküste und können dort weitere Radtouren unternehmen. Leider ist es hier relativ flach und so kommt das Bergefahren ein wenig zu kurz. Über mehrere Stationen landen wir schließlich bei Sciacca.

Leider werde ich hier krank und befürchte eine Einweisung ins Krankenhaus. Aus diesem Grund beschließen wir die Insel zu verlassen und uns in Richtung Heimat zu orientieren.

 

Kaum auf dem Festland sind die Wehwehchen verflogen. So machen wir Station am Golf von Policastro. Das Wetter ist schlechter geworden und es vergeht keine Radtour, sofern sie überhaupt möglich ist, ohne einen Regenschauer. Das macht keinen Spaß und wir fahren weiter an die Adria nach Gargano. Diesmal kommen wir von Süden und landen an eine überwältigend schöne Steilküste. Sie ist ein Augenschmaus schlechthin. Aber es gibt auch noch viele schöne Straßen und Anstiege die wir unter unsere Räder nehmen. Eigentlich fangen unsere Rennradtraumtouren nun erst an.

Die nächste Station ist der Nationalpark Della Majella. An den Pässen Lanciano und Leonardo konnten wir unsere Bergequalitäten weiter trainieren. Abruzzen hat nicht nur den Nationalpark della Majella, sondern auch den Gran Sasso. Neben der höchsten Erhebung auf der Apenninhalbinsel (Corno Grande) erleben wir auch  4 Auffahrten zur schönsten Hochebene des Nationalparks (Campo Imperatore). Leider können wir die Auffahrt zum höchsten Pass in dieser Gegend, dem Passo Leonessa, wegen einer dichten Schneedecke nicht zu Ende fahren.
Der Nationalpark Monti Sibillini ist unser nächstes Ziel und grenzt nördlich an den Nationalpark Gran Sasso. Auch hier erleben herrliche Passauffahrten. Ein Frauenradrennen in San Marino veranlasst uns zur Weiterfahrt. Ergebnis, bis auf das Radrennen haben wir alles in San Marino gesehen. Von der Rennveranstaltung, gab es außer im Tour-Magazin, keinerlei Hinweise.

Es ist Mitte Mai geworden und die letzten Tage unserer Reise wollen wir in den Alpen verbringen. Da wir die Pässe um die große Dolomitenstraße herum schon gefahren sind, fahren wir die kleine Stadt Agordo an. Von hier aus starten wir zu den Pässen Duran, Cereda, Cibiana. Für die Tour über Passo Falzarego und Giau starten wir von Caprile aus. Leider ist das Wetter nicht nach unseren Wünschen und so machen wir uns nach einer Woche auf den Heimweg.

Nach einigen weiteren Regenstationen lacht bei unserem Halt im Altmühltal endlich wieder die Sonne. Mit schönen Radtouren in Bayern lassen wir unsere Reise ausklingen.

Das Ergebnis unserer Reise in Zahlen:
Berichte von 51 Rennradtouren in Italien mit 3284 Rennradkilometer und 70485 Höhenmeter.
Dazu die GPS-Tracks , Höhenprofile, Streckenpläne und unzählige Bilder
 

Nachwort: Angesichts der frühen Reisezeit im Jahr, ist es für Wohnmobilisten schwer in Italien eine intakte Infrastruktur für die Ver- und Entsorgung des Wohnmobil vorzufinden. Alle Campingplätze sind noch geschlossen und selbst die Wasserversorgung bereitet vor allen Dingen im Süden große Probleme.

Von Rennradtouren auf Sizilien ist eigentlich, nach unseren Erfahrungen, ganz abzuraten. Sehr schlechte oder aber stark befahrene Straßen sind uns hier in Erinnerung geblieben. Es gibt natürlich einige wenige Ausnahmen. Aber dafür die weite Anreise nach Sizilien zu machen, lohnt kaum. Da kann man besser der Halbinsel Gargano einen Besuch abstatten, denn hier stimmt alles. Perfekte Straßen, kaum Verkehr und schöne Anstiege gibt es. Dazu traumhafte Küstenlinien.

Ein Rennradtraum sind natürlich auch die großen Nationalparks in Mittelitalien, in Abruzzen und Marche. Schönere Rennradtouren sind selbst in den Pyrenäen und Alpen nur schwer vorstellbar. Die Gegend, ein Rennradtourentraum schlecht hin.