17.02. 2008 Lido di NotoWir stehen in Lido di Noto. Unser
Standplatz ist in einer Nebenstraße und sehr ruhig. Auch können wir auf dem
WOMO Standplatz unsere Toilette entsorgen. Sogar Wasser gibt es hier.
Heute steht unsere erste richtige Radtour auf dem Programm. Sie führt uns zum
südlichsten Punkt Siziliens. Wir starten in Lido di Noto und fahren über
kleinste Straßen zur Sp 19. Die Strecke bis dorthin ist sehr wellig und die
Straße in einem desolaten Zustand.
Wir kommen dabei über die Neugebaute Europastraße, die auf ihre Eröffnung
wartet. Astrid möchte gerne auf die Autobahn, doch ich bringe sie davon ab,
denn Autobahn mit dem Rad ist, glaube ich, nicht der Bringer.
Die Sp 19 wird von den anderen Verkehrsteilnehmern als
Rennstrecke missbraucht und so verlassen wir die Straße und biegen nach links
in Richtung Meer ab. Leider führt diese Nebenstraße nur den Hügel hoch und
dann durch eine kleine Ansiedlung. Schon nach 3 km mündet sie wieder auf die
Sp 19.
Aber schon 2,5 km weiter gibt es erneut die Möglichkeit
Richtung Strand auszuweichen und diesmal gelingt es, die Straße führt durch
kleine Orte weiter nach Süden. Es herrscht sehr starker Wind und die Straße
ist teilweise mit Dünensand überweht. Dazu müssen wir gegen den Wind
ankämpfen.
In Marzememi schauen wir uns den lebhaften kleinen Hafen
an. Auch im Örtchen herrscht lebhafter Betrieb. Die Weiterfahrt nach Portopalo
Di Capo Passero ist der Höhepunkt dieser Radtour. Es geht immer am Strand
entlang und ist durch die sich durch die Dünen schlängelnde, hügelige Straße
nie langweilig. Ein kleines Bürglein liegt wie im Bilderbuch zu unserer
Rechten. Dann ist Portopalo Di Capo Passero erreicht.
Der Ort ist Schachbrett mäßig angelegt und so richtig
italienisch. Die Häuser sind ohne Bürgersteig bis an den Straßenrand gebaut.
So kommt es an den Straßeneinmündungen immer wieder zu gefährlichen
Situationen. Besser ist es, als Radler die Straßenmitte zu nutzen, dann ist
die Reaktionszeit größer, wenn ein Auto plötzlich ohne anzuhalten aus der
Nebenstraße kommt.
Wir fahren bis zur Hafenmole und bei dem Anblick der mit
arabischen Schriftzeichen versehenen, rostigen Schiffe, wird uns klar, Afrika
ist nicht fern. Der Hafen ist der heutige Wendepunkt unserer Radtour. Für die
Rückfahrt nehmen wir nicht die Strandstraße. Sie war zu sandig und unsere
schmalen Reifen sind einige Male stecken geblieben. So fahren wir auf Pachino
zu.
Der Ort ist größer und ich bin froh, dass wir nicht
mitten durch die Stadt müssen. Nach Pachino kommen wir allerdings wieder auf
die Sp 19. Hier unten, ganz im Süden Siziliens, ist nicht mehr ganz soviel
Verkehr und mit Rückenwind geht es flott heimwärts. Dabei sind wir fasziniert
von den riesigen Kakteen, die den Straßenrand säumen. Nach 65 km haben wir
unsere erste Sizilienrunde beendet. |