Apennin 11. April 2008
10.04.08 Wir verlassen die Adria und fahren nach Abruzzen. Schon von Weitem
sind die schneebedeckten Berge zu sehen. Einige Straßen können wir mit dem
WOMO nur im 1. Gang fahren. Habe schon ein wenig Bammel vor der Radtour. Wir
landen in Palombaro unterhalb schneebedeckter Gipfel. Einen Standplatz finden
wir erst nach einem ausgiebigen Spaziergang durch den Ort. Er liegt vor dem
Fußballplatz und am späten Nachmittag findet noch ein Training der Jugend
statt. Morgen wollen wir unsere erste Bergtour in den Abruzzen machen. Der
Pass Lanciano mit 1308 Metern steht auf dem Programm
11.04.08 Palombaro
Wir
befinden uns am Rande des Parco Nazionale Della Majella. Die Nacht war
herrlich ruhig. Kein Meeresrauschen, keine Autos, rein gar nichts. Am Morgen
ist der Himmel Wolken verhangen und wir zweifeln, ob es Zweck hat, den Passo
Lanciano zu fahren. Erst lange nach dem Frühstück ringen wir uns zu der Fahrt
durch. Ein klein wenig Bammel spielt bestimmt auch mit.
Der
Passo Lanciano ist ca. 36 km von unserem Standplatz in Palombaro entfernt. Da
wir nicht wissen wie schwer die Hinfahrt bis zum Passanstieg ist, werden wir
auf der gleichen Strecke zurück fahren. Die Straßen sind kaum befahren und auf
den ersten Kilometern verlieren wir 100 hm. Dann zieht sich die Straße hoch
bis nach Pennapiedimonte. Der Ort ist eng am Berghang gebaut und liegt auf 700
Meter über NN.
Den
tiefsten Punkt der Tour erreichen wir unweit vor Pretoro mit 396 Meter über
NN. Bis nach Pretoro sind es noch 2,5 km und bis dorthin steigt die Straße um
125 Meter.
Weitere 1,5 km weiter zweigt eine Straße zum Passo Lanciano links ab und hier
beginnt die eigentliche Passauffahrt. Die Höhe beträgt am Straßenabzweig 590
Meter und die Passhöhe ist auf 1310 Meter über NN. Das macht einen
Höhenunterschied von 720 Meter. Das heißt, vor uns liegen 10 Kilometer mit
einer durchschnittlichen Steigung von 7,2 %. Die höchste Steigungsrate beträgt
im Ausgang einer der vielen Kehren 10 %.
Direkt nach dem Abzweig liegen 3 schöne 180° Kurven vor uns. Zu beiden
Straßenseiten ist dichter Wald und wir werden vorerst nicht weiter vom Radeln
abgelenkt. Das ändert sich aber schon bald und zur Talseite haben wir
herrliche Ausblicke bis zur Adria.
Nach fast 2 km zweigt links noch einmal eine kleine Straße nach Pretoro ab.
Wir lassen sie im wahrsten Sinne des Wortes links liegen und auf den nächsten
1,7 km schlängelt sich die Straße relativ steil den Berghang hoch. Nun liegt
ein schönes Kurvengewirr vor uns.
Die Ausblicke werden auf den nächsten 4 km immer grandioser. Schneebedeckte
Apenninengipfel wechseln sich mit der Adria und den vorgelagerten Hügeln ab.
Nach 7,5 km beginnt das Finale der Auffahrt. Es wird eingeläutet von 2 einen
Kilometer langen Geraden. Die Steigung liegt auf diesem Teil bei 8,5%. Der
Wald verhindert hier weitere Ausblicke und so können wir hin und wieder nur
die schneebedeckten Höhen des 1995 Meter hohen la Majeletta vor uns sehen.
Haben wir diese geraden Teilstücke geschafft sind es noch 700 Meter bis zur
Passhöhe. Die ersten Gastronomiebetriebe liegen zu unserer Linke. Die Steigung
ist zurückgegangen und locker können wir bei 6-7% die letzten Meter dieser
Passauffahrt genießen. Zu diesem Zeitpunkt wissen wir nicht, dass wir noch bis
zum Passo Tattone hätten fahren können. Die Straße verläuft dorthin in einer
Linkskurve um das Lokal auf der Passhöhe des Passo Lanciano herum.
Nach einer kurzen Pause machen wir uns an die Abfahrt. Sie ist herrlich zu
fahren und wir wundern uns, wie steil es an einigen Stellen doch ist. Die
Ausblicke zur Adria sind einfach grandios auch wenn sie ein wenig im Dunst
liegt. Viel zu schnell haben wir die kurvenreiche Abfahrt hinter uns gebracht.
Aber auch die Rückfahrt nach Palombaro ist nicht ohne, liegt doch noch ein
Anstieg mit 300 Höhenmetern vor uns. Er ist nicht sehr steil und so heißt es
für uns, bei dem wenigen Verkehr auf den Straßen, genießen, genießen und
nochmals genießen.
Herrlich sehen wir rechts hoch über uns, den kleinen Ort Pennapiedimonte an
den Berghang gebaut. Die Häuser scheinen sich alle zu berühren, so eng sind
sie zusammen. Kurvenreich geht es nun hinab zu einer kleinen Brücke. Kaum
liegt sie hinter uns beginnt der Schlussanstieg nach Palombaro. Er ist mit 5%
nicht allzu steil. Erst mit dem Erreichen des Ortes wird die Anfahrt zum
Sportplatz, dort steht ja das Wohnmobil, mit 17% richtig steil.
Passdaten der Ostauffahrt Passo Lanciano:
Startort: Pretoro, Streckenlänge: 12 km, Höhendiff.: 810 Meter, Mittlere
Steigung: 7%, max.
Steigung: 10%,
Passhöhe: 1310 Meter
Tourdaten: 73
km, 1700 hm, Startort: Palombaro, Pennapiedimonte, Pretoro, Passo di Lanciano
und Retoure
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