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Donnerstag den 25.
August
Auf Jan's Spuren.
Wir wollen zum
Rettenbachgletscher. Astrid steht schon sehr früh auf und will eine Runde
laufen. Um kurz vor 9 ist sie wieder da. Hier in Sölden gibt es keine
flachen Laufstrecken und wenn sie von der Straße abbog, ging es sofort steil
nach oben, berichtete sie mir. Um 10:30 Uhr brechen wir zu unserer Fahrt auf
den Gletscher auf. Die Strecke steigt sofort steil an. Ca. 10-12% bleibt es
eine ganze Weile. Ich habe schon gar keine Lust auf die Weiterfahrt.
Es ist,
ohne warm zufahren, schon sehr heftig. Am Abzweig nach Hochsölden bleibe ich
das erste Mal stehen und warte auf Astrid. Schon nach 2 Minuten ist sie da.
Es geht steil weiter und ich frage mich, warum ich mir das antue. Mein Puls
ist immer zwischen 165 und 176. Eine ganze Zeit fahre ich mit 173 Schlägen.
Immer wenn ich im Stehen fahre, ist er um 6 Schläge höher. Kurz vor der
Mautstelle warte ich erneut auf Astrid. Es dauert nun schon ein wenig länger
bis sie da ist. Es folgt ein ganz kurzes Stück bergab und dann nimmt die
Steigung wieder zu. Ein paar Minuten bleibe ich bei Astrid, es ist aber
nicht mein Tempo, obwohl sie nur unwesentlich langsamer fährt. Ein langes
gerades Stück, das aber immer steil bergauf geht, bringt mich fast zum
verzweifeln.
Die Bäume sind nun verschwunden und die Straße führt durch eine
Geröllwüste. Ich bin richtig froh, als wieder ein paar Serpentinen kommen.
Sie sind, obwohl steiler, schöner zu fahren. Ein anderer Radler hat mich
inzwischen überholt. Oben im Ziel, zu diesem Zeitpunkt wusste ich es aber
noch nicht, werde ich ihn wieder sehen. Astrid ist inzwischen weit hinter
mir verschwunden. Oben am Berg sehe ich nun die Bergstation. Es ist noch ein
weiter Weg dorthin, aber irgendwann ist auch der geschafft. Auf dem
Parkplatz warte ich auf Astrid. Es ist hier sehr kalt und da ich nass
geschwitzt bin, suche ich am Eingang ein wenig Windschutz. Dann kommt auch
Astrid, sie will aber sofort weiter bis ganz nach oben. Mir reicht es bis
hierhin und während sie weiterfährt, gehe ich ins Restaurant und trinke mir
einen Kaffee.
Es sind noch andere Radler hier, darunter auch der, der mich
auf dem Weg nach oben überholt hatte. Es stellt sich heraus, dass er mit
einer Gruppe unterwegs ist und Seminare zum Radfahren gibt. Er ist auch
schon Race Across America gefahren und hat ihn als
6. beendet.
Irgendwann taucht Astrid in der Geröllwüste auf, ich
kann sie gut an ihrer hell leuchtenden Windjacke erkennen. Als sie
dann auf dem Parkplatz
auftaucht, winke ich ihr aus dem Fenster zu. Sie kommt auch ins Lokal und
hat sogar schon einmal was von meinem Gesprächspartner gehört. Nach einer
langen Pause mache ich mich auf die Abfahrt. Astrid fährt noch die Oetztaler
Gletscherstraße hoch, wozu ich überhaupt keine Lust mehr habe. Unten in
Sölden angekommen, lese ich schon die Daten aus und bereite das Essen vor.
Astrid lässt lange auf sich warten, denn das Wetter ist schön und es gibt
noch so viele Abzweige auf dem Weg zurück nach Sölden.
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Freitag den 26. August 2005
Wir schlafen uns aus und nach einem ausgiebigen Frühstück wollen wir eine
Tour zum Timmelsjoch machen. Noch in Sölden steigt die Straße steil an. Den
Abzweig zum Rettenbachgletscher lassen wir diesmal rechts liegen. Nach dem
wir Sölden hinter uns haben wird die Steigung weniger und nach dem
Entsorgungszentrum fällt die Straße sogar leicht ab. Die ersten Kehren
lauern unmittelbar nach dem Örtchen Zwieselstein. Die Auffahrt wird zudem
von Bauarbeiten an der Straße behindert.
Nach diesen zwei steilen Kehren
wird es wieder flacher und weit über uns können wir die Straße zum Timmelsjoch erahnen. Kurz vor Pill habe ich Astrid hinter mir verloren. Ich
warte auf sie und zusammen passieren wir den Abzweig nach Obergurgl. Es wird
nun steiler und leider auch nebliger. Die Wolken hängen sehr tief und wir
haben nur eine Sichtweite von 5-10 Metern. Es ist vielleicht auch gut so,
denn so können wir die Steigungen und deren Länge nicht sehen. Ich schalte
in meinen kleinsten Gang und kurbele einfach die Straße hoch. Wir werden von
unzähligen Motorradfahrern überholt und haben auch wegen der dichten
Wolkendecke kein so gutes Gefühl. Wir kommen an dem Schild nach Hochgurgl
vorbei, können aber sonst nichts erkennen.
Kurz darauf sind wir an der
Mautstelle. Ab hier verlieren wir leider wieder die schwer erkämpften
Höhenmeter und es geht fast 200 Meter abwärts. Dann beginnt der Kampf nach
oben erneut. Zum Glück reist die Wolkendecke ein etwas auf und wir können
die Steinlandschaft ein wenig genießen. Noch ein, zwei Kehren und wir haben
die Passhöhe erreicht. Ein freundlicher Radsportler aus Siegburg bietet sich
an von uns ein Foto zu machen. Wir wollten eigentlich über den Pass nach San
Leonard fahren, geben unseren Plan wegen des Nebels aber wieder auf. Nachdem
wir uns noch ein wenig umgeschaut haben, machen wir uns auf die Abfahrt. Die
Wolkendecke ist nun so dicht, dass es in den Kehren richtig gefährlich wird.
Und richtig, abgelenkt durch einen nach oben fahrenden Radler, ich schaue
nur kurz zu ihm rüber, bremse ich zu spät und kann nur mit Mühe einen Crash
mit der Felswand vermeiden.
An der Mautstelle warte ich wieder auf Astrid,
sie hatte unterwegs noch wegen eines Schafes angehalten und irgendwann
taucht sie aus dem Nebel auf. Schon wenige Höhenmeter tiefer ist die
Wolkendecke aber über uns und wir haben nun freie Sicht. Die Gelegenheit Obergurgl zu besuchen, lassen wir uns nicht entgehen. Während ich im Ort auf
einer ruhigen Bank das Treiben beobachte, macht Astrid ihre Exkursionen in
jeden Winkel des Ortes. Mal taucht sie hoch über mir auf und dann sehe ich
sie wieder in einiger Entfernung zwischen den Häusern. Die Rückfahrt nach
Sölden vergeht wie im Fluge. Kaum am Wohnmobil angekommen, taucht Peter auf.
Er berichtet von seiner 24 Stundenfahrt und muskulären Problemen in seinem
Oberschenkel. Er ist heute eine Serpentinenstraße nach Gries hinauf gefahren
und hat auch Bilder gemacht.
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Samstag den 27. August 2005
Der Oetzi rückt näher. Heute wollen wir nur eine leichte
Radtour machen und entschlie0en uns in das Tal der Venter Ache zu fahren.
Den steilen Anstieg am Ortsausgang müssen wir leider wieder hoch. Er liegt
aber schnell hinter uns und in Zwieselstein zweigen wir rechts auf die
Straße nach Vent ab. Idylle pur liegt nun vor uns. Leicht ansteigend geht es
durch eine einsame Bergwelt.
Nur wenige Autos sind zu sehen und Motorräder
scheinen überhaupt nicht hierher zu fahren. Manchmal sehen wir ein einsames
Gehöft am Berghang. Einfach traumhaft dieses Tal. Die Steigungen betragen
auf der gesamten Strecke maximal 6 %. Immer weiter schlängelt sich die
Straße Vent entgegen. Vor uns taucht der kleine Kirchturm von Winterstall
auf. Er liegt wie gemalt vor uns. Ich kann mich einfach nicht satt sehen und
mache schnell ein paar Fotos. Es folgen ein, zwei Galerien und wir sind nach
17 Kilometern in Vent. Astrid fährt sofort weiter, sie hat von der
Hängebrücke bei dem Wirtshaus Geierwally gehört.
Ich warte derweil auf einer
Bank im Ort. Viele RadlerInnen treffen nun ein. Alle drehen vor dem großen
Tag morgen noch schnell eine kleine Runde. Auch eine Abordnung der Kettwiger
fährt sich hier noch einmal die Beine locker. Auf der Rückfahrt treffen wir
noch Bergfloh und Oliver. Auch sie wollen heute nur noch eine leichte Runde
drehen. Einen kleinen Abstecher nach einem Berggehöft kann Astrid nicht
widerstehen und ich folge ihr. Von oben haben wir noch einmal einen
herrlichen Ausblick auf das Tal. In Sölden müssen wir noch unsere
Startunterlagen abholen und unsere Räder vorbereiten. Auf dem Weg dorthin,
treffen wir Dirk von der RSG Herne.
Als wir wieder auf dem Campingplatz
eintreffen, kommt auf einen kurzen Abstecher Virenque vorbei. Er ist noch
mal den Rettenbachgletscher und das Timmelsjoch hochgefahren. Echt der
Hammerfahrer, unter 10 Stunden zu bleiben, dürfte für ihn wohl morgen eine
Kleinigkeit sein. In der Nacht kann ich nicht gut schlafen, werde zudem
andauernd von dem, auf das Dach unseres Wohnmobils prasselnden Regen
geweckt.
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