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RTF St. Vith (Belgien)
 

1-5 | 6-10 | 11-15 | 16-20 | 21-25 | 26-30

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Tourname: Internationale 3 Länder-Rundfahrt
Startort: St. Vith (B)
Verein: RSV St. Vith
Tourlänge: ?, ?, ?, 151 km
Höhenmeter: 1800 hm

 
RTF St. Vith 150 km (B) auf einer größeren Karte anzeigen

 

St. Vith 2006,

Gleich vorweg: Dieser „Ausflug“ nach Belgien hat sich gelohnt ! 

Als deutscher RTF-Fahrer bin ich schon zeitig losgefahren, damit ich auch den Beginn des Startfensters um 7:00 Uhr nicht verpasse. Dies ging von Köln aus via Aachen über die belgische Autobahn unerwartet flott in 90 Minuten. Das ist schneller, als z.B. die Anfahrt nach Greffen. St. Vith liegt im deutschsprachigen Bereich Belgiens, so dass man keinerlei sprachliche Verrenkungen befürchten muss. 

Gleich am Start erst mal die „Ernüchterung“:

In Belgien läuft so eine Veranstaltung doch anders ab, denn um 7:00 Uhr wird erst mal angefangen, die Anmeldungen in Ruhe anzunehmen – die meisten (einheimischen) Fahrer kommen sowieso später.
Der Verein hat sowieso noch eine ganze Menge an diesem Tag zu stemmen, da neben dieser Rennradrunde noch eine Reihe weiterer Radveranstaltungen im Ort stattfinden, wie z.B. Volksradfahren, Montainbiketouren, MTB Kids Promo Trophy und MTP-Cup (mit Zeitnahmen). Den ganzen „Rummel“ hat man erst später im Ziel mitbekommen – da haben die St. Vither Einiges auf die Beine gestellt !

 Zur Rundfahrt:

Nach der Anmeldung – die Rückennummer hab ich gleich mal im Auto gelassen – ging es über eine gut ausgeschilderte Strecke in Richtung Hünningen. Schon bald wurden größere Straßen verlassen und einsamste Nebenwege befahren. Der sonnige Frühsommertag kündigte sich an, und damit allerbestes Radfahrwetter. 

Wieder Erwarten waren die Strecken sogar in einem recht guten Zustand, so dass man es gemütlich anrollen lassen konnte. Ich schloss im weiteren Verlauf auf zwei Fahrer aus Prüm auf (Vater und Sohn), die ich bis zur ersten Kontrolle begleiten sollte.
Es ging weiter über Emmels, Rodt, Hinterhausen, Kapellen und Commanster, wobei die Strecke einen welligen Charakter ähnlich dem Bergischen Land aufwies.
Also kleinere, nicht allzu lange Anstiege abwechselnd mit entsprechenden Abfahrten.
Als einen der wenigen größeren Orte durchfuhren wir nun Vielsalm, um anschließend aufzusteigen bis hin zur 1. Kontrolle in Goronne. 

Hier würde man von einer gemütlichen Kontrolle begrüßt, wo es neben Riegeln, Bananen, Tee und Wasser auch mit Ardenner Schinken belegte Brote gab. Wer wollte, konnte auch noch einen Obstler „mitnehmen“ ...

Musikalisch garniert wurde das Ganze mit Adamo aus dem Radio. 

Danach ging mit den beiden Begleitern weiter los, jedoch sprang am nächsten Anstieg meine Kette ab, so dass ich sie doch verlor. Egal – die Strecke konnte man auch gut ein Stück alleine genießen. Die typischen Häuser in den Dörfern mit Steinverkleidung sehen einfach toll aus.

So gings dann weiter via Joubiéval, Langlire, Montleban nach Cherain. 

Hier bestaunte ich die Kanone aus den letzten Krieg auf dem Dorfplatz, um prompt den nächsten Pfeil nicht genau anzusehen. Das wurde sofort mit 15 Extra-km bestraft. Hab so auch auf dieser Fehlstrecke einen Tross mit 3 asiatischen Geländewagen bewundern können, der anscheinend einen verkleideten Erlkönig enthielt. 

Zurück in Cherain fuhr ich nun weiter über Rettigny, Gouvy zur 2. Kontrolle am Lac Cherapont. Die Strecke war auch weiterhin der reine Genuß – verkehrsarm bis –frei und dazu schnuckelige Dörfer und herrliche Landschaften. 

Am Lac Cherapont war auch die Streckentrennung zur 70er-Strecke und die 2 Kontrolle. Auch hier wurden wir mit Musik empfangen. Neben der „üblichen“ reichhaltigen Verpflegung gab’s Reiskuchen; eine Art Teilchen mit Milchreis drin – lecker !

Inzwischen war es ordentlich warm geworden, so dass ich ordentlich Flüssigkeit nachtanken musste. 

Jetzt ging es in Richtung Luxemburg. Den Grenzwechsel erkannte man zunächst nur an den anderen Nummernschildern der parkenden Autos und etwas andere Hausfarben. Auch der Straßenbelag wurde einen Tacken besser.

Die Strecke führte weiterhin über Limmerlé, Haut Bellain, Huldange, Goededange, Wilwerdange nach Binsfeld.

Da ich mich schon lange nicht mehr verfahren hatte, musste ich hier noch mal einige Extrakilometer und Höhenmeter einbauen – man sollte vielleicht berufliche Problemstellungen doch im Auto lassen ...

Bei der Rücktour musste ich sogar noch mein Schulfranzösisch ausgraben, um den Rückweg zu erfragen – vielleicht der schwierigste Part an diesem Tag ;)

Schon zwei Ausflüge – dabei sollte es nun jedoch bleiben.

An der (wirklich guten) Ausschilderung lag es eindeutig nicht – sondern an meiner eigenen Zerstreutheit! 

Von Binsfeld ging es runter nach Rossmühle, wo die 100er Strecke abging und ich von einer Trierer Truppe überholt wurde. Die nächsten Kilometer ging es mehr oder minder durch ein Tal vorbei an Clervaux und Draufelt, so dass ich im Windschatten dieser flotten Truppe etwas die Beine hochnehmen konnte.

Hinter Draufelt kam dann der erste ernsthafte längere Anstieg dieses Tages, wo sich die Truppe nach und nach zerbröselte.

Über Munshausen kamen wir oben an in Marnach, wo die 3. Kontrolle mit reichhaltiger Verpflegung aufwartete. Hier war auch eine Tankstelle – man ist der Sprit günstig in Luxemburg ...

Hier sammelte sich der Trupp wieder – ich sollte jedoch die weitere Strecke mehr oder minder mit lockeren Kontakt zu anderen Fahrern weiterfahren.

Nun ging es wieder rasant runter zum Flüßchen Our, die im Grenzstädtchen Dasburg überschritten wurde. Sofort kam der nächste lange Anstieg rauf zur Eifel der Prümer Gegend. Dieser Part war wohl die verkehrsreichste Strecke auf der Tour – es hielt sich aber noch in Grenzen.

Die nächsten gut 20 Kilometer wurden nun auf deutschen Gebiet gefahren. Auch hier war es bald wieder ruhig und wunderschön.

Passiert wurden Dahnen, Sevenich, Harspelt, Lützkampen, um dann wieder westwärts in Richtung Belgien zu schwenken.

Die letzte Kontrolle war dann direkt an der Grenze, wo anschließend wieder die Our überschritten wurde. Frisch gestärkt konnte ich dann den Rest der Strecke in einer Gruppe von 3 flämischen Belgiern und einer Begleiterin aus Trier fahren, die ein ruhiges Tempo fuhren, das mir bei der Hitze ganz recht kam.

Die letzten Stationen verliefen über Weweler, Burg-Reuland, Oudler, Maldingen, Barunlauf und Crombach.

Auf den letzten Metern nach St. Vith wurden dann doch noch ein paar Kuppensprints ausgetragen um dann zum Ziel einzurollen.

Aufgrund meiner Ausflüge hatte ich dann 175 km und 2.100 hm auf der Uhr – egal bei einer solch schönen Tour!

Im Ziel hab ich dann noch Stefan von den Kettwigern getroffen, der auch von dieser Tour sehr angetan war.

Fazit:

Eine der schönsten Touristiken, die ich bisher gefahren bin.

Alles stimmte: Top Organisation und gute Ausschilderung runden die wunderschöne Strecke ab. Dazu etwas internationales Flair, da man neben deutschsprachigen Fahrern auch flämische und wallonische Fahrer im Feld hören konnte.

Diese Tour werde ich sicherlich noch mal fahren!

 Frank Hartfeld

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