RTF, Radmarathon, Pässe und mehr

RTF Paderborn (Saisonabschluss)
 

Tourname: "Windpark RTF"
Startort: Paderborn
Verein: RG Paderborn
Tourlänge: 41, 71, 114 km
Höhenmeter: 1200 hm

 

 

 
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Paderborn 2007

Die "Windpark-RTF" startet bei einem Schulzentrum am Paderborner Stadtrand und führt, wie der Name schon sagt, durch die hügelige Region südöstlich Paderborns wo im vergangenen Jahrzehnt große Mengen an Windkraftanlagen aufgestellt wurden. Das soll allerdings nicht heißen daß es die ganze Zeit nur zwischen Spargelstangen mit Windrädern oben dran hergehen würde.

Die Gegend hat auch sonst einiges fürs Auge zu bieten, z. B. nette Flußtäler und von den Kammhöhen schöne Ausblicke übers Land. Und in der Gegend gibt es viele verkehrsarme Straßen und gut fahrbare asphaltierte Wirtschaftswege. Also ein sehr nettes Gebiet zum Radfahren.

Der ausrichtende Verein, die Radsportgemeinschaft Paderborn, hat auch in diesem Jahr auf die bereits bewährte Streckenführung gesetzt. "Bewährt" heißt insbesondere auch daß sich seinerzeit bei der Ausarbeitung der Strecke mal jemand sehr viel Mühe gegeben hat, möglichst viele Taleinschnitte quer zu nehmen und das gern auch mal mit etwas deftigeren Rampen.

Es gibt ein paar Steigungen bis an die 15 % auf 20-70 Höhenmetern, am längsten 10-%er sind ungefähr 130 Höhenmeter zu erklettern. Mit dem Höhenprofil und der Qualität der Anstiege dürfte diese RTF hier in der Region die anspruchsvollste Veranstaltung sein, auch wenn keine 150er-Runde angeboten wird.

288 Starter gehen heute ab 10 Uhr auf die Strecke. Die Anmeldung ist gut organisiert, quasi keine Wartezeiten. Für Trimmfahrer kostet der Spaß 5 Euro plus nochmal 5 Euro als Nummernpfand.

Der Start erfolgt wegen behördlicher Auflagen in sehr kleinen Gruppen zu ca. 15 Fahrern im Abstand von ein paar Minuten. Eigentlich unverständlich, denn nach zwei Ampeln und weniger als 1.5 km Fahrstrecke ist das Stadtgebiet Paderborns schon verlassen und es geht erstmal zwischen den Feldern hindurch nach Bad Lippspringe.

Der Kurort wird aber nur am Rand gestreift und Richtung Osten wieder verlassen. Auf dem Weg nach Neuenbeken gibt es den ersten dezenten Hügel. Von dort geht es durchs Beketal weiter und unter dem sehenswerten, großen Eisenbahnviadukt hindurch nach Altenbeken. Dort ist an der Eggelandhalle bereits nach etwa 20 km die erste Kontrolle erreicht. Ich hole mir nur einen Stempel und fahre sofort weiter.

Ab Altenbeken wird es dann spürbar hügeliger. Zunächst geht es hoch nach Buke, dann wieder runter nach Schwaney, dann wieder hoch bis zum ersten Höhenmaximum bei Herbram Wald. Von dort in rasanter Abfahrt nach Asseln, wieder hoch nach Hakenberg, anschließend wieder deftige Abfahrt nach Lichtenau, wo die 70er-Strecke abzweigt. In diesem Abschnitt stehen viele von den Windrädern, die der RTF als Namenspatron stehen.

Über einen weiteren kleinen Hügel geht es wieder raus aus Lichtenau ins Altenautal, wo die Altenau bei Husen gequert wird. Weiter geht es mit Richtungswechsel zunächst auf einem Wirtschaftsweg vorbei an einem Staubecken und dann weiter auf einer einer alten, abgeschnittenen Straße mit leichter Aufwärtstendenz. Bald darauf ist Dalheim erreicht, die Route führt direkt auf die liebevoll restaurierte alten Klosteranlage zu um kurz davor dann abzubiegen. Hinter Dalheim werden wir dann wieder auf einen Wirtschaftsweg geschickt, wo dann der Anstieg nach Helmern lauert. Es geht ziemlich frontal mit Steigung bis geschätzt 15 % bergan. Laut Höhenprofil des Veranstalters ist bei Helmern auch das "Dach" der Tour mit einer Höhe von 386 Metern erreicht. Entsprechend geht es nun erstmal wieder abwärts, hinter Haaren ist dann in einer kleinen Talsenke die zweite Kontrolle ungefähr bei Kilometer 64 erreicht.

An dieser Kontrolle halte ich mich ebenfalls nicht lange auf. Ein kurzer, knackiger Anstieg führt aus der kleinen Talsenke wieder heraus, dann dominiert wieder die Abwärtstendenz bis das Altenautal bei Etteln zum zweiten Mal erreicht ist. Die Strecke bleibt nur wenige hundert Meter im Tal. Noch in Etteln geht es auf der anderen Talseite wieder bergan, zunächst mit eher deftiger Steigung an die 10 %. Oben dann nur noch
leichte Steigung zwischen den Feldern durch, anschließend über eine Serpentinenabfahrt wieder talwärts nach Ebbinghausen. Und auch hier geht's sofort wieder bergan, ungefähr 130 Höhenmeter mit an die 10 % Steigung sind es diesmal.

Danach werden die Hügel merklich flacher, ungefähr bei Kilometer 90 ist dann in Iggenhausen die letzte Kontrolle erreicht. Über Herbram, den Urenberg, Dahl und Benhausen geht es dann zurück nach Paderborn. Auf den letzten Kilometern kommt dann nochmal richtig Tempo auf dann es bleiben nach dem letzten Anstieg an die 150 Höhenmeter die bis zum Ziel noch vernichtet werden wollen.

Am Ziel gibt es zwar eine angeblich schon gut geplünderte, aber immer noch attraktive Kuchentheke. Ausklang der Tour dann mit Kaffee, Kuchen und einigen netten Gesprächen.

Insgesamt war es schön diese RTF wieder gefahren zu sein. Für mich bringt sie zwar landschaftlich nichts neues weil ich ohnehin häufiger in dieser Gegend fahre und die Strecken kenne. Aber die Stimmung bei dieser Tour ist gut und die Organisation stimmt auch. Und mit dem Wetter hatten wir richtiges Glück. Es war durchgehend sonnig, es gab nur wenig Wind, allerdings war es leider auch in der Sonne nicht wirklich warm und im Schatten gelegentlich ziemlich kühl.

An den Kontrollen gab es als Verpflegung Bananenhälften, Zitronentee und die typischen "RTF-Waffeln". In Altenbeken möglicherweise noch andere Dinge, dort habe ich nicht so darauf geachtet. Im Gegensatz zur ebenfalls ab Paderborn stattfindenden Libori-RTF also ein eher pragmatisches Verpflegungsangebot, aber völlig ausreichend.

Mit Wegweisern wurde bei der Beschilderung nicht gegeizt, fast jeder Richtungswechsel war doppelt beschildert. Entweder als Vorankündigung und dann am Abbiegepunkt oder am Abbiegepunkt und kurz darauf eine Quittierung. Wie ich nach der Tour erfahren habe gab es auf dem Abschnitt Lichtenau-Husen allerdings das Problem, daß ein zunächst straßenbegleitender Radweg, der später selbständig geführt wird, nicht bei der Beschilderung berücksichtigt wurde. Vorgesehen war dem Verlauf der Straße zu folgen. Fahrer, die den Radweg nutzten, konnten so von der Strecke abkommen. Das hat wohl auch den ein oder anderen kleinen Verfahrer zur Folge gehabt.

Abgesehen von der Wegweisung gab es an einigen Abfahrten, bei denen man blindlings ins Verderben rasen könnte, Warnschilder.

Erwähnenswert bezüglich der Streckenführung ist noch, daß es eigentlich so gut wie nie Stellen gibt wo man durch "kantige" Wegführung ausgebremst wird. Das gibt es ja leider allzu häufig bei anderen RTFs die über Wirtschaftswege geführt werden. Man merkt an der Streckenführung der Windpark-RTF deutlich, daß der veranstaltende Verein eher rennorientiert ausgerichtet ist. Die Tour läßt sich extrem bremsbelagschonend fahren.

Fazit:

sehr empfehlenswert. Eine anspruchsvolle RTF für Leute, die keine Angst vor Hügeln und steileren Anstiegen haben. An der 115er-Runde hat man mehr zu beißen als an mancher 150er andernorts und bekommt als Belohnung eine Menge schöner Landschaft zu sehen, die Streckenführung ist sehr gut gewählt. Ein Nachteil dieser Tour ist allerdings, daß durch den Häppchenstart und das Höhenprofil kaum größeren Gruppen entstehen. Man muß damit leben können, ggf. auch mal einige Abschnitt fast allein unterwegs zu sein.

Daniel Rödding

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