RTF, Radmarathon, Pässe und mehr

RTF Mehlingen
 

Tourname: RTF "Rund um den Donnersberg"
Startort: Mehlingen
Verein: RV Vorwärts Mehlingen
Tourlänge: 41, 73, 111 km
Höhenmeter: 1100 hm

 

 

 
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Mehlingen 2005,

Mehlingen fahre ich mit dem Rad an. Bei Hellwerden (naja, es nieselt leicht, so richtig hell wird es nicht) fahre ich ins Eistal nach Eisenberg und Ramsen und dann über den Stumpfwaldpass, einen bewaldeten Anstieg von 1,5 km Länge. Den Teilnehmern von Rodenbach und Göllheim dürfte er bekannt sein.

Nach 23 km erreiche ich den Abzweig, an dem ich in die Strecke einbiege. Hier halte ich an und nehme die Höhenmeter bis zu diesem Punkt. Über Enkenbach rolle ich dann nach Mehlingen zum Start.

Es hat praktisch zu regnen aufgehört, und nun geht doch der eine oder andere Fahrer auf die Strecke. Diese überquert die B40, die zu dieser Tageszeit noch verlassen daliegt, und führt über Baalborn in den ersten Anstieg der Strecke, nach Otterberg. Wie immer am zweiten Tag des Wochenendes, gehen meine Beine etwas zäh.

Trotzdem überhole ich hier den ersten und einzigen Fahrer des Tages, einen alten Herrn auf einem Tourenrad, der den kleinsten Gang eingelegt hat und unverdrossen kurbelt. In Otterberg geht es steil abwärts, mit einer Linkskurve am Ende. Hier hat vor Jahren ein Fahrer versucht, mit der Stirn den Randstein zu spalten. Der Randstein blieb ganz, der Helm nicht ...

Die Strecke geht nun ein Tal leicht aufwärts, steigt dann stärker. Der letzte halbe Kilometer wird steil, dann rolle ich nach Höringen. Aber so recht rollen will es nicht. Der steife Wind kommt mir entgegen. Es geht nun immer abwärts bis zur Streckenteilung, aber ich muß treten, um nicht rückwärts zu fahren. Nach der Teilung steigt es wieder. Der Anstieg ist lang, teilweise mit 10%, es geht auf über 400 Meter. Aber wir sind im Wald. Der Wind ist nur akustisch zu spüren, als Rauschen über den Bäumen. Oben geht es aber ein Stück über die Fläche, da heißt es wieder Treten. Schon in der Abfahrt, in Dörrmoschel, die erste Kontrolle.

Es geht nun durch ein Seitental der Alsenz hinab, immer gegen den Wind. Bei Obermoschel treffen wir auf eine stärker befahrene Straße. Der autofahrende Teil der Bevölkerung ist nun auch aktiv, zum Glück geht das nur für wenige Kilometer so. Bei Alsenz komme ich aus dem Wind, dafür wieder in den Berg. Der Bergrücken zwischen Alsenztal und Appelbachtal wird gequert. Eine schöne Abfahrt, und wir sind im Tal bei K2.

Das "Appetälche" aufwärts zu fahren, kann eine böse Angelegenheit sein, wenn der Wind entgegenkommt. Heut aber kommt er von hinten, ausgleichende Gerechtigkeit. Es geht mit Schwung das Tal hinauf, bis wir in die Straße von Rockenhausen her einmünden und nach Mariental kommen. Der Donarsberg (Donnersberg), höchster und zweitheiligster Berg der Pfalz, hüllt sich in eine Nebelmütze, aber von oben ist es trocken und wird nun sogar etwas warm, daß ich bergauf die Windjacke öffne. Eigentlich könnte ich sie ausziehen, aber ich habe den richtigen Moment verpasst und bin darunter geschwitzt. Das tut beim Abfahren nicht gut.

Aber jetzt geht es aufwärts. Die Steigung ist vom Hettenleidelheimer Marathon her bekannt und führt zum Hotel Bastenhaus auf fast 500 Meter. Der höchste Punkte der Strecke ist erreicht. Es geht abwärts, nach Dannenfels, wo ich ein uralte Freundin von mir begrüsse (Bild wird nachgeliefert) und weiter abwärts bis ins Zellertal. Gewissensfrage, soll ich in Dreisen ausbiegen? Von hier sind es nur 15 km nach Grünstadt, 115 habe ich schon hinter mir. Oder soll ich die Runde schliessen?

Zwei Kilometer weit geht es auf der Zellertalstraße kerzengerade von Dreisen nach Standenbühl. Auch das ist fies zu fahren, wenn der Wind von vorn kommt, aber nun habe ich ihn von der Seite und wieder von hinten, wo es Richtung Stumpfwald geht. Rodenbach und Göllheim fahren diese Strecke umgekehrt, sie ist bewaldet und hat einige kürzere Anstiege. Kurz vor Sippersfeld die Überraschung: den habe ich doch schon einmal überholt? Derselbe alte Herr, unverdrossen kurbelnd. Er ist offenbar die 70 gefahren. Respekt!

In Sippersfeld biegen Fahrer von Börrstadt her ein: sie haben sich verfahren und beklagen zuwenig Schilder. Ich erinnere mich, zwischen Otterberg und der ersten Teilung hing nicht ein Schild, über zehn Kilometer weit! Auch wenn es an den Einmündungen immer geradeaus ging, kann man das beschildern, denn nicht alle Fahrer sind ortsbekannt. Man muß aber auch sagen, daß ich in Gaugrehweiler halten und ein Schild korrigieren musste. Bösarige Eingeborene hatten es verdreht. Das gibt es leider überall.

Beim Stumpfwalddreieck habe ich die Runde geschlossen und fahre über Eisenberg nach Grünstadt zurück. Der Lohn fürs Durchfahren kommt auf der Stelle: der Körper schüttet Endorphin aus, ich trete und mir geht es gut. Nach 153 km bin ich zuhause, nun sind die Kohlehydrate ziemlich aufgebraucht. Aber das passt nun.

Fazit:

Eine schöne, deftige Strecke. Die Schilderdichte könnte stellenweise etwas erhöht werden. Die Kontrollen bieten Obst und Tee, das ist im Südwesten üblich. Der Veranstalter hätte besseres Wetter verdient. Und vielleicht lässt er sich überreden und bietet vier Punkte an? Es würde sich realisieren lassen, indem man die kleine Strecke anhängt. Posten vier müsste dann etwas länger durchhalten, ansonsten müsste der Verein nur ein weiteres Teilungsschild malen und ein vorhandenes ergänzen.

Manfred Kiesel

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