RTF, Radmarathon, Pässe und mehr

RTF Mandern
 

Tourname: RTF Mandern
Startort: Mandern
Verein: RC Bike Mandern
Tourlänge: 41, 73, 111, 151 km
Höhenmeter: 1400 hm

 

 

 

 
RTF Mandern 110 km auf einer größeren Karte anzeigen

 

 

Mandern 2007,

Allgemeine Daten:
RTF Mandern/Hunsrück
Gefahrene Strecke: 112 km
Alternativstrecken: 41, 76, 153 km
Strecke: schwer
Verkehr: gering
Landschaft: sehr schön
Ausschilderung: gut
Verpflegung unterwegs: gut
Verpflegung im Ziel: sehr gut
Duschen: gut
Organisation: sehr gut
Tour insgesamt: sehr gut 

Der Wettergott hatte sich erbarmt. Der angekündigte Regen war alle vorher gefallen. Und so meldete ich mich kurz nach 7 Uhr bei bedecktem Himmel und für die Jahreszeit zu kühlen Temperaturen (12 Grad) am Start an. Als ich dann losfuhr, bekam ich doch ein mulmiges Gefühl. Denn wenn bei anderen RTFs auf dem Parkplatz Hochbetrieb herscht, war in Mandern noch gähnende Leere. Und dazu veranstaltete der Verein auch noch eine CTF! 

Die Homepage des Veranstalters versprach eine schwierige Strecke. 1425 Höhenmeter waren angekündigt. Und diese Erwartungen wurden erfüllt.

Nach den ersten 25 Kilometer auf Nebenstraßen und Radwegen durch die wellige Landschaft gingen nach der ersten Kontrolle in Dhronecken die Herausforderungen los. Ab auf einen geteerten Waldweg, der 500 Höhenmeter pausenlos anstieg und nach 12 Kilometern auf dem Erbeskopf, der höchsten Erhebung von Rheinland-Pfalz, endete. So hatte ich nach 38 Kilometern bereits 750 Höhenmeter absolviert und fühlte mich wie ein Tour-de-France-Fahrer nach Hinauffahrt auf den Galibier. Und warm geworden ist mir auch dabei.

Aber wo es rauf geht, sollte es auch wieder runtergehen. Die RTF führte jetzt durch den Wald auf wenig befahrenen Nebenstraßen nach Westen, bis ich nach 60 km bei der Kontrollstelle Otzenhausen die Grenze ins benachbarte Saarland passierte.

Da ich die Gegend kenne, mißtraute ich den Ausführungen des Helfers: "Bis zur nächsten Kontrolle kommen keine großen Steigungen mehr". Doch er hatte recht, ich allerdings auch, denn viele viele kleine Steigungen, mal 100 Meter, mal auch nur 20 Meter lang kosteten viele viele Körner.

So passierten wir den Bostalsee, ein Naherholungsgebiet für das nördliche Saarland, und fuhren über Primstal nach 90 km zur Kontrolle bei Schloß Dagstuhl/Wadern. Hier stärkte ich mich ordentlich, denn mein Höhenmesser versprach mir für die letzten 20 Kilometer noch 400 Höhenmeter. Entgegen meinen Erwartungen ging es nach einer kurzen Steigung flach weiter.

Als ich dann Wadrill erreichte und die RTF in Richtung Grimburg ausgeschildert war, überkam mich eine Ahnung: Ging letztes Jahr die Losheimer RTF nicht hier durch, und zwar in Gegenrichtung? Bis Du da nicht hinter Grimburg einen Streckenteil runtergefahren mit den Gedanken: "Gut, daß du hier runter- und nicht rauffahren mußt?".....

Kurze Rede: Es war dieser Streckenabschnitt, und jetzt strampelte ich mich da hoch, wo ich es letztes Jahr einfach laufen ließ. Nach drei Kilometern war ich in Grimburg, und nach einem weiteren Kilometer auf der Höhe. Ein solcher Anstieg am Ende der RTF mobilisiert alle Kräfte, die man noch hat oder zu haben glaubt.

In Kell, drei Kilometer vor dem Ziel, war für die Unentwegten dann die Streckenteilung für die 153 km. Gar nicht schlecht, denn zu diesem Zeitpunkt fühlt jeder, was er schon geleistet hat und ob noch etwas geht. Zumal bei der anspruchsvollen Strecke. Aber da ich kurz vorher einen heftigen Krampf im Oberschenkel hatte und mich doch ziemlich geschafft fühlte, fuhr ich lieber ins Ziel.

Dort wurde ich von von einer tollen Essensauswahl überrascht. Für die 65 RTFler( Kein Tippfehler! Mehr waren es leider nicht!), die sich auf die 4 Strecken verteilt hatten, und die 165 Mountain-Bike-Fahrer gab es neben den üblichen Würstchen Schwenkbraten, Geschnetzeltes mit Spätzle, Rühreier mit Speck, 4 Salate... und - für mich das wichtigste überhaupt!- alkoholfreies Weizenbier.

Nach einer RTF mag ich kein Wasser und keine süßen Getränke sehen. Normales Bier, wenn ich nach der Anstrengung noch Autofahren muß? Dann ist Erdinger Alkoholfrei die beste Alternative!

Ein Wort zum ausrichtenden Verein: Man kann über den Idealismus der Mitglieder nur staunen. 20 aktive Mitglieder, dazu noch ein paar inaktive, und diese Handvoll kommt im vergangenen Jahr auf die Idee, in 2006 neben der schon länger organisierten CTF noch eine RTF durchzuführen, wobei diese landschaftlich attraktiv und mit viel Liebe zusammengestellt worden ist.

Nachdem im Vorjahr die Teilnehmerzahl mit 50 trotz besserem Wetter niedriger war als heuer, konnte man mit den 65 Teilnehmern - davon 52 Fahrer über die beiden langen Strecken - sogar zulegen. Bei guten Wetteraussichten wäre die Zahl der Teilnehmer sicher höher gewesen. 

Liebe Manderner, Eure RTF ist toll. Gut ausgeschildert durch eine herrliche Landschaft geführt zu werden ist einfach ein Genuß. Bitte nächstes Jahr wieder. 

Liebe RTFler: Wenn es irgendwie geht, belohnt die Manderner im kommenden Jahr mit Eurer Anwesenheit. Denn sie haben es verdient.

Kleiner Verein - große Leistung. Hut ab!

Christoph Stein

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