RTF, Radmarathon, Pässe und mehr

RTF Klimmen-Banneux-Klimmen
 

Tourname: RTF Klimmen Banneux Klimmen
Startort: Limburg (NL)
Verein: Klimmen
Tourlänge: 130 km
Höhenmeter: 1900 hm

 

 

 
RTF Klimmen Banneux Klimmen 130 km auf einer größeren Karte anzeigen

 

Klimmen (NL) 2007,

Diese "Tourtocht" startet – wie es diese Bezeichnung schon vermuten lässt – in den Niederlanden; genauer in Limburg nahe Valkenburg.  Aufgrund einer Empfehlung in einem einschlägigen Internet-Forum hab ich mir diese anspruchsvollere Tour rausgesucht, da es hier auf 130 km immerhin 1900 Höhenmeter zu bewältigen gilt. 

Was gleich auffällt – eine Tourtocht läuft anders ab, als eine deutsche RTF:

Ich war wohlweislich „vorgewarnt“ durch belgische Veranstaltungen gleich mal eine gute halbe Stunde nach dem Startschuss eingetroffen, und richtig kalkuliert: Auch hier knubbelt sich nicht alles zur allerersten Startzeit, nein: Nach und nach treffen die Teilnehmer ein und nehmen dann die Strecke in Angriff.  Bei mehr als 2000 Teilnehmer ist dies als gewaltiger Vorteil zu werten.

Was gleich auffiel – es sind (fast) keine Deutschen unterwegs! Ich habe während der ganzen Zeit nur einen Trupp der „Grenzlandfahrer“ gesehen – auf meinem Parkplatz war ich das einzigste deutsche Kennzeichen; und dass, obwohl Klimmen nur wenige Kilometer hinter der Grenze liegt! 

Die Anmeldung kostet 7 €, was ich für OK halte. Die Strecke war sogar durchgehend mit orangen Pfeilen ausgeschildert – ansonsten gibt es wohl auch bei anderen Veranstaltungen die „Markierung auf Straße“-Variante. Wer jetzt Angst hat, dass man bei diesem „plätschernden“ Startverhalten keine schnellen Gruppen mitbekommt – keine Sorge, es gab immer wieder solche Gruppen, die an mir vorbeizischten. 

Also ging ich um kurz nach 8:00 Uhr an den Start. Zunächst ließ ich es was flotter angehen – nach dem gemütlichen Radmarathon in Herne am Vortag mit meinen Vereinskollegen wohl eine Übersprungshandlung. Im Verlauf der Veranstaltung sollte der Schnitt jedoch immer mehr absinken. Schon kamen einige flotte Gruppen vorbei – die ich auch die ersten 20 km noch halten konnte.

Bei den ersten ernsthaften Steigungen hielten die Mitfahrer jedoch dermaßen rein, dass ich reißen ließ. Auch die folgenden Gruppen fuhren mit erheblichem Stoff, so dass ich eigentlich permanent überholte wurde. Letztes Wochenenden bei dem 400er Brevet von Wachtendonk waren wir noch in das Jedermann-Amstel-Gold geraten. Da waren wir wohl doch in die Grupetto-Fraktion geraten: Diesmal gaben die Holländer ein vollkommen anderes Bild ab: Schnelle Leute ohne Ende. 

Das Profil war, wie zu erwarten, ein ruppiges Auf und Ab. Nachdem wir die Grenze nach Belgien überschritten hatten kam auch noch der charakteristische Straßenbelag hinzu: Die Straßen waren doch in einem rauen und teilweise löchrigem Zustand. Das Hinweisen auf Schlaglöcher und Hindernisse in den Gruppen war eher unüblich, also galt es verstärkt die eigenen Augen offen zu halten!

Auf dieser Tour werden auch belebtere Ecken angefahren, so dass immer mit Verkehr und Ortsdurchfahrten zu „kämpfen“ war. Trotzdem war die Frühlingslandschaft bei sommerlichen 31 Grad einfach ein Genuss. Eine Reihe von Gefahrenpunkten waren durch Helfer mit Fähnchen abgesichert, wobei diese ggf. auch den Verkehr aufhielten, was die Autofahrer auch ohne erkennbares Murren mitmachten. Insgesamt waren die Autofahrer auch erheblich geduldiger, als man es von den deutschen Schumis so kennt. 

Zur Hälfte – nach 65 Kilometer – erreichte ich die erste Kontrolle bei Banneux. Gegen einen roten Coupon, den man bei der Anmeldung erhalten hatte, bekam ich ein Versorgungspaket mit Rosinenbrötchen, Schokoriegel, Erdnussriegel und Banane überreicht. Zusätzlich gab es eine kleine Flasche (0,25) Isogetränk. Zum Glück hatte ich zwei volle 0,75-Wasserflaschen dabei, sonst wäre es bei den Temperaturen doch knapp gewesen. 

Nach der Kontrolle gab das Feld ein etwas anderes Bild ab: Ich wurde nicht mehr permanent überholt, sondern konnte sogar den ein oder anderen Mitfahrer „einkassieren“. Trotzdem gab es noch schnelle Gruppen...

Kurze Zeit nach der ersten Kontrolle kam auch das „Highlight“: Der Anstieg bei Cornesse, der schon auf der Internetseite der Veranstalter mit 18% ausgewiesen war. Zum Glück hatte ich dies gelesen und vorsorglich meinen 29er-Kranz aufgelegt  

Auch weiterhin ging es auf und ab, jedoch war dies eigentlich ganz gut zu bewältigen. Bei den Temperaturen hatte ich nur die Befürchtung, dass mein Wasservorrat nicht reichen würde. Zum Glück kam bei Kilometer 100 die zweite Kontrolle in Val Dieu mit ausreichend Wasser bzw. Isogetränk im Angebot!

Die letzten gut 30 Kilometer konnte ich mich nun locker in eine Gruppe einklinken, die sogar ab und zu Handzeichen und Warnungen durchgaben. Mit Hilfe dieser Gruppe war es zum Glück auch ein Leichtes, ein fehlendes Schild zu überbrücken – sie kannten den Weg.

Insgesamt war es jedoch eine wenig unterhaltsame Veranstaltung, da man kaum mit den Mitfahren ins Gespräch kam. Ein Grund hierfür ist sicherlich auch der rege Ausflugsverkehr, der ein sehr konzentriertes Fahren verlangte.

Fazit:

Mal eine ganz andere „Welt“ – nicht zu vergleichen mit den beschaulichen deutschen RTFs mit ihrem
„alle 30 km-Kontrollen“, RTF-Waffeln und „leckerem“ RTF-Tee.

 Die Niederländer scheinen – zumindest bei dieser Veranstaltung – die sportliche Herausforderung in die Fordergrund
zu stellen – hier ging es bei fast allen eher zur Sache, d.h. es wurde oft am Anschlag gefahren.

Insgesamt war es jedoch eine erfrischend „andere“ Veranstaltung: Die ein oder andere Tourtocht werde ich
sicherlich immer mal wieder einbauen, um den RTF-Alltag zu verlassen.

Frank Hartfeld

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