RTF, Radmarathon, Pässe und mehr

RTF Hoven
 

Tourname: RTF Hoven
Startort: Hoven
Verein: RTC Staubwolke Hoven
Tourlänge: 41, 73, 111, 153 km
Höhenmeter: 810 hm

 

 
RTF Hoven 150 km auf einer größeren Karte anzeigen

Hoven 2005,

Ich muß mit der Vorgeschichte beginnen. Samstag, ca. 7:30, A61, irgendwo im Hunsrück. Von einer Sekunde zur anderen hört der Motor von V8's Auto auf zu ziehen. Alle Warnlampen gehen an. V8 rollt auf dem Standstreifen aus. Anruf beim Pannenservice der HUK, Abschleppen in eine Werkstatt in Koblenz. Noch während des Transports die Nachricht, daß ein Leihauto in Koblenz zur Verfügung steht. Erster Verdacht Zahnriemen, alles Weitere wird sich noch ergeben. So schnell das erzählt ist, es hat doch zweieinhalb Stunden gekostet.

So kommt es, daß ich in Düren erst um 11:38 Uhr am Startstempel stehe, eigentlich viel zu spät für die große Strecke. Meine selbstbewußt vorgetragene Ankündigung, trotz meines Pechs auf jeden Fall die 153 km fahren zu wollen, erntet Beifall für die Einstellung, mehr zunächst nicht.

Zur K1 rolle ich mit einer Gruppe aus Rodenkirchen, die sich dort verabschiedet. Der Wind kommt in dieser Phase weitgehend von hinten. Ich erzähle mein Mißgeschick und mein Vorhaben. "O weh, das wird nicht gehen. Das wird ja 18 Uhr!". Ja, wird es wohl.

Weiter zur K2, jetzt allein, wie fast immer. Es ist flach und rollt. "Ja, das klappt noch. Du kannst ruhig fahren", heißt es dort. Und weiter Druck! Ich habe schon zwei Teilungen passiert, mein Ziel ist die dritte. Habe ich die passiert, wird es schon gehen. Kurz davor hupt mich ein Auto an, die Abschilderer! "Du willst die Große fahren?" Will ich. Unbedingt. "Die fangen schon an abzuschildern. Willst Du nicht die 111 fahren? Die ist doch auch schön." Will ich nicht.

Wenn keine Schilder mehr da sind, werde ich mich am Plan versuchen zu orientieren. Aber mir ist klar, daß ich damit dick auftrage. Der Plan enthält viel weniger Details als die Webseite. Aber die Fahrzeugbesatzung merkt wohl, daß ich väterlicherseits von westfälischen Dickschädeln abstamme. "Mal sehen, vielleicht erreichen wir die noch." Nach wenigen Kilometern die Teilung, die Schilder hängen noch, geschafft!

Jetzt geht es in die Eifel. Es hügelt, wie erwartet, und es kommen auch merkliche Anstiege. An die Steinbachtalsperre, und etwas danach hinter Katzvey zum Wildpark Eifel. Die Strecke zickzackt hin und her. Ohne Richtungspfeile hätte ich die exakte Strecke als Fremder nie gefunden. Die Kontrolle ist noch da. Kurz vorher sei jemand aus Frankfurt durchgekommen. Ich habe ihn aber nachher nicht mehr gesehen. Es gibt (wie überall) Tee und Waffeln.

Man entschuldigt sich, es habe belegte Brötchen gegeben, die seien aber alle. Mir ist es peinlich, ich will ja nicht schlemmen, ich will fahrradfahren. Und ich darf fahrradfahren. Allerdings muß ich etwas rausnahmen, das liegt am Anfangstempo. Jetzt hab ich auch einen kräftigen Wind gegen mich. Nach Hergarten geht es nochmal kräftig hoch. Zumindest scheint es so, denn ich sehe fast nichts, es gibt starken Nebel.

Der Rest der Strecke ist dann so, wie von Jedrik beschrieben: Rübenpampa, (nicht ganz) flach und windig. Es geht westlich an Düren vorbei zum Ziel nach Birkesdorf. Wenige Minuten vor den vorhergesagten 18 Uhr rolle ich ein und wäre fast an meinem Mietwagen vorbeigefahren, der mir nicht vertraut ist. Ich bin der Letzte, aber das wußte ich schon. Den symbolischen Sonderpreis für kämperische Einstellung hab ich bei den Hovenern geschossen. Und der Verein bekommt von mir den Sonderpreis, weil er mir trotz der späten Zeit noch ermöglicht hat, die lange Strecke zu fahren. Daumen hoch für den RTC Staubwolke Hoven!

Fazit:

Der mittlere Teil der Strecke darf als landschaftlich ansprechend gelten und sammelt auch etliche Höhenmeter. Davor und danach ist die Landschaft, wie sie ist, die Streckenführung ist weitgehend verkehrsarm, aber windanfällig. Die Versorgung ist (vor allem, wenn man nur Tee und Bananen gewohnt ist) überreichlich, die Geduld und Freundlichkeit der ehrenamtlichen Helfer beispielhaft.

Manfred Kiesel

Drucken

Inhalte, Konzept und Umsetzung: Hermann Dirr, Templates: intwerb.de