RTF, Radmarathon, Pässe und mehr

RTF (Oranretocht) Horst NL
 

1-5 | 6-10 | 11-15 | 16-20

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Tourname: RTF Horst NL (Oranjetocht)
Startort: Horst
Verein:
Tourlänge: 41, 71, 110, 150 km
Höhenmeter: 1300 hm

 

Horst (NL) 2004

Gestern war ich beim Arzt und der erzählt mir doch glatt, dass ich wieder Rad fahren kann. Ich kann es kaum fassen. Vor 6 Wochen hatte er und ein anderer Kollege von ihm noch erzählt 21/2 bis 3 Monate. Jetzt kann ich tatsächlich nach 6 Wochen wieder fahren. Ich konnte es auch nicht mehr aushalten auf dem Dreirrad. Es war einfach zu anstrengend.

Peter hatte Hermann erzählt, er fährt am Freitag Intertofee. Merkwürdiger Tag, scheinbar ein Feiertag in den Niederlanden. Also nichts wie hin. Um 7 Uhr bin ich da und kriege gleich als erstes meine Punkte eingetragen. Sehr praktisch. Die Niederländer haben eine extra Stempelkarte für die Tour. Los geht`s.

Prima Schilder haben sie hier, die kann man gut sehen, denke ich mir. Nach kurzer Zeit geht es rechts rein in einen schmalen Weg und gleich bergauf. Dann kommt nur noch ein Trampelpfad der in Wiese übergeht und ich denke, entweder sind die Niederländer verrückt oder ich habe mich verfahren. Aber da kommt mir ein ganzer Trupp Rennradler entgegen.

Also fahre ich weiter, dann geht die Strecke links ab. Ein schmaler Fußpfad schlängelt sich einen Abhang hinunter und geht weiter durch die Wiese. Ich trage das Rad runter und frage mich wie man hier mir den beliebten Stöckelschuhen für die Lookpedalen runterkommen will. Das ganze ist mir doch zu suspekt. So verrückt können die Niederländer denn doch nicht sein und ich beschließe zum Start zurückzufahren und mir erklären zu lassen wo die Strecke lang geht.

Da stellt sich dann heraus, dass ich die Mountainbikestrecke erwischt habe. Die Strecke für die RennradlerInnen hat nämlich gelbe Pfeile, nicht Rote. Nun also der zweite Versuch und endlich auf der richtigen Strecke. Zwischendurch wundere ich mich immer wieder woher die anderen wissen, wo es lang geht, denn die Schilder erscheinen mir doch etwas spärlich. Nach einiger Zeit komme ich zu einer Fähre. Ein Haufen RadlerInnen steht schon da und wartet.

Wir setzen über die Maas. Die Überfahrt ist im Startpreis inklusive und dauert leider nur 1 bis 2 Minuten und schon sind wir drüben. Da die anderen wie immer zu schnell für mich sind, fahre ich alleine. Schon nach 50km frage ich mich, wie ich denn 150 km schaffen soll. Das Rennrad fahren hatte ich mir doch viel leichter vorgestellt und auch leichter in Erinnerung. Jetzt kommt auch die erste Kontrolle in Innenhof eines Gebäudes mit Toiletten und Sahnetorte.

Das ganze hat nur leider den Nachteil, dass es sehr voll ist und auf Warteschlange habe ich jetzt gar keine Lust. So fahre ich weiter und bedaure, dass ich nicht meine 2. Flasche mitgenommen habe. Unterwegs muss ich leider feststellen, dass man in den Niederlanden zwar tatsächlich von Radwegen sprechen kann, im Gegensatz zu Deutschland, wo es ja nur Fragmente gibt. Aber sie sind eben auch wie bei uns bekannt sehr schlecht, dafür weist die Strasse links neben mir für die Autos nicht die kleinste Delle auf und ist glatt wie ein so genannter Kinderpo. Immer wieder erfreulich das zu sehen, wenn der Radweg fürchterlich rauh ist und mit Wurzeln quer zur Fahrtrichtung übersäht.

Leichte Wellen wurden auch in die Strecke eingebaut. Es geht über Straelen, Hinsbeck, Viersen und Niederkrüchten wieder in die Niederlande. Ca. die Hälfte der Strecke liegt auf unserer Seite. Ich frage einen Niederländer, ob sie lieber in Deutschland fahren, weil das Rennrad fahren in den Niederlanden auf den schlechten Radwegen doch zu unangenehm ist. Aber er meint, man könnte hier sehr gut fahren, man muss nur die guten Strecken kennen. Da hat er bestimmt recht.

Die Strecke ist relativ verkehrsarm und wenn nicht, dafür gibt es ja Radwege. Inzwischen habe ich auch raus, dass auf der Strasse Markierungen aufgemalt sind, denen man wirklich ausgezeichnet folgen kann. Viel besser als mit den Schildern. Die Schilder wurden offensichtlich nur noch zusätzlich angebracht. Wenn Strassen überquert werden müssen, stehen Posten, die das rüberfahren erleichtern. Da haben sie sich wirklich viel Mühe gegeben, denn solche Posten stehen öfter.

Das erinnert mich wieder an die Tour in Unna, bei dem ein toter Radler zu beklagen war und mir kommt der Gedanke, dass mit solchen Posten doch die Überlebenschancen steigen. Unter diesem Gesichtspunkt betrachtet, muss ich aber leider feststellen, dass viele Radfahrer sich doch sehr stark auf ihr Glück verlassen, z.B. bei rechts vor links oder ähnlichen Gelegenheiten. Es geht eben auch sehr oft gut und abbremsen oder anhalten, ist auf die Dauer eben auch sehr anstrengend und wir wissen ja, wer bremst verliert. Dann doch lieber das Leben oder zumindest die Knochen riskieren.

Leider ist mir nicht bekannt, dass bei den Niederländern keine Verpflegung gibt wie bei uns, denn in der Ausschreibung stand etwas von guter Verpflegung. Das Wasser kann man sich auf der Toilette holen, die Verpflegung glücklicherweise nicht. Die gibt es beim Wirt geben Bezahlung. Auch nicht schlecht. Wann wird das bei uns eingeführt, dann freut sich die Gastronomie. Es ist super Wetter und wird immer wärmer.

Wieder finde ich diese flachen Strecken doch nicht so berauschend, besonders bei Gegenwind. Ich quäle mich über die Runden und wundere mich, dass wir nach ca. 90km schon wieder an der Fähre sind. Schon wieder habe ich Glück, die Fähre kommt gerade und ich kann mit rüber. Es stehen endlose Schlangen von Autos und warten.

Nach 111 Kilometern komme ich ins Ziel, bin fix und alle und fahre gleich nach Hause. Ich hätte schwören können, dass ich auf die 150er abgebogen bin. Zu Hause klärt sich das Ganze dann auf. Der Raddurchmesser am HAC ist nicht umgestellt gewesen auf die großen Räder. Morgen wollen wir doch einen Marathon fahren. Wie soll das denn gehen?

Astrid

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