RTF, Radmarathon, Pässe und mehr

RTF Hettenleidelheim
 

Tourname: RTF Hettenleidelheim
Startort: Hettenleidelheim
Verein:
Tourlänge: 41, 71, 111, 151, 200 km
Höhenmeter: 1470 hm

 

Hettenleidelheim 2007

Allgemeine Beschreibung:
Strecke: mittel (1470 hm)
Verkehr: teils gering, teils etwas mehr
Landschaft: sehr schön
Ausschilderung: gut
Verpflegung unterwegs: sehr gut
Verpflegung im Ziel: sehr gut
Duschen: sehr gut
Organisation: sehr gut
Tour insgesamt: sehr gut 

Hettenleidelheim, die große Unbekannte. Seit Jahren veranstaltet der ausrichtende Verein eine RTF mit Marathondistanz, aber Infos im Web: Fehlanzeige.
Hettenleidelheim liegt in der Pfalz, direkt an der Autobahn Mannheim-Saarbrücken und ist gut zu erreichen. Abgefahren von der Autobahn, suchte ich den Start-Zielbereich. Hier fehlte eine Ausschilderung. Also einfach mal durch den Ort gefahren und tatsächlich die Anmeldung problemlos gefunden. Die war am ersten Highlight der Tour, nämlich an einem wunderschönen Dorfplatz unter alten Bäumen.

Hier war neben den Pavillons für die Anmeldung auch zahreiche Tische und Bänke aufgestellt in Erwartung hungriger Radler nach der RTF. Vorausschauenderweise war auch ein Teil der Bänke mit Pavillons überdacht, aufgrund der Wettervorhersage mit kräftigem Regen war dies auch dringend notwendig.

Nach der zügigen Abwicklung der Anmeldeformalitäten führte die Strecke Richtung Norden, wo kleine Orte sowie Landwirtschaft die Landschaft prägen. Bereits nach 8 km die Streckenteilung, die langen Routen ab 151 km rechts, die kürzeren Routen nach links. Viele kleine Hügel sorgten bereits für einige Höhenmeter.

Die Strecke führte am Donnersberg, der höchsten Erhebung der Pfalz, vorbei. Für die Radler, die ihren Marathon mit einer schönen Aussicht krönen wollten, war eine Strecke hinauf ausgeschildert. 10 km hoch und 10 km runter auf der gleichen Strecke, und die Aussichtswütigen waren wieder auf der normalen Strecke.

Die Landschaft änderte sich, die freien Felder verschwanden, statt dessen wurde die Strecke immer bewaldeter. Die 72 und 120er Routen mündeten dann wieder auf unsere Strecke, so daß an der zweiten Kontrolle in Hochspeyer etwas mehr Betrieb war. Danach wieder eine Streckenteilung, die 72 ging ab. Das erste Charakteristikum der Tour in diesem Jahr stellte diese Fahrer dann vor Herausforderungen. Eine Baustelle machte die Strecke unbefahrbar, so daß die Radler ihre Räder ein kleines Stück tragen mußten.

Mich betraf dies (in diesem Moment) wenig. Die Route für die langen Touren führte jetzt über die B48 nach Johanniskreuz hoch. 16 km wenig befahrene Bundesstraße durch den Wald gleichmäßig und relativ gering ansteigend machen eine zügige Fahrt möglich. Durch den Wald läßt sich hier auch bei warmen Wetter angenehm fahren. Nur heute spielte das keine Rolle. Denn es fing an zu regnen, erst nieselte es, und dann schauerte es mächtig, so daß ich anhielt und Regenkleidung anzog. Dieser Regen sollte mich die restlichen hundert Kilometer bis auf ein kleines Stück ins Ziel begleiten.

Auf Johanniskreuz, einem beliebten Motorradfahrertreffpunkt, war die nächste Kontrolle. Hier traf ich auf V8, der dem Regen mit seinen normalen Sachen trotzte. Er fürchtete den Schweiß unter der Regenjacke mehr als die Wassermengen, die ihn von außen einnäßten. Er machte sich ab auf den Marathonteil der RTF, der hier abging.

Es folgte Baustelle nächster Teil. Denn von Johanniskreuz geht es normalerweise ab runter ins Elmtal. Aber in Elmstein wurde die Straße erneuert, und für uns Radler heiß das: weiter bergauf, bis nach ca 4 km eine Nebenstraße nach Iggelbach und weiter ins Elmtal hinter die Baustelle führte. Zuerst bedauerte ich dies, die Strecke im Vorjahr hatte mir sehr gut gefallen, aber der Veranstalter hatte mit der Umleitung das Kunststück fertig gebracht, eine genauso schöne Ausweichstrecke herauszusuchen. Die nächsten 20 km konnte man es hier bergab so richtig rollen lassen und Tempo machen. Nur aufgrund der nassen Straße zog ich es vor, doch etwas Tempo wegzunehmen.

In Frankeneck führte die Strecke dann auf die B 39 von Neustadt nach Kaiserslautern. Hier herrschte leider etwas stärkerer Autoverkehr, der mir nach den bisherigen äußerst ruhigen Streckenabschnitten etwas von meinem Fahrspaß nahm. Eine zusätzliche Verpflegungsstelle für Getränke war auf diesem Abschnitt eingerichtet.

Bei "normalem" Sommerwetter eine tolle Sache, heute nicht unbedingt nötig. Es ging von der B 39 dann ab Richtung Bad Dürkheim, wo dann die nächste Kontrolle aufgebaut war. Wieder änderte die Landschaft ihr Bild. Am Rande des Pfälzerwaldes gab es auf vielen kleine Hügeln wunderschöne Ausblicke über das Rheintal bis hin zum Odenwald, wenn die Wolken mal einen weiten Blick zuließen.

Die Streckenführung ging dann durch ein weiteres Tal wieder berghoch, und es folgte Baustelle dritter Teil. Hier war die Streckenführung wegen einer solchen wieder geändert, und es ging einige Kilometer früher als in den vergangenen Jahren rechts ab Richtung Hettenleidelheim. Als Gewohnheitstier fuhr ich natürlich wie einige andere weiter geradeaus, bis dann in Carlsberg das große Fragen und Suchen losging.

Ein Einheimischer schickte mich dann auf die gesperrte Straße: "Da wird nur ein Rohr quer verlegt, die 20 Meter können Sie das Rad auch tragen" Gesagt getan. Allerdings waren es dann 2 Baustellen, neben dem verlegtem Rohr wurde auch noch eine Brücke neu gebaut, und so schulterte ich zweimal mein Rad und freue mich jetzt auf das Entfernen des Lehms von meinen Schuhen. Die letzten Kilometer waren dann schnell geschafft, im Ziel hörte es sogar auf zu regnen, so daß ich bei Bratwurst und Radler das schöne Ambiente des Zielbereichs genießen konnte. 

Fazit:
Eine landschaftlich sehr schöne RTF, die sich sehr flüssig fahren läßt. Auch die Organisation war top, so daß man kaum etwas verbessern muß.
Ich komme gerne wieder, bis nächstes Jahr.

Christoph Stein

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