RTF, Radmarathon, Pässe und mehr

RTF Düsseldorf Delta
 

Tourname: RTF Düsseldorf Delta
Startort: Düsseldorf Oberkassel
Verein: Düsseldorf Delta
Tourlänge: 41, 71, 111, 151 km
Höhenmeter: ? hm


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Düsseldorf 2006,

Der Tag begann früh am 22.4.2006. Eigentlich stand der Wecker auf vier Uhr, aber um zwei war ich wach und konnte um nichts auf der Welt wieder einschlafen. Als ich doch gerade am einnicken war, war es vier.

Ganz einfach war es nicht, quer durch Düsseldorf den Start zu finden. Einmal bog ich falsch ab, merkte es, fuhr zurück, fand dann den Weg über die Rheinkniebrücke. Vor mir ein Kölner Wagen mit Rennrad auf dem Dach, der fuhr aber anders, als ich mir notiert hatte, und suchte sich selbst durch engste Gassen zum Comenius-Gymnasium. Schließlich war es geschafft und ich konnte mich anmelden. Bekannte Gesichter fand ich zwar in dem Gedränge, aber keins aus dem Forum, so ging ich um halb elf auf die Strecke.

Über Lörick ging es hinaus aus der Stadt und durch Meerbusch. Die Auszeichnung war ohne Tadel, das war auch bitter nötig, denn nach Meerbusch fand ich bis zur Streckenteilung keine der angegebenen Ortsbezeichnungen vor. Büttgen wurde passiert, ohne auf dem Plan zu stehen. Hier verfuhr ich mich kurz, als keine Schilder mehr zu sehen waren, fuhr ich zurück. Da hatte ich nicht genau hingeguckt und prompt einen Pfeil falschrum gesehen. 

Daß bis zur Teilung keine Kontrolle kam, bedeutete, daß die 40er-Kontrolle zum Schuß angefahren wurde. Das ließ angesichts der Massen am Start nichts Gutes erwarten. Weiter ging die Fahrt, häufig auf kleinsten Wegen, durch Neersen zum Anrather Bahnhof, an dem K2 eingerichtet war. Das Verpflegungsabgebot war Standard. Zugleich gab es auch die Teilung, wo die 70er-Strecke abzweigte.

Die Streckenführung war, wie Virenque sagte, positiv, viele Nebenstrecken, gelegentlich auf Radwegen an Straßen entlang. Virenque selbst glaubte ich einmal gesichtet zu haben, als ein Fahrer aus einer Gruppe mir beim Vorbeifahren kurz zunickte, die Gruppe war aber weitergefahren, ohne daß Gelegenheit gewesen wäre, eine Identifierung vorzunehmen.

Bemerkenswert war, daß ich nun Einzelheiten aus dem Streckenplan wiederfand. "Anrather Straße" stand auf einem Straßenschild. Ich fuhr tatsächlich durch Oedt und durch Grefrath. Mittlerweile ging es gegen den Wind und die dritte Teilung wurde passiert. Wankom wurde seitlich liegengelassen, Straelen ebenso. Kilometer um Kilometer lief die Strecke einen Nebenweg entlang, an dem immer wieder einzelne Gehöfte lagen.

Dann ging es auf die Straße zurück, und: "Straelen 1 km" zeigte ein Schild nach rechts. Wir umfuhren den Ort weiterhin, der noch mehrfach angezeigt wurde. Nach 80 km war Halt an K4. Nachdem ich wohl stundenlang keinen Menschen gesehen hatte, stand hier eine große Gruppe. Es gab Riegel, bemerkenswert für drei Euro Startgeld. Angesichts der langen Gegenwindpassage wurde das Angebot dankend angenommen.

Von nun an wurde vorwiegend mit dem Wind gefahren, auch wenn es immer wieder Richtungswechsel gab. Mit Interesse nahm ich wahr, daß Wachtendonk passiert wurde. Dann mussten wir wieder auf der 110er-Strecke sein. Ich erkannte es daran, daß wir K3 berührten, in St.Hubert, einem Ort, der erstaunlicherweise auf dem Plan stand. Ansonsten war der Streckenverlauf nur daran zu erkennen, daß irgendwann K1 erreicht war.

Also war ich wieder auf der 40er-Strecke. Wohlgemerkt, K1 war die letzte Kontrolle, die angefahren wurde. Erwartungsgemäß schaute gähnende Leere mich an, wo einst feste Nahrung auf den Tischen gelegen hatte. Über 900 Teilnehmer hatten ganze Arbeit geleistet. Aber zu Trinken gab es noch genug. Auf dem letzten Stück gab es
noch eine Höchstschwierigkeit: eine Autobahnbrücke. Durch Willich, Schiefbahn, Meerbusch und Lörick ging es zurück. Viertel nach zwei war ich wieder am Auto.

An den Tischen saß noch eine Gruppe, als ich zum Duschen ging. Wenig später war die Gruppe weg, die Garnituren wurden abgebaut. Zwei Bockwürste mit Brot konnte ich noch im Stehen verzehren. Als ich ging, war auch um mich herum Aufbruchstimmung.

Fazit:

Das Problem "Start in der Großstart" konnte nicht verhindern, daß die Flachstrecke gelungen gestaltet war. Daß die kleine Kontrolle als letztes passiert wird, führte zu den erwarteten Folgen. Dafür war die äußere Kontrolle luxuriös bestückt. Der eilige Abbau am Nachmittag wirkte lieblos. Ich war nicht langsam gefahren, auch nach mir waren noch Fahrer unterwegs. Die Helfer wollen heim, dafür habe ich Verständnis.

Ein falschen Wort könnte die Wirkung haben, daß der Verein demnächst die 150er-Strecke mangels Helfer streichen könnte, und wer will das schon? Dennoch müsste es möglich sein, daß ein letzter Rest von Helfern auch noch da ist, wenn die letzten Fahrer von der großen Strecke kommen. Eine Bank stehen zu lassen, damit sie sitzend essen könnte, würde eine ansonsten gelungene Veranstaltung gelungen abrunden.

Manfred Kiesel

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