RTF, Radmarathon, Pässe und mehr

RTF Berlin Charlottenburg
 

1-5 | 6-10 | 11-15 | 16-20 | 21-25 | 26-30 | 31-35

Route1.jpg Route2.jpg Route3.jpg Stadtrundfahrt01.JPG Stadtrundfahrt03.JPG  
Tourname: RTF Charlottenburger Runde
Startort: Berlin Olympiastadion
Verein: RC Charlottenburg
Tourlänge: 117 km
Höhenmeter:

 

Berlin Charlottenburg 2006,

Da ich Verwandtschaft in Berlin habe, hatte ich mir mal angesehen, was die RTF-Szene in Berlin so zu bieten hat.

Dabei bin ich über diese Tour gestolpert: Eine Stadtrundfahrt durch Berlin im Geschlossenen Verband. Der Start der RTF war erst Mittags um 13 Uhr auf dem Gelände vom Olympiastadion direkt neben der Geschäftsstelle von Hertha. Hier besitzt der Verein seine eigenen Räume. Ich war schon was früher da, so dass ich ein besonders Schauspiel beobachten konnte: 20 (!) Polizeimotorräder rollten auf den Hof.

Diese Motorräder sollten uns in der Folge zusammen mit einem Streifenwagen und einem Wagen des Veranstalters die Strassen „freischaufeln“, so dass der gesamte Pulk von 180 Teilnehmern ohne anzuhalten über die Straßen Berlin geschleust wurden ! Die Ampeln wurden zum Teil für den Autoverkehr sogar auf gelbes Blinklicht geschaltet. Pünktlich um 13:00 Uhr wurde gestartet und mit Tempo 26 fuhr der Verband in 3er-Reihen die Strecken ab.

Nebenher fuhren die Motorräder sowie Kontrollfahrer, die ggf. die Teilnehmer wohl einnorden sollten. Da in meinem Umfeld diese 3er-Reihen recht sauber eingehalten wurden, hielt sich der „Stress“ sogar in Grenzen. Insgesamt wurden 3 Runden gefahren, die immer wieder am Startpunkt am Olympiastadion zurückkehrten, um Verpflegung aufzunehmen. Bei den letzten beiden Runden wurde jeweils mittendrin ein kleiner Stopp eingelegt, um die Kontrollstempel zu verteilen.

Die erste Runde war die längste und auch spektakulärste: An der Messe vorbei ging es auf den Kurfürstendamm, wo wir von den vielen Passanten mit Jubel und Applaus begrüßt wurden. Hinzu kamen auch viele Besucher der Fußball-WM, was das Geschehen noch bunter machte.

Wegen der WM konnte wohl auch nicht die Siegessäule, Reichstag und Brandenburger Tor passiert werden – hier breitete sich die Fanmeile aus. Es konnte jedoch Unter den Linden, Dom, Alexanderplatz, Karl-Marx-Allee und Stralauer Allee mitgenommen werden. Am Treptower Park verließen wir den ehemaligen Osten in Richtung via Neukölln nach Kreuzberg und Schöneberg. Die restlichen Strecken verliefen nun hauptsächlich im Westen der Stadt. 

Die zweite Runde ging dann raus nach Spandau in Richtung Tegel und Reinickendorf. Vorbei am Charlottenburger Schloß ging es wieder zurück zum Stadion. Jetzt war die 70er-Strecke beendet und die letzte Runde für die 100er-Wertung konnte in Angriff genommen werden.  

Die letzte Runde wurde dann auch etwas „flotter“ gefahren – so ungefähr mit 28er-Schnitt. In der Gruppe ist dies jedoch kaum ein Problem, nur an kleineren Wellen hatten einige Mitstreiter schon mal etwas Rückstand.  

Diesmal ging es mehr in den Süden. In Kreuzberg wurde nach Tempelhof abgebogen, wo der Flughafen passiert wurde. Von dort aus fuhren wir via Steglitz nach Dahlem, wo wir den Botanischen Garten passierten. Über Zehlendorf fuhren wir dann in Richtung Grunewald, wo ein kleiner Weg neben der Avus zurück zur Messe führte. Hier streikt die Radroutensoftware für die Übersichtpläne, obwohl dies wohl eine stadtbekannte Ausfallstrecke für Radsportler in Richtung Potsdam ist.  Über den Theodor-Heuss-Platz ging es dann ein letztes Mal via Steubenplatz zum Olympiastadion.

Fazit:

Ich kann mir nicht vorstellen, das es in irgendeiner anderen Stadt außer Berlin möglich wäre, eine solche Veranstaltung genehmigt zu bekommen. Ich denke, dies ist ein schönes Relikt aus Zeiten der Westberliner Insellage. Dieser Aufwand für 180 Teilnehmer ist schon einzigartig. Was ich den Kommentaren der Mitfahrer entnehmen konnte, ist dies jedoch anscheinend nicht die einzigste Veranstaltung nach dieser Machart in Berlin !

Ich fand das Tempo z. T. schon etwas bummelig, und man musste doch recht konzentriert unterwegs sein. Deshalb würde ich mich nicht jedes Jahr um die Teilnahme an einer solchen Fahrt reißen. Persönlich bevorzuge ich da schon normale RTF’s  (Kontrollfahrten) in übersichtlicherem Gelände.

Trotzdem war dies ein ganz besonderes Erlebnis, das ich nicht missen möchte.

 

 Frank Hartfeld

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