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Radtouren unserer Italienreisereise 2008

Italien
 

Station in Marken Radtour 08/045

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Rennradtouren auf unseren Reisen

Italien 2008


Radtour 08 045 Forca di Gualdo Tour auf einer größeren Karte anzeigen
Radtour in Marken

Forca di Gualdo Tour

Region/Provinz:

Startort:

Ankunft:

Streckenlänge:

Höchster Punkt

Höhendifferenz:

Marken-Macerata

Visso / Ussita

Hin- und Rückstrecke

59 km

1660 m

2170 hm


Beschreibung:

Apennin 06. Mai 2008 Ussita

Wir sind weiter nach Norden gefahren und haben im nördlichen Teil des Nationalparks Monti Sibillini, nahe Visso, in Ussita einen schönen Standplatz gefunden. Die Nacht war ruhig, doch morgens werden wir von den Fadenschneidern geweckt. Es ist reichlich bewölkt und so klüngeln wir bis 11:30 Uhr herum, bevor wir aufs Rad steigen. Die Tour wird mit 60 km nicht all zu lang.

Unsere heutige Radtour soll uns über den Skiort Frontignano (1209 m) und Forca di Gualdo zum Piano Grande nach Castellucio führen. Von dort die gleiche Strecke wieder zurück.

Mitten im Nationalpark Monti Sibillini befindet das Skizentrum Frontignano. Zur 7 km langen Nordauffahrt starten wir in Ussita. Es geht sofort bergauf und bei Steigungen um die 8% verlassen wir den Ort. Die Tour geht an Spielplätzen und weidenden Pferden vorbei. Auch ein riesiges Sportzentrum sehen wir links der Straße.

Dann beginnen die ersten Haarnadelkurven. Sie führen an dem Ort Calicara vorbei und bringen uns schnell höher. Es herrscht kaum Verkehr auf der Straße, nur der Fahrbahnbelag wechselt häufig von schlecht zu sehr gut. Aber daran haben wir uns ja inzwischen in Italien gewöhnt.

Nach den ersten Kehren wird die Steigung heftiger und erreicht locker über kurze Abschnitte 14%. Die Ausblicke zu den gegenüberliegenden Bergen Monte Bove Nord (2112 m), Monte Bicco (2052 m), Monte Bove Süd (2169 m) und im Hintergrund zum Monte Priora (2334 m) sind gigantisch. Es sieht alles so unwirklich aus. Auch die nun tief im Tal liegenden kleinen Ansiedlungen wirken irgendwie wie gemalt. Bei 1209 m Höhe ist der Straßenabzweig zum Skizentrum Frontignano erreicht.

Wir fahren aber nicht weiter hoch, denn unsere Runde führt uns nun auf der anderen Seite des Bergkamms hinunter ins Tal des Flusses Nera. Auch diese Abfahrt ist atemberaubend und bei dem Örtchen Castelsanangelo haben wir die Talsohle erreicht. Nur ein paar Meter flache Strecke haben wir nun vor uns. An der kleinen Tankstelle ziehen wir uns wieder die Regenjacken aus, denn nun steht uns der längste Anstieg der Tour bevor.

Name: Monte Prato / Forca di Gualdo (Nationalpark Monti Sibillini)
Startort: Castelsantangelo
Streckenlänge: 12,2 km
Passhöhe: 1636m / 1499 m
Höhenmeter: 937
Durchschn. Steigung: 7,7%
Max. Steigung: 12,5%

Zum Monte Prato und Forca di Gualdo gibt es eigentlich nur den Nordanstieg. Vom Süden muss man über die Pässe Forca di Presta oder Forca di Canapine. Diese Pässe sind verbunden mit der großen Hochebene Piano Grande auf der sich der Ort Castelluccio erhebt.

Wir starten zur Passauffahrt in Castelsantangelo. Der Ort liegt 6 km von Visso entfernt an der SP 134. Diese Provinzialstraße führt auch über den Pass. Wir fahren noch ein paar Meter am Fluss Nera entlang und folgen dann in einer Linkskurve der SP 134. Sofort steigt die Straße kräftig an und die 5 Kehren weisen eine 10% ige Steigung auf.

Wir können noch einige Blicke auf das alte, am Berghang gebaute Castel werfen, bevor die Straße nach der 5. Kehre in ein fast ein Kilometer langes, fast 11%iges steiles Teilstück übergeht. Mit 10% Steigung windet sich die Straße in 4 Kehren um das Örtchen Gualdo herum.

In der 2. Kehre haben wir die hübsch anzuschauende kleine Kapelle vor uns. Wegen der Steilheit ist uns aber nicht nach Kapelle ansehen und auch der 5. Kilometer wird nicht flacher. Mit 10% geht es durch weitere 3 Kehren. An den Straßenseiten befindet sich nun dichtes Buschwerk und so sind die Ausblicke nach unten stark eingeschränkt. Aber in die Höhe haben wir ein imposantes Bergpanorama um uns.

Der 6. km ist mit 6,7% etwas flacher und wir können ein wenig durchatmen. Aber die nächsten 4 Haarnadelkurven verlangen uns mit einer Steigung von über 9% alles ab. Nun verläuft die Straße am Berghang entlang auf den Forca di Gualdo zu.

Der Fahrbahnbelag wird nun viel besser und die Steigung lässt, kaum haben wir die letzte Kehre hinter uns, stark nach. Nach rechts zur Talseite hin fällt der Berghang steil ab und wir haben unwahrscheinliche Aussichten auf ein urwaldähnliches Waldgebiet. Das Grün unter uns scheint undurchdringlich.

4,5 km geht es nun mit Steigungen zwischen 5-6% auf die Passhöhe zu. Nach 10,4 km ist diese bei einer kleinen Kapelle erreicht. Schön sehen wir nun vor uns die sich weit ausdehnende Hochebene Piano Grande mit dem auf einer Bergkuppe liegenden Ort Castelluccio.

Ein kleines Glöckchen an der Kapelle verleitet uns zum Läuten. Wie von Zauberhand erscheint daraufhin ein zahmer Fuchs. Er wird wohl von den Touristen hier oben gefüttert.

Aber noch etwas anderes erweckt unser Interesse. Ein Schild mit der Aufschrift Monte Prato weist auf ein hier links abbiegendes steiles Sträßchen. Monte Prato ist auf keiner unserer Karten verzeichnet und so treibt uns schon die Neugier in dessen Richtung. Die Straße ist nur 2 km lang und endet auf einem großen Parkplatz mit einem Gastronomie-Betrieb. Die 160 Höhenmeter sind bei den Ausblicken ins Hochgebirge, trotz Steigungen von über 8%, Fahrspaß pur.  

Wir verweilen wegen der Kälte nicht lange hier oben und begeben uns auf die Ab- und Auffahrt nach Castelluccio. Im Ort herrscht rege Bautätigkeit und so verlassen wir ihn auch wieder schnell.

Eine Schussfahrt bringt uns auf die Sohle der Hochebene. Einen Kilometer verläuft die Straße nun eben auf das Ende des Plateaus zu, um dann rampenartig über 2 Kehren zum Forca di Gualdo mit 8,5% anzusteigen.

Es sind dabei aber nur 150 Höhenmeter zu überwinden und dann erwartet uns die lange Abfahrt nach Castelsanangelo. Gut dass wir sie zuerst hinauf gefahren sind, so sind wir schon vor dem schlechten Fahrbahnbelag im Bereich der Serpentinen gewarnt. Die Abfahrt verläuft aber ohne Probleme und schnell liegt sie hinter uns. Aber nun erwartet uns der 3. Anstieg des Tages.

Name: Castelsantangelo-Frontignano (Nationalpark Monti Sibillini)
Startort: Castelsantangelo
Streckenlänge: 5,5 km
Passhöhe: 1209 m
Höhenmeter: 480 m
Durchschnittliche Steigung: 8,7%
Max. Steigung: 14%

Wir fahren an der kleinen Tankstelle im Ort vorbei und nach 300 Metern biegen wir  rechts in eine kleine Straße nach Nocria ein. Sie steigt sofort steil an und in der zweiten 180° Kehre ziehen wir erst einmal die Regenjacken, wir hatten sie noch von der Abfahrt von Forca die Gualdo an, aus.

10% betrug die Steigung auf der letzten Geraden und so kommen uns die 300 flachen Meter an der Kirche vorbei gerade recht. Aber schon warten die nächsten 2 Kehren auf uns und auch da liegt die Steigung über 10%.

Sind die geschafft, führt die Straße nicht mehr ganz so steil ansteigend um den Berghang herum. Rechts haben wir den steilen Berghang über uns und nach links geben die Bäume nur selten den Blick ins Tal frei.

Nach 2 km sehen wir das Bergdorf San Placido vor uns und das Finale dieses Anstieges. Eine Serpentinengruppe wie aus dem Bilderbuch. Leider sind es nur 6 Stück und mit einer Steigung von über 9% geht es Frontignano entgegen. Achtung! In der 4. Kehre liegt die Steigung jenseits von gut und böse, ich schätze mal bei 20%. Wenn es geht, schön außen fahren. Trotzdem ist die Ortseinfahrt von Frontignano, auf einer Höhe von 1209 Metern, viel zu schnell erreicht.

Die Abfahrt nach Ussita vergeht wie im Flug. Ich wundere mich noch wie steil es eigentlich ist und wie relativ gut wir hier hinauf kamen. Der Abend wird nach dieser schweren Tour ruhig verbracht.

 

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