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Radtouren unserer Italienreisereise 2008

Italien
 

Station in Umbrien / Marken Radtour 08/043


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Rennradtouren auf unseren Reisen

Italien 2008


Rennradtour 08 043 in Marken und Umbrien auf einer größeren Karte anzeigen
Radtour in Marken Umbrien

Grande Piano Tour

Region/Provinz:

Startort:

Ankunft:

Streckenlänge:

Höchster Punkt

Höhendifferenz:

Marken-Ascoli Piceno

Avendita

Rundstrecke

103 km

1540 m

2750 hm


Beschreibung:

Apennin 03. Mai 2008 Avendita (Nationalpark Sibillini)

Die Nacht in Avendita war ruhig und nur eine Polizeistreife sah sich genötigt unser Auto um 2:30 Uhr einen Besuch abzustatten. Sie haben uns aber nur mit einem Suchscheinwerfer wach gemacht und sind wieder abgezogen. Heute wollen wir eine schwere Tour fahren. Sie soll über die Pässe Ospedaletto (1004m), Forca di Canapine (1547 m), Forca de Presta (1537 m), Forca di Castalluscio (1520 m) und schließlich wieder hoch nach Ospedaletto (1004 m) führen.

Wir starten in Avendita und haben mit dem ersten Anstieg nach Ospedaletto nur kleine Fische vor der Brust. Auf  3,2 km steigt die Straße um 120 Meter an. Das ist so richtig zum Warm werden und bereitet uns auf die großen Aufgaben des heutigen Tages vor. Auf der 7 km langen Abfahrt nach Nórcia verlieren wir 420 Höhenmeter. 

Wir haben uns für den Anstieg zum Forca di Canapine eine kleine Nebenstraße ausgesucht. Sie soll uns ohne Autoverkehr zur Passstraße in der Nähe des Kreisverkehrs, hier biegt die neue Straße in einen 4 km langen Tunnel ab, bringen. Diese Nebenstraße zeigt sich im Nachhinein als schlechte Wahl und ist nicht zu empfehlen.

Führt sie uns zuerst an dem Krankenhaus vorbei und ist sehr gut, so wird sie in ihrem Verlauf immer schlechter und ist an den steilsten Stellen, sie liegen bei 23%, mit vielen Löchern und Split übersäht. Ich muss auf den letzten 500 Metern passen und vom Rad (meine armen Schuhplatten). Astrid hat als kleinsten Gang 30/34 und quält sich auch den Rest hoch.

Die Alternative ist allerdings 2,5 km länger und stärker befahren. Erst am Abzweig zu den Tunneln reist der Verkehr, zumindest an den Werktagen ab. An den Wochenenden ist dieser Anstieg auch eine beliebte Zufahrtsstraße zu der Hochebene Piano Grande bei Castelluccio.

Glücklich an der Passstraße angekommen, ist die Steigung von 6-10% die reine Erholung.

Fast 3 km verläuft die Straße nun in nördlicher Richtung geradeaus am Hang hoch. Wir fahren die Tour Anfang Mai und das Blattwerk der Büsche am Straßenrand ist noch nicht so dicht. So haben wir wunderschöne Aussichten auf das immer tiefer unter uns liegende Nórcia.

In der 180° Kehre wird die 1000 Meter Höhenmarke erreicht. Nun geht die Tour auf einer Länge von 3.5 km in Entgegengesetzter Richtung weiter. Mit einer Linkskurve verlässt die Straße das, nun 700 Meter unter uns liegende, Tal. Die letzten Blicke in die Tiefe genießen wir noch und dann hält uns das Hochgebirge in seinem Bann.

Die Straße ist in den kahlen Berghang gemeißelt und mit 5-7% Steigung ist es ein herrliches Radeln. Die Ausblicke sind einfach gigantisch und ein Genuss für jeden Bergliebhaber. Nach 14,7 km haben wir den Straßenabzweig nach Castelluccio erreicht. Diesen Pass wollen wir aber von der anderen Seite anfahren und fahren geradeaus weiter auf Forca di Canapine zu.

Wir haben hier eine Höhe von 1400 Metern erreicht und auf den letzten 2,9 km bis zur Passhöhe sind noch 150 Höhenmeter zu überwinden. Das sollte bei 5% Steigung kein Problem sein und so heißt es weiter die tolle Straße und die überwältigenden Ausblicke genießen.

Seit dem Straßenabzweig haben wir die Passstraße fast ganz für uns alleine. Die kleine Ortschaft zur Straßenseite heißt wohl auch Forca di Canapine, doch noch sind es 1200 Meter bis zum Passübergang. Auch auf der Passhöhe stehen vereinzelte Häuschen und ein Wirtshaus lädt noch ein paar Meter höher zum Verweilen ein.

Es ist hier oben sehr windig und kalt. So ziehen wir uns schnell die Jacken an und uns steht eine grandiose Abfahrt bevor. In 16, teils engen Kehren werden die 12 km bis nach Capodaqua überbrückt. Auch hier halten die atemberaubenden Ausblicke an. Die Tour ist kein Vergleich zu der gestrigen, die trotz 1200 Meter Höhe, mehr Mittelgebirgscharakter hatte.

Wir sehen dabei oft auch die tief unten aus dem Tunnel austretende Autostraße. Drei Straßen drängeln sich nun zusammen durch das Flusstal des Tronto. Unter uns die SS 4 und um uns herum, mal sind wir über und mal unter ihr, die neue Tunnelstraße. Unsere Tour verläuft natürlich auf der Straße die durch die kleinen Orte geht. Vor uns sehen wir schon die Burg Fazione Cammartina. Das läutet auch unseren nächsten Anstieg ein. Noch ein paar Kurven im Tal und schon ist der Abzweig zum Forca di Presta in Arquata del Tronto erreicht. 

Arquata del Tronto liegt auf der Grenze der beiden National Parks Gran Sasso und Monti Sibillini. Hier beginnt unsere Auffahrt zum Forca di Presta. Ein Schild an der Straßengabelung weist uns den Weg in den Nationalpark Monti Sibillini.

Der erste km beginnt sofort mit einer Steigung von 7%.

Rechts, unwahrscheinlich hoch über uns sehen wir eine Straße an dem Berghang verläuft. Sollte das etwa unsere Straße sein? Mit ungutem Gefühl geht es mit einer Steigung von 9 % durch den kleinen Ort Piedilana. In einigen Kurven schraubt sich die Straße mit 10% Steigung bis nach Pretare hoch. Der Ort ist bei km 3 erreicht.

Schon im Örtchen ist es etwas flacher und mit 7% geht es in 2 Kurven durch den Ort. Eine große Rechts-Linkskurve lässt uns auf den nächsten 500 Metern bei 5% Steigung etwas durchatmen. Es ist nun lichter Baumbestand an den Straßenseiten und so können wir immer wieder Blicke ins Tal und auch zu der interessanten Bergformation des Mte. Vettore (2476 m) hoch über uns werfen.

Nach einer Kehre, sie liegt gerade mal 200 Meter hinter uns, geht es nun richtig zur Sache. Die Landschaft wird zur Nebensache, denn jetzt heißt es bei fast 10% Steigung kräftig in die Pedalen treten. Die 500 Meter bis zur nächsten Haarnadelkurve wollen einfach kein Ende nehmen. Ist die Kurve geschafft, geht die Steigung auf den nächsten Kilometern auf 5% zurück und so erreichen wir locker die Straßenteilung.

Wir orientieren uns links und im dichten Wald geht es nun in der Gegenrichtung weiter. Die Steigung bleibt bei 5 % und so können wir uns für das Finale ausruhen. Ab km 7 wird es dann heftig, steigt die Steigung zuerst nur auf 8% und lässt noch einmal für ein paar hundert Meter nach, so ist es nach der Spitzkurve bei km 8,5  zu Ende mit lustig.

Bis zur Passhöhe beträgt die Steigung auf den letzten fast 3 km nirgendwo mehr unter 9,5%. Der vorletzte km wird sogar mit 10,5% absolviert. Die in einigen Plänen eingezeichnete Doppelkurve bei km 11 gibt es nicht und die Straße führt geradeaus und es scheint, in den Himmel. Ein Felsdurchbruch kündigt die Passhöhe an. Nun sind es nur noch wenige Meter und eine Abfahrt zu der wunderschönen Hochebene Piano Grande kann beginnen.

Schön liegt, nach ein paar Metern rasanter Talfahrt, die sich weit ausdehnende Hochebene unter uns. Im Vorblick liegt wunderschön auf einem Hügel der Ort Castelluccio. Auf der Abfahrt haben wir nur 230 Höhenmeter verloren und völlig flach geht es einen km geradeaus auf die, über dieser grandiosen Landschaft verlaufende, 4 km lange Provinzialstraße zu. Castelluccio, der Ort liegt wunderschön auf einer Anhöhe zur Rechten, heben wir uns für eine spätere Auffahrt auf.

Wir biegen links ein und haben nun lange Zeit, uns auf den, am Berghang des Monte Ventosola verlaufenden, Anstieg einzustellen. Er beginnt genau am Ende der Geraden. Schnell liegt das Plateau mit seinen vielen Wochenendgästen unter uns. Auf den 3 km bis zur nächsten Passhöhe, es steht nirgendwo ein Name, da er den Mte. Ventosola umrundet, nenne ich sie Forca di Ventosola, sind 250 Höhenmeter zu bewältigen.

Zuerst noch recht gemächlich mit 5%, dann aber schnellt der Steigungsmesser auch schon mal in den 2 stelligen Bereich und 11% müssen bewältigt werden. Die 3 km vergehen aber wie im Flug und die Vorfreude auf eine 20 km lange Abfahrt nach Nórcia überwiegt.

Wieder werden wir überwältigt von den Ausblicken in das Tal. Es liegt ja noch über 800 Meter unter uns. Die Abfahrt ist aber sehr übersichtlich und so kommen wir schnell in die Ebene. Nun fahren wir aber nicht die Nebenstrecke, sondern nehmen die Hauptstraße nach Nórcia. Sie ist in einem relativ schlechten Zustand und es heißt höllisch Aufpassen.

Es herrscht zudem viel Verkehr, denn ab dem Kreisverkehr ist auch die neue Tunnelstraße dazu gekommen. Es geht aber immer noch abwärts und so kommen wir relativ schnell zum Straßenabzweig nach Ospedaletto. Nun steht uns der letzte Anstieg unserer Runde bevor. 400 Höhenmeter der steileren Art sind zu erklimmen. Durchschnittlich 7,5% bringen uns zu dem Örtchen. Es liegt auf 1000 Meter über NN. Die letzten 4 km bis zu unserem WOMO in Avendita geht es noch einmal kräftig bergab und so sind die Beine nach 100 km und 2750 Höhenmetern wieder einigermaßen erholt. 

 

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