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Radtouren unserer Italienreisereise 2008

Italien
 

Station in Abruzzen Radtour 08/032

1-5 | 6-10 | 11-15 | 16-20 | 21-25 | 26-30 | 31

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Rennradtouren auf unseren Reisen

Italien 2008


Radtour 08 032 Nordauffahrt zum Passo Lanciano und Passo Tettone auf einer größeren Karte anzeigen
Radtour in Abruzzen Passo Lanciano-Runde

Region/Provinz:

Startort:

Ankunft:

Streckenlänge:

Höchster Punkt

Höhendifferenz:

Abruzzen - Chieti

Passo Lanciano

Rundstrecke

55 km

1690 m

1500 hm


Beschreibung:

Apennin 14. April 2008

13.04.08 Passo di Lanciano

Wir haben die Nacht auf der Passhöhe des Lanciano verbracht. Nachdem es am Abend noch sehr stürmisch war und wir im WOMO ordentlich durchgeschüttelt werden, wird es ab 23 Uhr aber ruhiger.

Es ist Sonntag und die ersten Dröhner erscheinen schon gegen 9 Uhr auf der Passhöhe. Wegen des schönen Wetters befürchten wir Schlimmstes und sehen von einer Radtour ab. Gegen 11 brechen wir zu eine tolle Wanderung auf.

14.04.08 Passo di Lanciano

Wir haben die Nacht auf der Passhöhe verbracht und um zu testen, ob das Radfahren mit dem lädierten Knie möglich ist, fahren wir zum Skigebiet am Passo Tettone hoch. Auf 5 km sind hier 400 Höhenmeter zu bewältigen. Wenn das Knie Probleme bereitet, können wir ja einfach zurückrollern. Zu meiner Überraschung habe ich beim Radeln kaum Probleme. So werden wir im Anschluss die Runde mit der Nordauffahrt zum Passo di Lanciano machen. Aber nun zur Auffahrt ins Skigebiet.

Die Straße zweigt von der Passhöhe rechts ab und es geht recht steil in den Wald hoch. Es dauert 2 km bis die Straße aus dem Wald tritt. Die Ausblicke zu allen Seiten sind einfach überwältigend. Rechts und vor uns die Schneefelder des Maieletta Gebietes. Zur linken hin das in Wellen zur Adria hin abfallende Land.

Obwohl dunkle Wolken am Himmel aufziehen, ist die Sicht klar, jedoch ist es sehr kalt und wir sind froh die Winterjacken angezogen zu haben. Die Straße wird immer kurvenreicher und bei km 3 taucht weit vor und über uns das Berghotel auf. Ein wenig, es ist natürlich kleiner, erinnert es mich an Superbagnères in den Pyrenäen.

Der Schnee zu beiden Seiten der Straße wird immer höher und am Hotel tummeln sich einige Familien mit kleinen Kindern in der weißen Pracht. Wir fahren die Straße weiter, bis der Schnee eine Weiterfahrt unmöglich macht. Hier geht es weiter hoch bis nach Blockhaus, doch leider ist die Straße nicht geräumt und so müssen wir auf einer Höhe von 1700 Meter über NN wieder abwärts fahren. Damit fällt die Auffahrt nach Blockhaus aus.

Das ist natürlich noch kälter und wir schnattern und bibbern uns warm. Am Passo di Lanciano biegen wir rechts ab und fahren die Serpentinenstraße (Ostabfahrt) nach Pretoro. Es geht aber nicht in den Ort hinein, sondern an der Straßenmündung der SP 539 biegen wir links ab. Es geht auf und ab und in Manopello erreichen wir mit 176 Meter über NN den tiefsten Punkt der Tour. Kurz vor Lettomanopello erreichen wir die SP 65 und haben schon wieder 100 Höhenmeter gut gemacht.

 An der Straßeneinmündung sehen wir erste Schilder die zum Passo di Lanciano weisen. Wir folgen ihnen und hier beginnt die  Nordauffahrt zum Pass. 12 km mit 1100 Höhenmetern liegen vor uns. Das macht eine mittlere Steigung von 8,6%. Mir wird ein wenig mulmig bei dem Gedanken. Wie wird die stärkste Steigung sein? Wird mein Knie die Strapaze mitmachen?

Einen Kilometer nach dem Straßenabzweig ist Lettomanopello erreicht. Am Kreisverkehr geht links ab und in den Ort hinein. Die Steigung beträgt noch milde 7,5% und erste in der Ortsausfahrt geht es richtig zur Sache. Zudem müssen wir höllisch auf die bescheuerten italienischen Gullis aufpassen. Das sind Eisenstäbe in Fahrtrichtung verlaufend über die gesamte Fahrbahnbreite. Die Abstände der Stäbe entsprechen etwa einer Rennradbreite.

Nachdem wir mit einer Steigung von über 10% den Ort verlassen, schwarnt mir für den Rest des Anstiegs schon nichts Gutes. Auch der 4. Kilometer wird mit 9,5% nur unwesentlich flacher. Nach der zweiten Serpentinenkombination, bei dem Lokal Zi`Camillo, weicht der Wald (Büsche) und wir erleben ab hier eine unwahrscheinliche Passauffahrt.

Vor uns baut sich das Bergmassiv Maieletta auf, rechts von uns ein tiefer Canyon und hinter uns weitere hohe Berge des Nationalparks Grand Sasso. Nur selten wird der Straßenverlauf von Kurven unterbrochen und zu beiden Straßenseiten sehen wir riesige Stein- und Geröllfelder. Nach 5,5 km haben wir eine weit ausladende Doppelkurve vor uns.

Ungläubig sehe ich hoch über mir den weiteren Straßenverlauf. Nachdem die erste Kurve noch relativ flach ist, geht es in der nächsten Kurve bis weit über 12% Steigung hinaus. Der Kilometer wird mit 10 % mittlerer Steigung zurückgelegt.

 Fast so steil 9,5-9,8% bleibt es auch für die folgenden 3 km. Inzwischen ist die Straße in den Wald eingetaucht und Ausblicke können wir nur zwischen den vom Waldbrand resultierenden lichten Zweigen genießen.

Eine erneute Doppelserpentine (auch sehr steil) läutet die letzten 2 km ein. Noch beträgt die Steigung 9,7% und sie geht erst auf dem letzten km auf 7,5% zurück. Hinter der letzten schlanken Kurve taucht die Passhöhe vor uns auf und trotz der gewaltigen Anstrengung hat das Knie gut mitgemacht. Erst als ich vom Rad steige, meldet es sich mit starken Schmerzen.

Diese Passauffahrt ist die bisher Schwerste in Italien. Allerdings mit den Ausblicken auch die bisher schönste Auffahrt.

Die SP 65 verläuft bis zur Passhöhe. Wer von dieser Auffahrt noch nicht genug hat, kann die Bergfahrt fortsetzen, indem er bis nach Maieletta, bzw. Blockhaus, falls die Straße vom Schnee geräumt ist, (1900 Meter über NN) weiter fährt.

Am Abend fahren wir mit dem WOMO weiter. Es geht die steile Nordseite des Passes hinab und wir halten auf halber Strecke zum Übernachten. Die Nacht ist sehr ruhig.

 

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