RTF, Radmarathon, Pässe und mehr

Radtouren unserer Italienreisereise 2008

Italien
 

Station Sizilien, Provinz  Enna / Messina, Radtour 08/018

1-5 | 6-10 | 11-15 | 16-20 | 21-25 | 26-28

01_20080310_SIZ_Portello_Obolo_Profil.jpg 20080310 Sizilien Portelo del Obolo Tour (02).jpg 20080310 Sizilien Portelo del Obolo Tour (03).jpg 20080310 Sizilien Portelo del Obolo Tour (04).jpg 20080310 Sizilien Portelo del Obolo Tour (05).jpg  

 

Rennradtouren auf unseren Reisen

Italien 2008


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 Radtouren auf Sizilien Nebrodi

Region:

Startort:

Ankunft:

Streckenlänge:

Höchster Punkt

Höhendifferenz:

Sizilien - Enna-Messina

Forsthaus Nebrodi

Hin und Rückstrecke

85 km

1516 m

2450 hm


Beschreibung:

10.03.2008 Naturpark Nebrodi, ein richtiger Pass

Nachdem wir in den vergangenen Tagen sizilianischen Schnee erleben durften und Rad fahren unmöglich machte, ist das Wetter wieder besser.

So ist heute wieder eine Radtour angesagt. Unser Ziel ist der, laut Karte 1053 Meter hohe, Portello dell Obolo. Dort werden wir bestimmt keinen Schnee haben. Die Alternative wäre der 1564 Meter hohe Portello Femmina Morta. Das ist uns aber zu hoch und wir rechnen damit, dass in der Höhe noch der Schnee liegt.

Wir starten um 10 Uhr und es geht sofort bergan. Die Straße kennen wir ja schon und so wissen wir dass das steilste Stück uns am Kamm vor dem Lago Ansagia erwartet. Die Steigung liegt bei über 18%. Wir sind noch frisch und so liegt diese Hürde schnell hinter uns.

Auch die Abfahrt zum See ist nicht schlecht. Kaum haben wir die Staumauer überquert, steigt die Straße in herrlichen 3 Serpentinen an. Die Steigung liegt nur bei 6% und so genießen wir den Anstieg. Auf dem Kamm gibt es eine kurze Abfahrt und wir biegen auf die kleine Nebenstraße, sie führt nach Cerami, ab. Der Ort liegt auf 970 Meter in etwa unsere jetzige Höhe. So ist der Ort ohne große Anstiege schnell erreicht.

Nach der Ortsdurchfahrt erwartet uns eine super Abfahrt. Sie verläuft den Berghang entlang und wir können auf der gesamten Abfahrt die herrlichen Ausblicke ins tiefe Tal und auf die wunderschönen Berge genießen. Es geht hinunter bis auf eine Höhe von 620 Meter über NN. An der tiefsten Stelle verlassen wir die SS120 und biegen rechts nach Capizzi ab. Dieser Ort liegt auf einer Höhe von 1100 Metern und die Sp168 überwindet die Höhendifferenz von 500 Metern über 11 herrlichen Kehren.

Die Steigungen übersteigen dabei die 10% Marke nur sehr selten und die Ausblicke sind einfach überwältigend. Kein Baum und kein Strauch stehen an der Straße so heißt es für uns klettern und genießen. Eine 2 km lange Gerade beendet die herrliche Auffahrt.

Im Ort ist Markttag und alles abgesperrt. So weichen wir auf die Umgehungsstraße aus und haben an deren Ende noch einmal ein kurzes Steilstück zu überwinden. Da wir nun schon auf 1100 Meter sind müsste nun eine Abfahrt kommen, denn der Portella dell Obolo soll ja nur 1053 Meter hoch sein. Doch es kommt anders als wir denken.

Kaum liegt Capizzi hinter uns nimmt auch der Verkehr schlagartig ab. Die Straße ist sehr gut, bleibt aber für die nächste 3 km in etwa auf dieser Höhe. Nur einige kleinere Wellen sind zu überwinden. Nach einer Linkskurve ist auf der Straße mit einen mal Eis und Schneematsch.

Auf diesem Stück kommt wohl keine Sonne hin und wir überlegen ob das Weiterfahren noch Sinn macht. Astrid eilt natürlich voran und erkennt dass die Straße nach der Kehre wieder trocken ist. Auf meinen Garmin sehe ich mit einmal einige Serpentinen und vor uns eine Bergwand. Mit bergab wird also nichts und zu unserer Überraschung steigt die Straße weiter an.

Wunderschön windet sich die Straße am Berghang hoch. Da teilweise neue Rohrleitungen verlegt wurden, wurde auch die Fahrbahndecke mit erneuert. Leider nicht überall und so sind wir schon für die Abfahrt vorgewarnt. Rechts und links der Straße kommt mit der Höhe auch der Schnee immer näher. Die Straße wurde wohl von Schnee geräumt und so sind die Seitenränder höher mit Schnee bedeckt wie im Wald. Aber auch dort ist eine geschlossene Schneedecke zu sehen.

Nach 7 wunderschönen, von Autos unbehelligten Kilometern haben wir den Portello dell Obolo vor uns. 1503 Meter stehen auf dem Schild auf der Passhöhe. Da hat sich in den Karten wohl ein kleiner Druckfehler eingeschlichen. Bis hierher war das Wetter ganz gut gewesen, doch nach Süden hin hat sich eine schwarze Wolkenwand zusammen gezogen. Wir fahren auf der gleichen Strecke wieder zurück.

Bis nach Capizzi bleibt es noch trocken, doch noch im Ort treffen die ersten Hagelkörner unser Gesicht. Astrid möchte unbedingt weiter fahren sie befürchtet sonst nicht im hellen zum Wagen zu kommen. Der Spuk dauert auch nicht lange und so gelingt es uns schon in der Serpentinenabfahrt, wieder Freude aufkommen zu lassen.

Es ist wieder trocken und die Kehren fliegen an uns vorbei. Im Vorblick sehen wir aber die hoch im Berghang gemeißelte Straße, über die wir nach Cerami zurück müssen. Noch so ein herrlicher Anstieg liegt also vor uns. Freude über die Abfahrt in der wir uns befinden und Vorfreude über den Anstieg den wir vor uns sehen, was wollen wir noch mehr.

Kaum ist die SS 120 erreicht nimmt der Verkehr zu und ein bescheuerter Busfahrer muss natürlich in einer Kurve überholen und kommt mir viel zu Nahe. Außer mit der Faust drohen bleibt mir nichts übrig. Der Verkehr nimmt aber rasch ab und so ist die Auffahrt, die Steigung liegt maximal bei 8%, reiner Fahrgenuss. Zumal auch hier nichts unseren Ausblicken im Wege ist.

Sehr oft liegt allerdings die Straße beängstigend oft hoch über uns. Nach 6,7 km und 377 Höhenmeter  ist der Ort Cerami erreicht. Noch ist die Kletterei aber nicht zu Ende. Zwar sind die Anstiege nun nicht mehr sehr lang, dafür aber viel steiler.

Als erstes ist die Bergkuppe zum Stausee zu überwinden. Hier liegt die stärkste Steigung bei 12%. Nach der tollen Abfahrt zum See lauert wieder eine Bergwand auf uns. 15% ist hier die steilste Stelle. Das aber sehr gleichmäßig über 1,5 km. Die fast 20% steile Abfahrt kennen wir ja schon.

Ist sie geschafft gibt es auch auf dem letzten Teilstück noch einige kurze unangenehme Passagen. Auch hier wird locker die 15% Marke geknackt. Dann ist es aber geschafft. Das Wohnmobil sehen wir schon vom weiten und bis dorthin verläuft die Straße auf den letzten km nur noch bergab. Die Fahrt zum Portello dell Obolo wurde für uns so ein zu einem echten Erlebnis. 1053 Meter auf der Karte und 1503 Meter in Wirklichkeit. 

 

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