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Radtouren unserer Pyrenäenreise

Frankreich
 

43. Station unserer Reise, in der Region Midi-Pyrènèes, Department Ariège, Ax les Thermes, Radtour 07/078

1-5 | 6-10 | 11-15 | 16-20 | 21-25 | 26-30 | 31-35 | 36-40 | 41-45 | 46-50 | 51

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Rennradtouren auf unseren Reisen
 Pyrenäen 2007
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 Radtouren in den Pyrenäen  Ax les Thermes
 Region / Department: F- Midi-Pyrènèes
(Ariège)
Startort:  Ax les Thermes
Ankunft:  Rundstrecke
Streckenlänge:  96 km
Höchster Punkt
 1640 m
Höhendifferenz:
 2350 hm
 Besonderheiten: Tour zum Carrierre de Trimouns, Col de Marmare und Col de Teil

 

 Beschreibung:

Wir stehen mit dem Wohnmobil in Ax-Les-Thermes. Einige werden fragen, warum seid ihr nicht nach Andorra gefahren? Da gibt es einen, für uns entscheidenden, Grund. Wir sind Liebhaber ruhiger, abgelegener Straßen. Wer die N 20 nach Andorra erlebt hat, wird uns verstehen. Täglich wälzt sich eine nicht enden wollende Autoschlange zu dem kleinen Bergstaat. Nachdem  wir uns die Ausfallstraße nach Andorra angeschaut haben, steht  fest: ohne uns.

Es ist der 150. Tag unserer Pyrenäenreise. Heute gibt es 2 Besonderheiten. Einmal ist es unsere letzte und einmal vielleicht auch die schönste Pyrenäen-Radtour unserer Reise.

Auf den Straßenkarten hat Astrid eine rot gekennzeichnete Straße entdeckt und ist ganz wild darauf diese zu fahren. Rot steht immer für Gefahr oder gesperrt. Nach langem Drängen gebe ich ihrem Wunsch nach und zusammen gestalten wir eine wunderschöne Abschlusstour.

Die Radtour:

Wir haben uns sehr kleine Straßen ausgesucht und Astrids rote Straße führt zum Talc-Abbaugebiet auf 1600 Meter hinauf. Ich habe  wegen der Qualität der Straße so meine Bedenken. Wir starten in Ax-Les-Therms und fahren Richtung Tarasscon.

Unmittelbar hinter dem Bahnhof, gegenüber dem Campingplatz, biegen wir in eine sehr kleine Straße (D 44) rechts ab. Sie steigt sofort an. Dafür werden wir aber kaum noch von Autos belästigt. Als erstes ist ein kleiner Col auf 1100 Metern zu überwinden. Das Tal verschwindet schnell unter uns und wir haben tolle Aussichten auf das Plateau de Beille und auch zu unserem ersten Ziel heute, dem Talc-Abbaugebiet , Carrierre de Trimouns.

Bevor wir zum Anstieg dahin kommen, sorgt eine 5 km lange Abfahrt für Erholung. Weitere 3 km bleiben wir auf 900 Meter über NN und kommen dabei an wunderschön ausstaffierten Dörfern vorbei. Auch die Seilbahn, die das Talkum nach unten befördert schwebt über unseren Köpfen. Eigentlich wollten wir noch tiefer ins Tal hinab, doch die Straße, die dort hinunter führt, ist mit frischem Split versehen. Wir verzichten lieber, obwohl der Anstieg nach Lordat über eine wunderschöne Serpentinenstraße führt.

So fahren wir direkt nach Lordat und hier beginnt der 10 km lange Anstieg zum Talc-Bruch. Heute ist Sonntag, die Arbeiten im Abbaugebiet ruhen und so sehen wir auf der gesamten Auffahrt nur ein Auto. Es beginnt schon unten sehr steil und als uns nach 1 km die ersten Serpentinen empfangen, wird es noch steiler. Die Kurven liegen schnell unter uns und es gibt eine Passage zum Erholen. Sie dauert aber nicht lange und die Straße windet sich im großen Bogen um den Berghang.

Die Ausblicke dabei sind fantastisch. Eine weitere, sehr steile Kurvenfolge nimmt uns nun völlig in Anspruch. Schlimm sind immer die Momente in denen nach einer Kurve der Blick auf die sich steil vor uns auftürmende Straße fällt. Meist sieht es aber schlimmer aus als es ist. Nach 10 km erreichen wir einen großen Parkplatz. Eine Schranke verhindert unsere Weiterfahrt.

Ins Abbaugebiet dürfen wir natürlich nicht. Ein freundlicher Pförtner steht uns aber für Fragen gern zur Verfügung. Es gibt auch Führungen durch das Werksgelände, aber die finden Werkstags statt und scheiden somit für uns aus.  Dafür sprudelt hier oben eine Quelle mit köstlich frischem Wasser. Der Pförtner macht für uns den Vorkoster. Auch erzählt er uns ein wenig aus seiner portugiesischen Heimat und von dem Abbaugebiet. Der Himmel ist strahlendblau und wir genießen noch eine zeitlang die wunderschönen Ausblicke.

Etwas wehmütig nehmen wir die Abfahrt in Angriff. Es ist einer unserer letzten Abfahrten in den Pyrenäen und wir genießen sie. Auf wunderbar glattem Asphalt kommen wir wieder nach Lordat. Hier biegen wir links ab und fahren dem Col de Marmares entgegen.  Er ist 1360 Meter hoch und wir haben für den Anstieg die sehr kleine Straße, D 2, ausgesucht.

Auf hier geht es autofrei nach oben. Da die Straße durch ein dichtes Waldgebiet verläuft sind die Ausblicke auf einige Lichtungen beschränkt. Die Steigung zur Passhöhe liegt unter 4% und da rollt das Rad natürlich wie von selbst nach oben. Der Anstieg zieht sich über 15 km hin. Am Col de Marmares (1355 Meter) stoßen wir auf die D 613.

Wir biegen links ab und folgen den Richtungsschildern nach Quillan. Eine 5 km lange, leicht abschüssige Straße bringt uns nach Prades. Es ist der vorletzte Ort vor unserem letzten Schmankerl. In Camurac verlassen wir die D 613 und biegen rechts auf die D 102 ab. Die Straße führt in ein Skigebiet auf 1650 Meter über NN. Nach einem km haben wir links von uns einen herrlichen See liegen. Er sieht aus wie aus dem Bilderbuch.

Die Straße führt mit 5 % weiter bergan. Wir kommen an einem kleinen Freizeitzentrum vorbei ehe es in 3 Serpentinen sehr steil weiter geht. Die Ausblicke und ein seichteres Teilstück sorgen für Abwechslung und Erholung. Dann folgen weitere sausteile Kehren. Hoch über uns sehen wir die Häuschen auf der Passhöhe. Obwohl der Anstieg nur 6 km lang ist, gehört er zu den schönsten die wir gefahren sind.

Spontan entschließen wir uns mit dem Wohnmobil hierher zu fahren und morgen einen Bergwandertag einzulegen. Oben auf der Höhe haben wir herrliche Ausblicke über die Gipfel der Pyrenäen. Allen voran sticht uns der Pic de St. Barthelemy ins Auge. Hier oben stehen vereinzelt Ferienhäuser und sonst nichts. Nach einer wunderschönen Abfahrt, die Straße ist wohl erst vor Kurzem neu geteert worden, geht es zu den beiden letzten Col's für heute.

Wir müssen über den Col de Marmare zum Col de Chioula. Das sind von dieser Ostseite aber nur 300 hm auf 10 km. Also so gut wie auf Scheibe zu fahren. Bis zum Marmare kennen wir ja schon die Strecke von der Hinfahrt und so nehmen wir in Prades die Gelegenheit wahr, an einer Wasserstelle unsere Flaschen zu füllen.

Erst als der Col de Marmare hinter uns liegt, steigt die Straße etwas "steiler" an. Das stellt aber kein Problem dar. Oben suhlen wir uns noch einmal in dem Anblick der schönen Bergwelt. Die Abfahrt nach Ax-Les-Thermes ist kehrenreicher und es sind 700 hm abzubauen. Wir fahren hinter einem Kombi her und haben so Ruhe vor den nachfolgenden Autos.

Die Abfahrt geht viel zu schnell zu Ende und zur Hauptverkehrszeit kommen wir nach Ax-Les-Thermes. Es ist der reine Horror. Aus der Gegenrichtung, Andorra, staut sich der Verkehr und die Straße ist sehr eng und steigt leicht an. Trotzdem müssen sich ein paar Autofahrer an uns vorbeiquetschen. Irgendwie schaffen wir es dann doch die 500 Meter lebendig zu überstehen.

Nach 96 km haben wir bei schönstem Wetter eine wundervolle Tour erlebt. Ein echt gelungener Abschluss. Am Abend fahren wir noch weiter zum Col de Teil. Leider weht mittlerweile ein heftiger Wind dort oben. Wir sind einmal gespannt, ob wir morgen in einer Wolkendecke aufwachen.

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