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Radtouren unserer Pyrenäenreise

Frankreich
 

43. Station unserer Reise, in der Region Midi-Pyrènèes, Department Ariège, Ax les Thermes, Radtour 07/077

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Rennradtouren auf unseren Reisen
 Pyrenäen 2007
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 Radtouren in den Pyrenäen  Ax les Thermes
 Region / Department: F- Midi-Pyrènèes
(Ariège)
Startort:  Ax les Thermes
Ankunft:  Rundstrecke
Streckenlänge:  92 km
Höchster Punkt
 2001 m
Höhendifferenz:
 2650 hm
 Besonderheiten: Rundtour über den Col de Pradel und Col de Pailheres

 

 Beschreibung:

Wir stehen, mit dem Wohnmobil, in Ax-les-Thermes auf einem Standplatz hoch über dem Ort und wollen heute unseren letzten TdF-Anstieg fahren, den Col de Pailheres. Zuvor hat Astrid noch einen anderen Col auf der Karte entdeckt, den Col de Pradel und noch 2 kleinere Cols liegen auf der Strecke.

Wir starten am Kreisverkehr in Ax-Les-Thermes. Die 300 Meter lange Gerade bis zur Eisenbahnbrücke steigt mit 4 % an. Gerade richtig zum warm werden. Das ändert sich hinter der Brücke. Es beginnen einige Serpentinen die uns, an schönen Häusern vorbei, schnell hoch über das Tal bringen. Die Steigung ist mit 5-8% noch als sehr human anzusehen.

Dann teilt sich die Straße, die D 613 führt weiter zum Col de Chioula. Wir verlassen die Vorfahrtsstraße und setzen unsere Fahrt auf der D 25 fort. Die Schilder zum Col de Pailheres weisen uns den Weg. Die Straße wird sofort flacher und so rollen wir durch ein grünes Tal dem Anstieg entgegen. Nach 4 km haben wir in La'Vail den Abzweig zum Col du Pradel erreicht.

Hier steht uns ein Anstieg der besonderen Art bevor. Durch einsamste Gegenden führt die relativ unbekannte kleine Straße (D 2) zum Pass. Wir biegen links auf ihr ab und die Steigung sieht beängstigend aus und liegt zu Beginn bei 12%. Nach zwei steilen Kurven zieht sich die kleine Straße, nun nicht mehr ganz so steil, den Berg empor. I'Eycherque ist der einigste kleine Ansiedlung im Anstieg.

Nachdem der Ort hinter uns liegt, wird es steiler, bis 15% werden erreicht. Nach 3 km beginnt eine Folge der schönsten kleinen Kehren. Wir gewinnen schnell an Höhe und haben fantastische Ausblicke ins Tal. Ein gerades Steilstück über 1 km beendet die Kurverei. Dann gibt es aber eine kleine Wiederholung, nur diesmal windet sich das Sträßchen in größeren Bogen um die Berghänge. Die Ausblicke in die imposante Bergwelt der Pyrenäen genießen wir in vollen Zügen.

Der Straßenverlauf ist weit im Voraus zu erkennen. Noch eine Kurve und der Passübergang liegt vor, aber noch hoch über uns.  Mit 1679 Metern gehört der Col de Pradel nicht zu den niedrigsten Pässen.

September ist in Frankreich Splitzeit, dann werden auf vielen Straßen die Fahrbahnoberflächen mit einer neuen Splitschicht versehen. So beginnt auch hier eine 19 km lange Abfahrt mit frischem Split auf der Fahrbahn. Da ist höchste Vorsicht geboten und das Fahren macht nun nicht so richtig Spaß. Zudem werden wir auch sehr von der wunderschönen Landschaft abgelenkt.

Die kleinen Örtchen in der Abfahrt sind aber allemal sehenswert. Es scheint, als wenn die Uhren hier im Tal stehen geblieben sind. Denn die meisten Häuschen befinden sich fast noch in dem Zustand, wie sie vor mehr als 150 Jahren gebaut wurden.

Defile d'Adouxes, ein schmaler Felsdurchbruch, taucht vor uns auf. Wir nehmen die Gelegenheit wahr, um ein paar Fotos zu machen. Weiter geht die Fahrt, immer noch über frischen Split, talabwärts.

Erst die Straßengablung nach Rodome bringt die lang ersehnte Erlösung. Wir nehmen gerne dafür in Kauf, dass die Straße nun mit 12% ansteigt. Der Anstieg zieht sich über 3 km hin (allerdings nicht ganz so steil) und völlig durchgeschwitzt kommen wir zum Col du Castel.

Im Vorblick erscheint es uns als seien wir im Mittelgebirge angekommen. Leicht wellig erstrecken sich die Berghänge nun zu beiden Seiten der Straße. Zu unserer Überraschung taucht vor uns  noch ein Col-Schild auf. Der Col de Notre Dame ist mit 950 Metern von dieser Seite (West) aber nicht als Anstieg zu sehen.

Das sieht von der Ostseite her bestimmt anders aus. Denn bis zu dem Örtchen Gresse führt die Straße steil bergab. Im Ort haben wir den tiefsten Punkt der Radtour mit 566 Meter über NN erreicht.

An einer Tankstelle, wir halten dort an um eine Cola und leckeres Eis zu genießen, treffen wir auf zwei weitere deutsche Radler. Sie kommen aus Ost-Thüringen und sind mit dem Zelt unterwegs.

Hier beginnt eigentlich auch der Anstieg zum Col de Pailheres, aber das Tal zieht sich ohne größere Steigungen noch bis nach Usson-les-Bains hin. Zwei Straßen stehen nun zur Auswahl,  ein gerader Anstieg, der auf 5 Tonnen begrenzt ist und einen über Serpentinen, den auch LKWs befahren könnten. Da wir Serpentinen Freaks sind wählen wir die kurvenreiche Strecke. Und richtig, herrliche Ausblicke von der schnell ansteigenden Straße zum auf einem Hügel liegenden, verfallenen Chateau sind die Belohnung.

Die Steigung liegt aber immer noch in einem Bereich zwischen 5 und 6%. Nur ganz kurz wird einmal die 14% Grenze geknackt. Es geht in Rouze um den Ort herum und die Ortsausfahrt von Mijanes gibt einen Vorgeschmack auf das was gleich folgt.

Die Straße wird zum Sträßchen. Die erste Doppelserpentine liegt vor uns und die Steigung sieht schwindelerregend aus. Es läuft aber besser als gedacht und die 14% liegen schnell hinter uns. Eine lange Gerade durch dichten Wald folgt nun. Zum Glück gibt es hier kaum Autoverkehr.

Es wird nun, nachdem der Tag doch sehr warm war, zunehmend kälter und eine steife Briese von vorn erschwert den weiteren Anstieg. Dann ist das lange Teilstück, wir kommen dabei durch ein weiter werdendes Tal mit bezaubernde Ansichten, zu Ende. Noch einmal genießen wir den im Gegenlicht vor uns glitzernden Bach. 1600 Meter sind wir hoch und zu unserer Rechten türmt sich eine der schönsten Serpentinenstraßen der Pyrenäen auf.

Eng liegen die Kehren übereinander und sie sind herrlich zu fahren. Der Blick nach unten ist einfach grandios. Die Kehren wollen anscheinend wirklich nicht enden und wir wollen es wohl auch so.

100 Meter unterhalb der Passhöhe teilt sich die Straße. Eine verläuft geradeaus, genau auf den Pass zu und die andere verschwindet am Berghang links von uns. Auf dem Garmin entdecke ich da sehr viele Kurven. Also keine Frage, die Kurven sollen es sein.

Auch die TdF verläuft hierher und viele Namen der Rennfahrer schmücken die Fahrbahn. Die Straße schraubt sich so noch über die eigentliche Passhöhe und eine kleine Abfahrt mit kurzem Gegenanstieg beendet diese einmalige Auffahrt.

Unser letzter TdF-Anstieg in den Pyrenäen ist Geschichte. Es herrscht hier oben ein eisiger Wind und die rasende Abfahrt sorgt für noch tiefere Temperaturen. Es geht erst über einige steile Serpentinen bergab zum Ascou-Pailheres, einem großen Skigebiet.

Im weiteren Verlauf führt die Straße, in den Felshang gemeißelt, weiter bergab. Wir können kaum die Bremsen lösen und haben eine rasende Geschwindigkeit, dazu kommt das heftige Frostgefühl.

Wir verlieren dabei schnell an Höhe und es wird zunehmend wärmer. An einem kleinen Stausee nehmen wir die Gelegenheit wahr, uns in der Abendsonne ein wenig aufzuwärmen. Das gelingt aber nicht so richtig. Also Augen zu und durch. Schnell passieren wir Ascou und kommen wieder zur D 613. Die Straße weißt einen super glatten Belag auf und so können wir es in den Serpentinen hinab nach Ax-les-Therms richtig rollen lassen.

149 Tage in den und um die Pyrenäen herum sind nun vorbei und zum Abschluss in dieser herrlichen Bergwelt wollen wir uns morgen noch einmal etwas Besonderes gönnen. Da hat Astrid doch auf einer Straßenkarte eine rot eingezeichnete, mit vielen Windungen versehene Straße entdeckt. Sie führt hinauf zu dem Abbaugebiet des Talc (Talkum). Ich befürchte zwar viel Werksverkehr, doch Astrid lässt sich nicht davon abbringen. Auch gibt es noch ein Skigebiet, den Col de Teil, es liegt schon im Departement Aude.

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