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Radtouren unserer Pyrenäenreise

Frankreich
 

35. Station unserer Reise, in der Region Aquitaine, Department Pyrènèes-Atlantiques, Montaut, Radtour 07/061

1-5 | 6-10 | 11-15 | 16-20 | 21-25 | 26-30 | 31-35 | 36-40 | 41-45 | 46-50 | 51-55

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Rennradtouren auf unseren Reisen
 Pyrenäen 2007
Radtour 07/61 Pyrenäen auf einer größeren Karte anzeigen
 Radtouren in den Pyrenäen  Montaut
 Region / Department: F- Aquitanien
(Pyrènèes-Atlantiques)
Startort:  Montaut
Ankunft:  Rundstrecke
Streckenlänge:  98 km
Höchster Punkt
 1710 m
Höhendifferenz:
 1950 hm
 Besonderheiten: Schöne Rennradtour über den Col de Soulor und Col d'Aubisque

 

 Beschreibung:

Ca. 13 km westlich von Lourdes, in einem kleinen Dorf bei Lestelle Betharam, genau gesagt in Montaut, haben wir an einer Sporthalle einen Standplatz gefunden.

Wir sind so gut wie 3 Tage kein Rad mehr gefahren. Nur eine kurze Abendrunde war schon mal drin.  In dem Buch "Pässe der Tour de France" habe wir gelesen, dass der Nordanstieg zum Col de Soulor der Schönste ist. Da wir in der Nähe von Lestelle-Betharam parken ist das genau das Richtige für uns.

Um 12 Uhr geht es los. Wir fahren an dem Kloster vorbei und nehmen den Weg über den Berg zur D 126. Wir sind schon am Vortag hier spazieren gegangen und die Serpentinen sahen schon sehr steil aus. Doch sie lassen sich besser fahren als gedacht. Allerdings sind mit dieser Abkürzung, zum Col de Soulor, auch 150 Höhenmeter zu überwinden. Nach 10 km haben wir das Tal des Le Ouzom erreicht.

Es gab bislang so gut wie kein Auto auf der Straße und auch hier ist es sehr einsam. Der erste Ort im Tal heißt Arthez d’Arzom. Er ist sehr klein und liegt wie ausgestorben da. Ein kleiner Anstieg beginnt nach dem Ort. Er verflacht aber auch sehr schnell und es sind immer nur kleine Wellen zu fahren. Schön sind auch die Einbahnstraßen, hier werden die beiden Fahrtrichtungen durch den Fluss geteilt. Nach 20 km im Flusstal des Le Ouzom, zweigt links die Strecke zum Col de Spandelles ab und immer ist es noch relativ flach.

In Ferieres  angekommen werden noch einmal die Trinkflaschen gefüllt und dann wird es sehr steil. Wie aus dem Nichts steigt die Straße nach der Linkskurve im Ort an. Direkt nach der ersten Serpentine gibt es auf einem Schild die ersten Hinweise zu der Strecke. Es verspricht für den nächsten km 9,5%. Mein HAC zeigt allerdings immer Werte über 10% an. Die Auswertung ergibt auch für diesen km eine durchschnittliche Steigung von 10,5%. Die Straße führt durch den Wald und es lässt sich gut fahren.

Nur nicht verausgaben, denke ich und lasse es ruhig angehen. Astrid habe ich hinter mir verloren und ist nicht zu sehen. Nun wird es mit Steigungen zwischen 6-8% wieder etwas flacher. Die Straße ist gut und so rollt es auch. In Arbeost hört der Wald auf und es beginnen die Serpentinen. Rechts von mir sehe ich schon die Passhöhe des Aubisque. Verdammt hoch bis dahin denke ich, aber es ist hier lange nicht so schwer wie bei unseren letzten beiden Touren (Marie-Blanque und Col Bagargui)

Auf der rechten Straßenseite geht es mehrere hundert Meter tief hinab. Ich traue mich manchmal gar nicht am Fahrbahnrand zu fahren. Dann sehe ich auf der gegenüberliegenden Felswand (Cirque de Litor) die Straße zum Aubisque in den Fels gemeißelt. Ich fahre direkt darauf zu und nur ein unheimlich tiefes Tal trennt mich noch davon. Dann schwenkt die Straße noch mal nach links ab und 2 Serpentinen liegen noch vor mir. Sie sind schnell geschafft und die Passhöhe des Soulor, mit 1472 Meter über NN, ist erreicht.

 


Blick auf Cirque de Litor


Nachdem Astrid da ist, fahren wir weiter zum Col d'Aubisque. Die Straße führt erst einmal 100 Meter bergab. Es herrscht viel Verkehr und das geht mir ein wenig auf die Nerven. Nach dem ersten Tunnel steigt die Straße wieder an, ohne allerdings steil zu sein, ca. 4-5%. Das ändert sich nach dem 2. Tunnel. Schnell ist die 8% Marke erreicht. Viele Radler sind hier unterwegs, es ist schon ein großer Anziehungspunkt und durch die unwahrscheinlichen Ausblicke ein echtes Erlebnis. Auf einer Höhe von 1710 Metern über dem Meer ist es schließlich geschafft. Ein weiterer bekannter Anstieg schmückt unsere Pässeliste.

Hier oben, am Col d'Aubisque, herrscht Trubel. Verkaufsstände, übergroße Fahrradmodelle in TdF Farben und viele, viele Menschen tummeln sich hier. Wir beratschlagen kurz wie wir weiter fahren und nehmen die Abfahrt nach Laruns. Auch diese wird ein Erlebnis für uns. Nach mehreren wunderschönen Serpentinen kommen wir durch den Wintersportort Gaurette. Sehr steil geht es weiter hinab bis nach Eaux-Bonnes. Es ist ein mondäner Badeort. Kurz darauf geht rechts eine kleine Straße (D 240) ab die uns weiter nach Laruns bringt.

Hier nehmen wir auch nicht die stark befahrene Hauptstraße, sondern bleiben auf dieser Seite des Flusses und fahren weiter auf der D 240 fast autofrei bis nach Louvie-Mouson. Erst hier wird die Straße wieder belebter und es geht dazu steil hoch aus dem Ort hinaus. Die D 35 wird von den Autos sehr schnell befahren und es ist uns unangenehm, oft sehr dicht überholt zu werden. So nutzen wir die nächste Möglichkeit das zu ändern. Wir biegen rechts ab und nehmen den Umweg, den wir über die D 335 machen müssen gerne in Kauf.

Landschaftlich sehr schön geht es bis kurz vor Assom. Dort kommen wir wieder auf die D 35 und in Ignon biegen wir rechts ab. Bis Lestelle-Betharam ist es nun nicht mehr weit und die Straße ist zudem flach. So kommen wir schnell zu unserem Ausgangspunkt Montaut zurück. 98 km und 1950 hm liegen hinter uns, dazu die Gewissheit eine wunderschöne, erlebnisreiche und eindrucksvolle Tour hinter uns zu haben.

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