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Radtouren unserer Pyrenäenreise

Frankreich
 

34. Station unserer Reise, in der Region Aquitaine, Department Pyrènèes-Atlantiques, Montory, Radtour 07/060

1-5 | 6-10 | 11-15 | 16-20 | 21-25 | 26-30 | 31-35 | 36-40 | 41-45 | 46-50 | 51-55 | 56-60 | 61-64

01_Radtour_07_60_01_Col_de_Bagargi_Tour_Col_d_Aphanize_Profil_20070804.jpg Radtour 07 60 02 Col de Bagargi Tour Col d Aphanize PICT1686.jpg Radtour 07 60 03 Col de Bagargi Tour Col d Aphanize PICT1687.jpg Radtour 07 60 04 Col de Bagargi Tour Col d Aphanize PICT4421.jpg Radtour 07 60 05 Col de Bagargi Tour Col d Aphanize PICT4422.jpg  

 
Rennradtouren auf unseren Reisen
 Pyrenäen 2007
Radtour 07/60 Pyrenäen auf einer größeren Karte anzeigen
 Radtouren in den Pyrenäen  Montory
 Region / Department: F- Aquitanien
(Pyrènèes-Atlantiques)
Startort:  Montory
Ankunft:  Rundstrecke
Streckenlänge:  95 km
Höchster Punkt
 1330 m
Höhendifferenz:
 2450 hm
 Besonderheiten: Schwere Rennradtour über den Col de Bagargui und Col d'Aphanize

 

 Beschreibung:

Die Sonne steht hoch am Himmel und es verspricht ein schöner Tag zu werden. Der Standplatz in Montory hat sich als sehr gut erwiesen. Zu unserer heutigen Radtour starten wir um 10 Uhr und fahren auf der kleinen Nebenstraße (D759) in Richtung Larrau. Nach einem Kilometer steigt die Straße an und mit 7% Steigung geht es zum ersten kleinen Col mit 400 Meter über NN.

Über Haux geht’s weiter zur D 26. Wir biegen links ab und die Straße führt uns an der La Saison entlang bergauf. Nach 17 km beginnt die erste schwere Prüfung für heute. Mit 10% Steigung führt die Straße auf 2,5 km nach Larrau hoch. Die Temperaturen liegen bei 30° Celsius und so fließt mancher Tropfen Schweiß. Im Ort biegen wir rechts auf die D 19 ab.

Hier beginnt der Anstieg zum Col de Bagargui kurioser Weise mit einer Abfahrt. Sie dauert natürlich nicht lange, aber wir verlieren erst einmal wieder 150 Höhenmeter.  Nun geht es auf den nächsten 2,5 km noch recht harmlos zu und ein kurzes Flachstück sorgt sogar noch einmal für eine kleine Verschnaufpause.

Die Straße verläuft noch im Wald und folgt einem kleinen Bach bergan. Mit Beginn der Serpentinen weicht der Wald zurück und die Steigungszahlen schnellen nach oben. 12, 14, ja sogar 16 % werden auf den nun folgenden 9 km erreicht. Durchschnittlich 9,4% hat dieser Anstieg und er bietet hervorragende Aussichten. Wir sind zu sehr mit uns beschäftigt und können an dieser Stelle der schönen Landschaft nichts abgewinnen.

Nach jeder Kehre türmt sich ein weiterer steiler Straßenteil vor uns auf. Ich finde aber einen guten Rhythmus und einzig die hohen Temperaturen, es sind mittlerweile 32°C,  machen mir zu schaffen. Nachdem die Serpentinen hinter mir liegen, habe ich eine erschreckend lange steile Gerade vor mir.

34° Celsius zeigt mein HAC inzwischen und der Schweiß läuft mir in die Augen. Da ich fast ununterbrochen im Wiegetritt fahre, habe ich keine Möglichkeit sie trocken zu wischen. 13,5% Steigung verspricht die Hinweistafel für den nächsten km. Und noch ist kein Ende in Sicht. Die Beine schon müde und der Kopf überhitzt, lenke ich mich doch ein wenig mit der zu allen Seiten sichtbaren Bergwelt ab. Die Temperatur liegt mittlerweile bei 35° Celsius. Das ist für unser Bestreben, vorwärts zu kommen, auch nicht gerade hilfreich.



Hochebene Iraty


Bei fast allen Pyrenäenpässen gibt es Schilder am Straßenrand, die die Steigungen für den nächsten Kilometer anzeigen. So taucht dann endlich das nächste Schild vor mir auf. Meine Hoffnung auf 1-stellige Prozentzahlen wird durch die 11 auf dem Schild zunichte gemacht. Der Kampf geht weiter und das Radeln wird immer mühsamer.

Dann ist der letzte km erreicht und mit „nur“ 7,5 % geht es zur Passhöhe. Astrid meint nach ihrer Ankunft auf dem Pass, sie hätte für das Bergefahren nichts mehr übrig. Hier oben befindet sich eine Siedlung mit Ferienhäuschen und auch öffentliche Toiletten finden wir. Die Abfahrt, wir fahren weiter auf S. Jean zu, scheint uns genau so steil wie die Auffahrt. An der Straßenteilung zur D18 unterbrechen wir die Fahrt und sehen uns ein wenig auf dieser wunderschönen Hochebene Iraty um.

Wir entdecken dabei auch einen schönen Wohnmobil-Standplatz (N43 02.466 W1 04.456). Ihn tragen wir in unserer Wunschliste, für unseren nächsten Pyrenäenbesuch, ein.

Es folgt der, von dieser Seite aus, kurze Anstieg zum Col de Burdincurutcheta. Nach 2,5 km haben wir ihn geschafft und freuen uns auf die Abfahrt nach Mendive. Es heißt aber höllisch aufpassen, denn sie ist sehr steil und der Straßenbelag aufgerissen. Die Ausblicke sind aber fantastisch und im Vorblick sehen wir schon zu unserer Rechten die Auffahrt zum Col d'Aphanize.

Kurz vor Mendive biegen wir rechts in die unscheinbare D 417 ein. Kaum um die Ecke gefahren, stockt mir der Atem. 200 Meter vor uns baut sich eine graue Wand auf. Das Straße zu nennen wäre hier falsch. Ich denke spontan über eine alternative Route nach. Astrid fährt aber an mir vorbei und animiert mich ihr gleich zu tun. Immer noch uneins mit mir, überzeugt mich Astrid von der Weiterfahrt. Na gut, dann soll es eben so sein.

Die nächsten 6 km geht es mit durchschnittlich 8,5 % den Berg hinauf. Die Aussicht ist auch auf dieser Bergseite grandios. Der Anstieg wird nur einmal von 2 Kehren unterbrochen, sonst sehen wir die Straße vor uns am Berghang der Höhe zu streben. Meine Trinkflasche ist nun schon seit fast 2 Stunden leer und es gab keine Gelegenheit sie zu befüllen. Die Anstrengungen, gepaart mit der hohen Temperatur, es ist inzwischen 37°C, sorgt für einen immensen Flüssigkeitsverlust. Ich werde immer schwächer.

Wie können 6 km doch lang werden und wie kann eine Straße, in meinem jetzigen Zustand, doch steil aussehen. Ein kurzes Teilstück, es können so 800 Meter sein, lassen uns noch einmal durchatmen. Nun steht uns ein unwahrscheinliches Finale bevor. Durchschnittlich 9,7% steigen die letzten 3 Kilometer an und dazu die Passhöhe immer fest vor Augen.

Schon der Anblick quält einen. 150 Meter vor der Passhöhe ist bei mir Schluss. Ich steige vom Rad, doch das Schieben ist genauso anstrengend. Astrid kommt an mir vorbei und ich kann schnell noch 2 Fotos von ihr machen. Sie quält sich genauso und sie tut mir ein wenig Leid. Aber sie steigt nicht ab und zwingt sich zum Weiterfahren.

Dann ist es geschafft, wir sind schon das 2. Mal hier oben, nur damals kamen wir über die Ostseite und den Col de Burdin hier hoch. Dieser fliegt in der Abfahrt nur so an uns vorbei, allerdings müssen wir auf die vielen Pferde und Kühe, die hier oben frei weiden, achten.

Nach einem Straßenabzweig, wir fahren nun auf der D147 weiter, werden wir für die nächsten 7 km von dichtem Wald umschlossen. Auch dieses Teilstück, es führt bis zu dem Örtchen Assurucq, ist sehr steil, aber dafür kaum von Autos befahren. In der Ortschaft dann endlich die Erlösung: Wasser. Ich glaube den ersten Liter habe ich auf Ex getrunken. In der Abfahrt hat sich der Körper aber wieder gut erholt und über kleine Schleichwege, die man eigentlich nur mit einem GPS-Empfänger fahren kann, geht es über Tardets-Sorholus zurück nach Montory, dem Ausgangspunkt dieser Tour.

Es war, vielleicht auch wegen der hohen Temperaturen, unsere schwerste Tour in den Pyrenäen.

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