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Radtouren unserer Pyrenäenreise

Frankreich
 

34. Station unserer Reise, in der Region Aquitaine, Department Pyrènèes-Atlantiques, Montory, Radtour 07/058

1-5 | 6-10 | 11-15 | 16-20 | 21-25 | 26-30 | 31-35 | 36-37

Col de Marie Blanque Tour 07 58 01 Profil  20070801.jpg Col de Marie Blanque Tour 07 58 02 PICT1568.jpg Col de Marie Blanque Tour 07 58 03 PICT1570.jpg Col de Marie Blanque Tour 07 58 04 PICT1572.jpg Col de Marie Blanque Tour 07 58 05 PICT1573.jpg  

 
Rennradtouren auf unseren Reisen
 Pyrenäen 2007
Rennradtour 07/58 Pyrenäen auf einer größeren Karte anzeigen
 Radtouren in den Pyrenäen  Montory
 Region / Department: F- Aquitanien
(Pyrènèes-Atlantiques)
Startort:  Montory
Ankunft:  Rundstrecke
Streckenlänge:  101 km
Höchster Punkt
 1038 m
Höhendifferenz:
 2000 hm
 Besonderheiten: Westauffahrt
Col de Lie, Col d'Ichere und Col de Marie-Blanque

 

 Beschreibung:

 

Der Standplatz in Montory ist gut und Menschen sehen wir hier auch keine mehr. Alle haben wohl ihre Neugierde befriedigt und uns beguckt. Wir stehen an einem Chalet-Gelände und dort sind einige Urlauber. Heute sind wir etwas früher dran, denn unsere Runde hat über 100 km und 3 Col’s. Aber auch der Rest der Strecke ist hügelig und nicht einfach. Unser Hauptziel ist der von der TdF bekannte Col de Marie-Blanque.

Um 10 Uhr starten wir in Montory und unsere Tour führt uns über die leicht hügelige Straße nach Arette. Hier beginnt der Anstieg zum Col de Lie. Wir sind ihn ja schon vor 5 Wochen einmal gefahren und die niedrige Passhöhe von 600 Metern täuscht ein wenig über die Schwierigkeit hinweg.

Kaum haben wir Arette verlassen, beginnt nach 500 Metern die steilste Passage. Leider wird unser Fahrspaß auf dieser kleinen Straße von einigen Autos gestört. Zu dicht werden wir vor engen Kurven überholt. Wir gewinnen schnell an Höhe und die Steigungsprozente pegeln sich nun zwischen 7 und 8 % ein. Oben warte ich auf Astrid und sie kommt überraschend schnell. Ihre Krankheit scheint überwunden und sie meint, der Col wäre ihr einfacher wie beim ersten Mal gefallen.

Die Abfahrt ist auch sehr steil und unten kommen wir zu dem Örtchen Loudius-Ichere. Wir waren ja schon gestern hier, als wir vom Col de la Pierre Saint Martin kamen. Ich nehme die Gelegenheit wahr und mache von der Wasserstelle ein Foto. Die Fahrt führt uns weiter zum Col d'Ichere. Auch dieser Anstieg ist nicht ohne. Die 350 Höhenmeter, die wir dabei überbrücken müssen, fallen mir schwerer als gedacht.

Die Abfahrt bringt uns zur N 134 auf der wir sehr viel Verkehr erwarten. Es wird aber besser, als wir uns das dachten.

Der Ort Escot kommt mir viel zu schnell näher und schon befinden wir uns im Anstieg zum Col de Marie-Blanque. Die ersten 5 Kilometer sind fast flach und wir haben kaum an Höhe gewonnen. Dann aber geht es los, das Schild mit den Daten des Passes verspricht für den nächsten km 11%. Kenne ich schon, denke ich und tue mir die Ruhe an.

Der Kilometer vergeht und auf dem nächsten Schild sehe ich 9 %. Alles in Butter denke ich mir, so kann es ja weiter gehen. Auch dieser Kilometer vergeht und schon vom Weiten erkenne ich auf der folgenden Tafel eine 2 stellige Zahl. Als ich sie dann lesen kann und sie als 13 identifiziere, wird mir doch ein wenig anders. Soll ich absteigen und schieben? Die Temperaturen liegen um die 30° Celsius sind auch nicht gerade hilfreich. 

Aber es geht ja noch, oder doch schieben? Der Zweifel an meine Leistungsfähigkeit ist groß und was ich vor mir die ganze Zeit sehe ist erschreckend. Hört das denn nie auf? Dann ist der km vorbei und die nächste Angabe fällig, wie wird sie ausschauen? 11% erkenne ich, Scheiße, es geht also so weiter, aber wer mit Pässen prahlen will, muss da durch. Es geht überraschend gut, ich tue mir die Ruhe an und komme im Wiegetritt gut vorwärts. Der letzte km mit 10% ist dann nur noch eine leichte Hürde.

Das Ende ist ja in Sicht und das ist auch zu schaffen. Astrid kommt auch hier überraschend schnell nach. Während ich es mir auf der Sonnenwiese  bequem mache, muss sie noch eine Bergbesteigung unternehmen. Nach einer langen Pause fahren wir weiter zum Plateau Bielle. Hier sehen wir viele Urlauber und viele frei laufende Pferde (Schlachtpferde). Dieses Plateau ist auch eine wunderbare Stelle für das Wohnmobil.

Auf der Abfahrt nach Bielle sehen wir viele große Vögel. Auf einer Wiese weiter unten auch, ich denke zuerst an Truthähne, aber sie entpuppen sich als Geier, die  Aas gefunden haben. In Bielle halten wir an und füllen an dem Dorfbrunnen unsere Flaschen auf.

Unsere Fahrt geht weiter nach Arudy. Hier biegen wir nach Westen ab und die eben noch viel befahrene Straße ist wieder leer. Die D 918 folgt für 8 km dem Lauf der Le Gave D'Ossau und steigt dabei ständig an. Es ist aber schön zu fahren, denn motorisierten Straßenverkehr gibt es fast garnicht. Die Straße führt uns nach Lurbe Saint-Christiau.

Wir biegen links auf die N 134 ab und folgen dieser bis wir die Schilder nach Arrette sehen. Auch hier ist hügeliges Gebiet, aber da es immer rauf und runter geht, ist es gut zu fahren. Einzig die dunklen Wolken geben uns zu denken. Und schon bekommen wir einzelne Nieseltropfen ab. Das war es aber auch schon, zum Glück bleibt es für den Rest der Strecke trocken.

Kurz vor Arrette haben wir noch eine schöne Steigung zu meistern. Die Abfahrt in den Ort hinein entschädigt uns aber. Auch Lonne liegt auf einem Berg und da gibt es noch ein wenig zu klettern. Nach 104 km und 2000 hm haben wir es geschafft und sind wieder in Montory. Fazit: Die Westseite des Col de Marie-Blanque war wohl der schwerste und steilste Anstieg den wir bisher gefahren sind, besonders bei Temperaturen um die 30° Celsius.

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