RTF, Radmarathon, Pässe und mehr

Radtouren unserer Pyrenäenreise

Frankreich
 

34. Station unserer Reise, in der Region Aquitaine, Department Pyrènèes-Atlantiques, Montory, Radtour 07/057

1-5 | 6-10 | 11-15 | 16-20 | 21-25 | 26-29

Profil 07 57 20070731.jpg Radtour 07 57 02 Col de Houcere Auffahrt PICT1521.jpg Radtour 07 57 03 Col de Houcere Auffahrt PICT1522.jpg Radtour 07 57 04 Col de Houcere Auffahrt PICT1523.jpg Radtour 07 57 05 Col de Houcere Auffahrt PICT1524.jpg  

 
Rennradtouren auf unseren Reisen
 Pyrenäen 2007
Rennradtour 07/57 Pyrenäen auf einer größeren Karte anzeigen
 Radtouren in den Pyrenäen  Montory
 Region / Department: F- Aquitanien
(Pyrènèes-Atlantiques)
Startort:  Montory
Ankunft:  Rundstrecke
Streckenlänge:  77 km
Höchster Punkt
 1624 m
Höhendifferenz:
 1800 hm
 Besonderheiten: Nordauffahrt
Col de Hourcere, Col de Soudet,
Arette de la Pierre Saint Martin

 

 Beschreibung:


Wir haben in Montory, der Ort liegt zwischen Arette und Tardets-Sorholus, einen Standplatz am Ende des Dorfes gefunden. Anscheinend ist es im Dorf Pflicht, dass alle Einwohner einmal bis zu unserem Wohnmobil gelaufen sein müssen. Denn es herrscht reger Betrieb. Heute will Astrid eine Radtour versuchen, aber leichte Touren gibt es hier nicht. Unser Plan ist es, über den Col de la Pierre Saint Martin nach Spanien zu fahren und über den Col Larrau wieder zurück. Hoffentlich ist sie ihr nicht zu schwer und zu lang.

Es gibt zu der Passhöhe Col de la Pierre Saint Martin gleich 5 Auffahrten. Die beiden Hauptanstiege, einmal von der spanischen Seite in Isaba und einmal das französische Gegenstück, es beginnt in Arrette. Zudem führen noch 3 sehr kleine Straßen dort hoch. 2 hatten wir ja schon hinter uns. Es ist der Anstieg von Arrette über den Col de Lie und dem Col de Labays und der Andere, war ja unsere Anfahrt zur TdF  Etappe vor 5 Tagen. Er ging von der Le Saison über Saint Engrace.

Wir wählen für heute die 5. Möglichkeit. Sie führt über eine sehr kleine Straße zum Pass hinauf. Leider verläuft sie auf unserer Garminkarte nicht durchgänging bis nach oben. Aber das haben wir ja schon oft in Spanien erlebt. Dort gibt es auch viel mehr Straßen, als auf den Garminkarten verzeichnet.

Wir starten sehr spät und fahren in Richtung Arrette. Schon auf dieser Straße gibt es einen kurzen Anstieg. Kurz vor Arrette zweigt eine kleine Straße, die wir für unseren Anstieg zum Col de la Pierre Saint Martin ausgesucht haben, ab.

Nachdem wir uns auf der kleinen Nebenstraße befinden, tut sich erst einmal nicht viel. Die Straße führt fast flach durch das Tal, aber gradlinig auf einen mächtigen, bewaldeten Berghang zu. 1-2 % Steigung, mehr gibt es auf  den ersten 7 km nicht. Rechts und links von uns sehen wir nur kleinere Anwesen und Häuschen. Orte sind in diesem Tal auch Fehlanzeige.

Nachdem wir die Brücke eines kleinen Flüsschens  überquert haben, steigt die Straße steil an und schon bald befinden wir uns im dichten Wald. Bei  30° Celsius kommt uns das ganz gelegen, denn er ist ein guter Schattenspender. Auch die Serpentinen beginnen nun und was für welche.

Steil schraubt sich die Straße über 19 Kehren den waldreichen Berghang hoch. In dem unteren Teil ist die Steigung, mit 11% am größten. Sie hält allerdings fast 1,5 km an. Dann wird es mit 8-9% etwas flacher. Die Ausblicke nach Norden, in die unendlich weite Ebene, sind gigantisch. Da zudem keine Autos weit und breit zu sehen sind, macht der Anstieg richtig spaß.

Schnell habe ich meinen Rhythmus gefunden und die Kurven fliegen an mir vorbei. Einzig Astrid ist weit zurück gefallen. Später erzählt sie mir, dass sie wegen ihres schwachen Zustandes, zum ersten Mal die beiden größten Ritzel, (30 und 34) benutzt hat. So kann sie einigermaßen erträglich hoch spulen.

Nachdem die Straße den Wald hinter (unter) sich gelassen hat, habe ich sagenhafte Ausblicke ins Hochgebirge. Die Temperatur liegt inzwischen um die 35° Celsius, und ich wünsche mir die Schatten spendenden Bäume herbei.  Ich passiere bei der Fahrt über die Hochebene, mehrere Cols, den Col de la Hourcere, Col de Lataillade und den Col de Sainte Gracie. Hier endete wohl früher die Straße. Nun befindet sie sich aber in einem guten Zustand und nach einer kurzen Abfahrt komme ich zum Col de Suscousse.

Die Straße von Saint Èngrace kommt von rechts dazu. Es geht in einer Rechtskurve wieder in den Wald hinein und die Steigung liegt bei 10%. Nach einer Doppelkehre hört auch bald der Wald wieder auf und  wir genießen die Ausblicke in die unwirkliche Felslandschaft. Die Steigung lässt etwas nach und am Col de Soudet (1520 Meter über NN) stößt unsere kleine Nebenstraße auf die Hauptauffahrt der D 132.

Ich warte nicht auf Astrid und fahre bis zum Skizentrum. Die 3 km bis dorthin sind bei einer Steigung von 6,5% eine reine Genussfahrt. Nach einiger Zeit trudelt Astrid ein und gibt mir zu verstehen, dass sie die Runde über Col de Larrau nicht machen möchte. Zu sehr strengt sie das heute noch alles an.

Wir suchen eine vernünftige und verkehrsruhige Rückfahrt und nehmen die über den Col Labays. Die Straße ist sehr schmal und sehr kaputt. Bei unserer letzten Auffahrt hatten wir das nicht so wahrgenommen. Nun müssen wir mehr bremsen als es den Felgen gut tut.

Na ja, zumindest ist es trocken und der Fahrtwind kühlt bei den hohen Temperaturen schön. In Loudios-Ichere machen wir an der Brücke eine kleine Pause. Wir beschließen nicht über den Col de Lie, sondern durch das Tal zurück nach Arrette zu fahren. Der Asphalt hat sich so sehr aufgeheizt, dass er Blasen wirft. Immer wenn wir darüber fahren, knallt es.

Auf der Hauptstraße gibt es noch einen kleineren Anstieg und vor Montory auch. Sie  sind aber halb so schlimm und nach 77 km und 1800 hm haben wir das Wohnmobil wieder erreicht. Für morgen haben wir uns eine Tour über den Col de Marie-Blanque ausgesucht.

Drucken

Inhalte, Konzept und Umsetzung: Hermann Dirr, Templates: intwerb.de