RTF, Radmarathon, Pässe und mehr

Radtouren unserer Pyrenäenreise

Frankreich
 

33. Station unserer Reise, in der Region Aquitaine, Department Pyrènèes-Atlantiques, Le Saison Laugibar, Radtour 07/056

1-5 | 6-10 | 11-15 | 16-20 | 21-25 | 26-30 | 31-35 | 36-40 | 41-45 | 46-49

01 Tour 07 56 Profil 07 56 20070725.jpg 02 Tour 07 56 PICT3848 TdF Am Col de Peyresourde.jpg 03 Tour 07 56 PICT3849 Aufahrt zum Col de Bales.jpg 04 Tour 07 56 PICT3851 Auffahrt zum Col de Bales.jpg 05 Tour 07 56 PICT3855 Auffahrt zum Col de Bales.jpg  

 
Rennradtouren auf unseren Reisen
 Pyrenäen 2007
Rennradtour 07/056 Pyrenäen auf einer größeren Karte anzeigen
 Radtouren in den Pyrenäen  Le Saison (Laugibar)
 Region / Department: F- Aquitanien
(Pyrènèes-Atlantiques)
Startort:  Le Saison D 26 / D 113
Ankunft:  Hin- und Rückstrecke
Streckenlänge:  49 km
Höchster Punkt
 1736 m
Höhendifferenz:
 1450 hm
 Besonderheiten: Nordwestauffahrt
Col de la Pierre Saint Martin

 

 Beschreibung:

In der letzten Woche kamen wir nicht zum Radeln, sondern waren der Tour de France auf den Fersen. Die erste Bergetappe der TdF in den Pyrenäen haben wir am Col de Peyresourde erleben dürfen. Das Zeitfahren, tags zuvor erlebe ich am TV. Astrid hat dazu keine Lust und macht eine Radtour über den Col de Bales. Das Streckenprofil und den Track möchte ich euch nicht vorenthalten. Auch hier konnte ich im Vorfeld keine Route erstellen, da die Straße in der Garmin-Karte am Col de Bales  nicht durchgeht. Den GPS-Track findet ihr unten auf dieser Seite.

Streckenverlauf: Peyragudes / Les Agudes, Ostabfahrt Col de Peyresorde, Südauffahrt Col de Bales, Nordabfahrt Col de Bales, Nordauffahrt Col de Bales und Ostauffahrt über Col de Peyresourde nach Peyragudes / Les Agudes

Vom Col de Peyresourde sind wir um Fluss Le Saison weiter gefahren. Unser Standplatz befindet sich zwischen Tardets und Larrau an einer kleinen Brücke. Auf dieser Straße wird auch heute die TdF vorbei kommen, doch wir wollen das Fahrerfeld und die Tourkarawane oben bei der Bergwertung am Col de la Pierre Saint Martin erleben.

Wir stehen ein wenig früher auf und machen uns um 9:30 Uhr, mit dem Rad, auf dem Weg zum Col de la Pierre Saint Martin. Dort ist die 2. Bergwertung am heutigen Tage. Die Tour-Etappe führt über den Col de Larrau, Col de la Pierre Saint Martin, Marie-Blanque zum Col d'Aubisque.

Zu unserer Radtour:

Auch wir haben 3 Col’s zu bewältigen, aber sie liegen hintereinander und sind jeweils nur 100 Meter höher. Zuerst werden wir beim Start von einem übereifrigen Polizisten aufgehalten. Er deutet uns an, die paar hundert Meter bis zur Nebenstraße zu Fuß zurück zu legen. Na ja, es ist halt seine Aufgabe.

Kaum haben wir den Abzweig erreicht sehen wir ein Schild mit den Daten des Anstieges. Ich schau es mir gar nicht erst an, denn ich weiß, dass wir von 350 Meter über NN auf über 1700 Meter kommen müssen. Bei 20 Kilometern eigentlich nicht so schlimm. Doch es wird heftiger als erwartet. Bis km 10, das ist etwa bei dem Örtchen S. Engrace, haben wir nur 300 Höhenmeter überwunden. Wir sehen Schilder die zur Gorges de Kakuvetta hinweisen. Dieser grandiosen Schlucht werden wir in den nächsten Tagen noch einen Besuch abstatten.

Mir wird Angst und Bange wenn ich mir die restlichen Daten durch den Kopf gehen lasse.  Die Anstiege sind in den Pyrenäen alle mit Schildern versehen die die Daten des nächsten Kilometers anzeigen. So kann ich für den nächsten km die Steigungszahl 11 % entdecken. Vor mir sehe ich auch schon weit im Vorfeld die Straße hoch über uns. Schnell ist mein Puls auf 170 Herz  und ich beginne, eigentlich mehr mit mir zu kämpfen, als mit dem Berg. Ich wünsche mir das Münsterland mit seinen flachen Radwegen herbei. Denke ans Umkehren, bezweifele, ob das überhaupt das Richtige für mich ist.

Dann liegt der Kilometer hinter mir und ich kann mich bei 7 % erholen. Aber schon das nächste Schild verspricht 9 %. Ich habe nun meinen Rhythmus gefunden und auch die folgenden, wiederum 11 %er können mich nicht mehr schocken. Nun läuft es und ich kann mich voll auf die Landschaft konzentrieren. Autos sehen wir nicht, denn die Straße ist ja wegen der TdF gesperrt. Die Bergwelt wird immer grandioser und nun weiß ich wieder was mir das Pässe fahren bringt.

Der erste Col ist mit der Einfahrt einer Nebenstraße, sie kommt von Lanne hoch, erreicht. Es ist der Col de Suscousse mit 1216 Metern. Noch liegen über 500 Höhenmeter vor uns. Nach weiteren 4,5 km ist der nächste Col, der Col de Soudet mit 1540 Metern, erreicht. Hier ist alles für die TdF abgesperrt. Ich fahre weiter bergan, denn bis zum Col de la  Pierre Saint Martin sind ja noch 200 hm zu überwinden. Am Abzweig zur Skistation werde ich von einem Polizisten aufgehalten und zum Absteigen gezwungen. Leider können wir uns nicht verständigen und ich deute seine Ausführungen so, als wenn ich nicht mehr auf die abgesperrte Strecke fahren dürfte.

Nach einiger Zeit, Astrid ist noch nicht da, deutet er mir an, dass ich weiterfahren kann. Ich mache ihm nun verständlich, dass ich noch auf „Madame“ warte.  Als Astrid erscheint, sieht sie mich nicht und fährt ohne anzuhalten weiter. Der Polizist bemerkt, dass sie meine „Madame“ ist und bietet mir Amtshilfe an, in Form seiner Trillerpfeife. Doch auch sein Gepfeife prallt von Astrid ab. Aus Angst sie dürfe nicht weiter fahren gibt sie Gas, ohne auf das Gepfeife zu achten. Der Polizist und ich lachen uns an und ich schwinge mich nun aufs Rad um ihr nachzueilen.

Es ist leichter gesagt wie getan, denn der Anstieg bis zur Passhöhe ist enorm und sie ist ein ganzes Stück voraus. Dann endlich bin ich bei ihr und gemeinsam durchfahren wir den Torbogen zur 2. Bergwertung. Wir sind sehr früh hier oben und die Warterei nervt ein wenig. Ich bin froh, als endlich die Tourkarawane eintrifft. Amüsiert beobachte ich, wie Erwachsene Menschen versuchen den Kindern die Pfennigsartikel abzujagen.  Nach  langer Wartezeit treffen dann auch die Radler ein. Das Astanateam und die Cofidis-Mannschafft hat ja nach den Dopingfällen die Tour verlassen. Eigentlich ist das Ganze ein wenig uninteressant geworden.

Nach der Durchfahrt des Fahrerfeldes machen wir uns an die Abfahrt. Es ist nicht einfach auf den Straßen voller Menschen vorbei zu kommen. Wir sind froh als wir den Col de Soudet und damit die kleine Nebenstraße erreichen. Sie ist genau das Richtige für uns. So gut wie autofrei rauschen wir die Passstraße hinunter. Unten angekommen sehen wir das Ende der Etappe im Fernsehen.

Die Bergwelt um den Col de la Pierre Saint Martin gefällt uns so gut, dass wir beschließen noch einige Radtouren, dann aber über andere Strecken hier hinauf zu machen.

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