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Radtouren unserer Pyrenäenreise

Frankreich
 

16. Station unserer Reise, in der Region Midi-Pyrenèes, Department Hautes-Pyrenèes, Loudenvielle,   Radtour 07/028

1-5 | 6-10 | 11-15 | 16-20 | 21-25 | 26-30 | 31-35

Pyreneen Station Loudenvielle Radtour 28 11.GIF Pyreneen Station Loudenvielle Radtour 28 12.JPG Pyreneen Station Loudenvielle Radtour 28 13.JPG Pyreneen Station Loudenvielle Radtour 28 14.JPG Pyreneen Station Loudenvielle Radtour 28 15.JPG  

 

Rennradtouren auf unseren Reisen

Pyrenäen 2007


Rennradtour 028 Frankreich Pyrenäen
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 Touren in den Pyrenäen Loudenvielle

Region / Department:

Startort:

Ankunft:

Streckenlänge:

Höchster Punkt

Höhendifferenz:

Besonderheiten:

Midi-Pyrenèes
(Hautes-Pyrenèes, Haute.Garonne)

Loudenvielle

Rundstrecke

92 km

1800 m

1960 hm

Westauffahrt Col de Peyresourde, Superbagnères, Ostauffahrt Col de Peyresourde


Beschreibung:

Eigentlich haben wir zum Radeln keine Lust, doch das Wetter ist so gut, dass uns nichts anderes übrig bleibt. Unser Ziel ist das Skizentrum Superbagnères. Wir müssen dazu 2 Mal über den Peyresurde. Nach einem guten Frühstück starten wir um 10 Uhr. 

Wir verlassen Loudenvielle und haben bis Avajan, 7 km Zeit uns ein wenig warm zu fahren. Bis Avajan ist die Straße nur leicht wellig und erst kurz nach dem Ort stoßen wir auf die Westauffahrt zum Col de Peyresourde. Der Anstieg zur Passhöhe beginnt so richtig hier an der Straßeneinmündung. Nur wenige Meter geht es noch flach, dann fällt die Steigung bis zum Col nicht mehr unter 7%. Auf den 8 Kilometern dorthin sind 600 Höhenmeter zu überwinden. Wir kennen diesen Auffahrt schon und sind begeistert als wir auf einige Radler aus Belgien treffen. 

So ist es ein wenig kurzweiliger, irgendwie können wir uns ein wenig austauschen. Auf der Passhöhe trennen sich unsere Wege, sie fahren zurück über den Col d'Aspin und wir setzen unsere Fahrt zum Anstieg nach Superbagnères. Nachdem wir die 3 Serpentinen der Ostauffahrt des Col de Peyresourde hinter uns haben, verlassen wir die eigentliche Passstrecke und biegen links in die kleine D 76 ein. Sie bringt uns an kleine Bergdörfer vorbei auf sehr ruhiger Straße bis nach Garin. Hier stoßen wir wieder auf die D 618, deren Verlauf wir bis am Ortseingang von Luchon folgen. 

Noch vor dem Ort biegen wir am Kraftwerk rechts ab und kommen so an die belebten Markthallen vorbei. Auch die uns schon bekannte Prachtstraße des Ortes müssen wir befahren um zu unserem heutigen Höhepunkt der Tour zu kommen. Schon weisen uns auch schon die ersten Schilder zum Superbagnères. Kaum haben wir das Ortausfahrtschild, es ist in der Nähe des Campingplatzes, erreicht, steigt auch schon die Straße merklich an. Die Steigungsprozente sind auf diesem Teilstück sehr unterschiedlich und machen mir erhebliche Probleme. 

Erst als wir zum Abzweig von Hospice de France kommen, finde ich meinen Rhythmus und das Fahren macht mir wieder Spaß. Bis zu den ersten Serpentinen hält sich die Steigung in Grenzen, aber nach den 4 Kehren geht der Anstieg richtig los. Es ist sehr gleichmäßig und ich habe ein gutes Beingefühl. Zu den nächsten Kehren sind einige lange gerade Steilstücke zu bewältigen. Sie sind ein wenig unangenehm zu fahren, weil man die Steilheit so deutlicher sieht. 

Kaum ist die Baumgrenze erreicht liegen die herrlichsten Serpentinen vor uns. Die Straße ist einfach grandios. Hoch oben kann man auch schon die Hotelburg erkennen. Nach den vielen Kehren gibt es aber noch die lange Schlussgerade. Man hat das Gefühl überhaupt nicht voran zu kommen. Aber irgendwann ist auch das geschafft und das Hochplateau ist erreicht. 

Der Blick auf die schneebedeckten 3000er Bergspitzen ist einfach überwältigend. Ich habe das Gefühl, davon nicht genug zu bekommen. Mit einem Mal sehe ich tief unter mir, etwa zu Beginn der letzten Schlussgerade, Astrid kommen. Vor dem Hintergrund der hohen Berge, sieht es aus wie eine Stecknadel. Zuerst konnte ich auch gar keine Bewegung feststellen, doch sie nähert sich unaufhörlich dem Gipfel. 

Oben schauen wir uns alles gemeinsam an. Auf der Abfahrt mache ich noch einige Fotos. Unten in Luchon halten wir an einem Lidl-Markt und stärken uns erst einmal. Die Pause hat gut getan und wir machen uns an unsere letzte schwere Aufgabe. Schon an der Ortsausfahrt steigt die Straße zum Col de Peyresurde mächtig an. Astrid hat arge Probleme und so bin ich schnell alleine unterwegs. 

Nach ca. 10 km werde ich von einer Gruppe Euskatelfahrer überholt. Die Geschwindigkeit, mit der sie sich von mir entfernen, deprimiert mich total. Meine Beine werden schwer wie Blei und mein Herzschlag erhöht sich auch ungewöhnlich. Es dauert nicht lange und ich hören von hinten Astrid kommen. Sie kommt relativ schnell näher und zieht an mir vorbei. Meine Beine sind so schwer, dass ich keine Change habe zu folgen. Genauso schnell wie sie zu mir aufgefahren ist, muss ich zusehen wie sie sich vor mir, auf die Schlussserpentinen zufahrend, entfernt. 

Die letzten 2 Kilometer zur Passhöhe sind für mich nur noch Quälerei. Irgendwann ist das aber zu Ende und oben kann ich Astrid nirgends entdecken. Sie wird wohl noch zur Gipfelstation hinauf gefahren sein. Dazu bin ich aber zu fertig und mache mich auf die Schlussabfahrt. Da ich Astrid hinter mir wähne, fahre ich sehr verhalten bergab und genieße die letzten Kilometer. Und richtig, Astrid schließt von hinten auf und gemeinsam sind wir, nach Loudenvielle einrollend der Meinung, eine super schöne, wenn auch die schwerste Tour gefahren zu haben. 

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