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Radmarathon Lüttich-Bastogne-Lüttich
 

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 Lüttich 2005

Wir haben uns ein Belgisches Wochenende gegönnt und was für eins. Am Freitag sind wir nach Lüttich gefahren, hier findet am Samstag der Radklassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich statt. Der Startort ist am Holliday Inn. Es liegt unmittelbar an der Kongresshalle auf einer Insel zwischen dem Fluss Meuse und seinem Nebenarm. Wir finden einen schönen Standplatz am Parc de la Boverie. Die Anmeldung ist problemlos, 14 Euro kostet der Start und ist verglichen mit den deutschen Super Cup's und den Schwarzwälder RM's (SURM, Altdorf, Alb Extrem und Magstadt) fast geschenkt.

Ca. 4000 TeilnehmerInnen gehen zu verschiedenen Startzeiten auf die unterschiedlich langen Strecken. Vor allen Dingen Niederänder sieht man am Start. Der Veranstalter ist die niederländische Organisation Le Champion. Die Tour führt geradewegs, in südlicher Richtung auf Bastogne zu. Der erste Anstieg, der Cote d' Embourg, ist noch gut zu fahren. Die größte Steigung beträgt hier 7%.

Die Täler sind mit morgendlichem Frühnebel bedeckt. Ab 300 Meter über NN ist aber strahlender Sonnenschein. Diese sind erstmals nach 30 Kilometern auf dem Cote de Kin erreicht, es geht aber weiter, steil bis 400 Meter hoch. Am Ende der Steigung haben sich Fotografen aufgebaut und machen von allen TeilnehmerInnen Fotos. Ab Trou de Bra beginnt der längste Anstieg der Tour. Auf den nächsten 20 Kilometern führt die Strecke, nicht über 6% ansteigend zum höchsten Punkt der Fahrt auf 650 Meter über NN zum Baraque de Fraiture.

Hier oben auf der  Höhe ist die erste Verpflegungsstelle aufgebaut. Unzählige RadlerInnen sind hier zu sehen. Nach einer langen Abfahrt kommen wir nach Compagne. Der nun folgende Anstieg bringt uns auf eine wunderschöne Hochebene. Wir sind immer von anderen TeilnehmerInnen umgeben. Oft schließt sich Astrid einer Gruppe an und verschwindet vor mir in der Ferne. Aber irgendwie gelingt es mir immer wieder zu ihnen aufzuschließen. Die Landschaft ist hier einfach herrlich. Ca. 25 Kilometer, nur unterbrochen von einigen kleineren Anstiegen und Abfahrten, bleiben wir auf dieser Höhe. Es folgt eine längere Abfahrt und bei Cherain beginnt nun der letzte moderate Anstieg der Tour. Nach einer kurzen Abfahrt bringt uns der Gegenanstieg nach Langliere.

Die lange Abfahrt führt und über Sart nach Vielsahn. Man könnte sagen, nun, bei Kilometer 155 wird es ernst. Der steile Anstieg nach Cote de Wanne bildet den Auftakt von dem strapaziösen Teil der Veranstaltung. Wir kennen ihn schon vom Fleche de Wallonnie, aber damals waren die Wetterbedingungen viel schlechter. Heute macht das Fahren so richtig Spaß. Es sind mittlerweile 22 ° Celsius und wir haben strahlend blauen Himmel. Oben ist die 3. Kontrolle, auch hier wieder das gleiche Bild, hunderte von RadlerInnen an der Verpflegung. Leider gibt es als Getränk nur Wasser, aber sonst ist die Verpflegung allererste Klasse.

Die anschließende Abfahrt geht durch Wälder hinab nach Stavelot. Der schwerste ? Anstieg beginnt, der Cote d'Amermont. Über 21 % Steigung zeigt mein HAC. Noch haben die Beine genug Kraft und meine Kompaktkurbel leistet mir gute Dienste. Oben wird es wieder flacher und die folgende Abfahrt entschädigt uns für die Qualen.

Aber in Ruy folgt schon die Auffahrt nach La Rosier. Auch diese ist nicht ohne, wenn auch die steilste Stelle nur 9 % aufweist, so werden doch die Beine ein wenig müde. Kurz nach dem Ort Bergoumont ist eine zusätzliche Verpflegungsstelle eingerichtet. Die Schlange vor der Getränkeausgabe ist aber so lang, dass wir beschließen weiterzufahren.

Die Auffahrt nach La Vecquee ist mit 8% auch nicht ohne. In La Reid ist am dortigen Cafe die 4. Kontrolle. Dazu wurde die ganze Straße abgesperrt. Bei dem hohen Radleraufkommen war das auch gut so. Hier gibt es sogar eine Warmverpflegung. Getränke, außer Wasser, sind allerdings zu kaufen.

Die Weiterfahrt beschert uns einen kleinen Zwischenanstieg, bevor es lange hinab nach Remouchamps geht. Nachdem wir nun 209 Kilometer in den Beinen haben stehen wir vor dem härtesten Anstieg der Strecke. Nach der Ortsdurchfahrt biegen wir in die La Redoute ein. Sie steigt sofort steil an. Viele BegleiterInnen haben sich hier aufgestellt, um ihre FahrerInnen anzufeuern. Nach einem kurzen flacheren Teil (8%) geht es erst richtig zur Sache. Dass ich hier an einigen Fahrern vorbei ziehen kann, setzt bei mir natürlich zusätzliche Energie frei. Oben sehe ich ein Meer von Schaulustigen und auch TeilnehmerInnen, die die nun Ankommenden anfeuern. Nur noch 50 Meter schallt es mir entgegen. Die Kontrolle, sie ist hier auf der Höhe aufgebaut, hat nur noch Äpfel als Verpflegung anzubieten. Viele Radler sehe ich im  Gras liegen und sie erholen sich von den Strapazen. Wir fahren weiter und können uns auf der Abfahrt nach Sprimont erholen.

Der letzte Berg, der Cote du Hornay ist mit 6% Steigung nicht mehr so schlimm. Ab Kilometer 216 führt die Tour nur noch abwärts. Als uns eine schnelle Gruppe überholt, hängt Astrid sich dahinter. Ich lasse sie fahren und versuche auf den letzten flachen Kilometern bis nach Lüttich meine Laktatwerte abzubauen und rolle mit ruhigem Tempo dem Ziel entgegen. Hier wartet schon Astrid fast 10 Minuten auf mich und macht von den ankommenden StarterInnen Fotos.

Fazit:
Diese Tour ist einer der schönsten die ich gefahren bin. Für 14 Euro bot der Veranstalter, bis auf die Getränke, alles was das Radlerherz begehrt. Lange Anstiege, steile Anstiege und auch Rollerteilstücke waren dabei. Eine Übersetzung von 39/27 oder größer ist aber angebracht. Ich selbst bin mit meiner Kompaktkurbel  und der Übersetzung von 34/29 unterwegs gewesen und gut damit gefahren. Das ganze durch eine wunderbare Ardennenlandschaft. Ich glaube die 4000 TeilnehmerInnen sind für den Veranstalter der verdiente Lohn. Lüttich wir kommen wieder.

Distanz:
235 km

Höhenmeter:
3650 Meter

Streckenplan

Embourg
Chaudvontaine
Prayon
Sprimont
Florze
Aywaille
Kin
Lorce
Chevron
LesTrous de Bra
Lierneux
Regne

Kontrolle 1
Châbrené
Wibrin
Petite Mormont
Bonneru
Compagne
Longchamps
Champs

Kontrolle 2
Bastogne

Bizory
Foy
Noville
Bourcy
Boeur
Tavigny
Ceturu
Brisny
Cherain
Baclain
Langlire
Sart
Vielsalm
Grand-Helleux
Tigonville

Kontrolle 3
Wanne

Stavelot
Ruy
Adrimont
Cour
Borgoumont
La Gleize
Stoumont
Mutoûyet

Kontrolle 4
La Reid

Sougne Remouchamps
Florze
Sprimont
Gomzê
La Brouck
Chaudfontaine
Embourg

Lüttich

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