RTF, Radmarathon, Pässe und mehr

Radmarathon Hennef
 

1-5 | 6-10 | 11-15 | 16-20 | 21-25 | 26-30 | 31-32

1_Profil_RM_Hennef.jpg 2005_MAR_Henef_H (1).JPG 2005_MAR_Henef_H (10).JPG 2005_MAR_Henef_H (11).JPG 2005_MAR_Henef_H (12).JPG  

Hennef 2006

Es ist schon schön, wenn eine Veranstaltung mal in unmittelbarer Nähe von Köln ist. Das Hennef jedoch so nah bei Köln liegt, hatte ich gar nicht realisiert, so dass ich schon um 5:30 h auf dem Parkplatz erschien. Direkt neben dem Wohnmobil von Astrid und Hermann geparkt und erst mal zur Anmeldung, damit die noch das halbe Stündchen „ausschlafen“ können. So war ich dann auch der erste Gast und in dem Aufbautrubel hab ich mich erst mal mit dem ersten verfügbaren Kaffe versucht aus dem Gewühl heraus zu bewegen. 

Nach 6:00 h erschienen dann auch andere Langstreckentäter wie V8 und Astrid. Etwas ungläubig vernahm ich, dass Hermann wegen ausbleibender Motivation heute wohl nicht auf die lange Strecke wollte und nur die 70er ?! fahren wollte. Da Jedrik noch nicht erschienen war und wir nicht genau wussten, ob und wann sie kommt, sind wir dann mit den ersten Startern los. Es war bei dem wolkenverhangenen Himmel noch so dunkel, dass Astrid ihr Rücklicht einschaltete – ich hoffte auf den wenigen Verkehr. Nach 20 Minuten war es dann auch ausreichend hell. 

V8 lief an der ersten Ampel (eine der ganz wenigen auf der Strecke!) auf, und wir unterhielten uns noch etwas, um ihn dann mit seinem (Brevet-Spätfolgen bedingtem) Tempo hinter uns zu lassen. Die nächsten 22 km ging es erst mal zum Einrollen via Eitorf bis nach Herchen durch das Siegtal, wobei wir es nach einer kürzeren Tempoverschärfung schafften, uns bei einer 3er-Gruppe - geführt von 2 Fahrern des DJK Ochtendung - anzuhängen.

Diese fuhren ein angenehmes Tempo, und ich hoffte schon, dass wir eine Gruppe für den Rest der Fahrt gefunden hätten. Aufgrund der frühen Stunde war die Fahrt auf dieser Hauptverkehrsstraße auch sehr ruhig, und man konnte den beginnenden Tag genießen. Trotz des trüben Wetters sollten wir auch die nächsten 100 km von jeglichem Regen verschont bleiben, und die Temperaturen waren – verglichen mit dem vergangenen August - sogar angenehm „warm“. 

Da doch einige Höhenmeter auf dem Programm standen, war mir klar, das die gemütliche Phase irgendwann doch ihr Ende finden musste. Bei Herchen ging’s dann auch rechts ab, um über den ersten längeren Anstieg das Siegtal zu verlassen. Zunächst fuhr ich erst mit der Gruppe zusammen hoch und wir quatschten etwas. Irgendwann war mir das Tempo dann doch etwas zu langsam, so dass ich oben bei Leuscheid auf die Gruppe wartete.

Ich sah dann auch kurze Zeit später Astrid und den dritten Mitfahrer der Gruppe ankommen – die Ochtendunger kamen jedoch noch nicht – schade, keine Gruppe.  In Leuscheid war dann auch die erste Kontrolle, wo wir jedoch nur kurz stempelten und zu zweit weiter fuhren. Nun ging es über schöne Nebenwege in Richtung Westerwald. Es folgte ein Auf und Ab durch eine schöne, offen strukturierte Landschaft und es wurden fleißig Höhenmeter gesammelt.  

Nach kurzer Zeit schloss ein Fahrer aus dem Westerwald – ich hab leider vergessen, nach dem Namen zu fragen –auf, und gesellte sich zu uns. Die Strecke war jetzt lange Zeit fast verkehrsfrei, zumal wir auf kleinste Nebenstraßen geführt würden.  Kurze Zeit später gab es dann auch die erste Herausforderung: Einen längeren Anstieg mit bis zu 15 % Steigung.

Im weiteren Verlauf gab es wohl immer wieder den ein oder anderen Anstieg zu meistern, welche sich jedoch moderater anließen. Interessant fand ich auch eine Passage entlang einer Bahnstrecke, wo man noch Telegraphendrähte sehen könnte – an Anblick heute schon als historisch anzusehen ist. Leider sind die Fotos nichts geworden. 

Durch die ein oder andere Unterhaltung gestaltete sich die Weiterfahrt kurzweilig, und so erreichten wir nach ca. 50 km die 2. Kontrolle in Obereschbach, wo wir freudig erwartet wurden. Das Angebot war reichhaltig über Riegel, Apfelstücke, Bananen und Prinzenrolle. Zu trinken gab es Tee, Apfelschorle (dank Sponsor) und Wasser. Frisch gestärkt ging es zu dritt weiter in Richtung Südosten. Erneut wurden ordentlich Höhenmeter gesammelt, wobei es über Eichelhardt, Kroppach nach Mudenbach gefahren wurde - dabei wurde Hachenburg zunächst „links“ liegen gelassen, um es dann kurz zu streifen.

Die Weiterfahrt führte nun über einen längeren Anstieg nach Steinebach. Hier drohte sich nun meine ersten Ausfallerscheinungen an – leichte Krämpfe auf der rechten Oberschenkelinnenseite. Zusehend fiel ich nun ans Ende zurück – ich hätte den ersten Anstieg wohl etwas moderater angehen sollen ?!  Vorbei an der Westerwälder Seenplatte ging es nun in Richtung Dreifelden.

Danach ging es zusehend schlechter, und ich musste eine Pause zum Dehnen machen. Ich griff auch gerne auf die von Astrid angebotenen Magnesium-Tabletten zu, die ich im Wasser meiner Flasche auflöste. Unser dritter Mann im Bunde verließ uns hier – wir sollten ihn jedoch später noch wiedertreffen. Vorsichtig und mit gebremsten Schaum fuhren wir nun über Rotenhain, Höhn zur dritten Kontrolle nach Wiesensee. Hierbei hellte sich mehr und mehr meine Stimmung auf, denn die Dehnpause und/oder Magnesiumtabletten zeigten Wirkung – die Krampfneigung verflüchtigte sich zusehends. Hierbei nochmals Danke an Astrids Hilfe ! 

Die Kontrolle Wiesensee lag an diesem Gewässer – leider kam dieser durch das trübe Wetter nicht voll zur Geltung. Hier gab es – neben dem oben schon beschriebenen Verpflegungsprogramm – auch eine Warmverpflegung mit Nudeln Bolognese.

Gut gestärkt machten wir uns zu zweit an die Weiterfahrt. Kurz nach der Kontrolle ging es bei Gemünden rasant bergab zum Elbbachtal und der erste Sprühregen des Tages erreichte uns. Die Obstbäume am Wegesrand quollen über vor Äpfeln und Pflaumen. An einer Wiese blühten zuvor auch die Herbstzeitlosen – der Sommer ist nach dem traurigen August leider schon wieder auf dem Rückzug. 

Bei Berzhahn verdichtete sich zusehends der Regen, so dass die vorsorglich mitgebrachten Regenjacken und meine Gamaschen zum Einsatz kamen. Die nächsten gut 40 km sollten sie unsere treuen Begleiter bleiben. Die Strecke verlief weiterhin über landschaftlich reizvolle und verkehrsarme Straßen. Wenn dann doch mal Hauptverkehrsadern mitzunehmen waren, wurden sie direkt überquert oder zumindest möglichst bald wieder verlassen.

Hierbei bleibt die vielfach vorbildliche Ausschilderung zu erwähnen. Die Hennefer hatten oftmals eigene Schilder mit Erklärung der Streckenführung aufgestellt, wenn es zum Beispiel kurz hinter einem Linksabzweig schon wieder rechts abging. Diese Kombinationen sind beliebte Stellen zum Verirren und wurden so vorbildlich entschärft. Auch waren an einigen Steigungen Länge und Durchschnittssteigung vermerkt – eine Information die man manchmal vielleicht gar nicht so gerne liest ;) 

Pünktlich zu km 120 soff dann auch mein Tachometer wieder ab – immerhin 20 km später, als letztes Wochenende. Ich werde wohl mal Astrids Tipp mit der Frischhaltefolie aufgreifen müssen. Nun ging es fast bis nach Montabaur über Herschbach, Meudt, Oberahr nach Maxsain. Hier war in einem Unterstand auch die vierte Kontrolle. Frisch gestärkt ging es über einen längeren Anstieg nach Rückeroth und Freirachdorf. Kurz danach bei Marodt machte Astrid einen Fotostop, um eine frühere Ferienunterkunft in einer Wassermühle festzuhalten. 

Bei Elgert erreichten wir dann das Holzbachtal, das wir nun längere Zeit begleiten sollten, auch nachdem dieses ins Wiedtal überführt wurde. (Nur) auf diesem Talabschnitt ließ dann auch etwas die Ausschilderung nach – das ein oder andere Schild an möglichen Abzweigen mehr hätte hier gut getan.

Diese Taldurchfahrt kannte ich ja schon von der Buchholzer RTF (und privaten Runden) und sie ist immer wieder ein Genuss. Auch wenn teilweise der Straßenbelag schon sehr heftig ist, hebt die schöne und ruhige (!) Landschaft diese Komforteinbußen alle Male wieder auf. Wir haben uns jedoch letztlich gut zurecht gefunden und erreichten so mit flotten Rollertempo schon bald die fünfte Kontrolle bei km 160 in Oberlahr. Auch hier gab es das volle Verpflegungsprogramm und wir stärkten uns tüchtig. Etwas verwundert fragte ich, ob nun die letzten gut 40 km keine Kontrolle mehr kommt ? Nein – die Hennefer haben sogar noch eine sechste Kontrolle auf die Beine gestellt !

Zunächst galt es jedoch noch einige Kilometer dem Talverlauf der Wied zu folgen. In Neustadt an der Wied wurde es dann in den Regenjacken dann doch zu warm, so dass eine kurze Umzugspause anstand. Hierbei trafen wir dann auch einen alten Bekannten wieder - den Westerwälder Mitfahrer - der uns bis zu meinem Zwangsstop begleitet hatte. Er hatte eine Ausschilderung in Neustadt verpasst und 12 Extra-km + einige Höhenmeter eingelegt. Beruhigend zu wissen, dass dies nicht nur mir passiert. Wir haben uns jedoch auf dieser Tour kein einzigstes Mal verfahren ! 

Hinter den großen Talbrücken der Autobahn und ICE-Trasse ging es dann auf den letzten größeren Anstieg in Richtung Windhagen. Hier war dann auch die letzte Kontrolle. Das nahende Ziel vor Augen, wurden die letzten Kuppen erklommen. In der Nähe von Eudenbach konnte man (leider bei einer fotofeindlichen Abfahrt) linker Hand einen wunderschönen Ausblick auf das Siebengebirge erhaschen.  

Die letzten Kilometer gingen flott voran, wobei ich Astrid das ein oder andere Mal kaum noch folgen konnte - und sie meinte noch am Anfang, dass sie mich irgendwann wohl ziehen lassen würde. Sie ist halt wirklich gut drauf – zumal ich hinterher mal ihr Rad anheben durfte – mancher Stahlrenner ist leichter. Was hier ein 8 kg-Rad bewirken würde, mag ich mir bei ihrer Bergfloh-Statur lieber nicht ausmalen...  

In Hennef angekommen, stand an der Einfahrt zum Start schon Hermann als Empfangskomitee und machte Fotos. Er hatte auch schon Kuchen besorgt, so dass wir noch angenehm den Tag ausklingen lassen konnten. Jedrik schaute noch kurz vorbei und für V8 war nach dem Duschen auch noch Kuchen und Weingummi zu ergattern.

Fazit:

Der Hennefer Marathon führt durch eine landschaftlich sehr reizvolle Landschaft und ist bemüht, möglichst verkehrsarme Strecken aufzusuchen. Ampeln sind auf dieser Runde (nahezu) ein Fremdwort. Die Organisation ließ keine Wünsche übrig – die Verpflegung war vorbildlich und die Ausschilderung - bis auf die geschilderten erträglichen Ausnahmen - auch

Der total verregnete Wetterbericht hatte wohl viele Fahrer abgehalten – dabei war es weitestgehend trocken geblieben. So hatte sich leider nur gut 60 Fahrer auf die Marathonstrecke begeben, die jedoch bedeutend mehr Zuspruch verdient hätte.

Dieser Marathon gehört zu den schönsten Strecken, die ich dieses Jahr in Startraum NRW gefahren bin, wobei – zugegebenermaßen - ein Großteil der Strecke nach Rheinland-Pfalz führte. Sicherlich ein würdiger Kandidat für die NRW-Challenge.

Frank Hartfeld

Distanz:
196 km

Höhenmeter:
2000 Meter


Streckenplan

Bülgenauel
Merten
Eitdorf
Stromberg
Werfen

Leuscheid K 1


Schabernack
Dahlhausen
Ehrenhausen
Ückertseifen
Kratzhahn
Birkenbeul
Hilgenroth
Obererbach
Eichelhardt

Kroppach K 2 ?

Heuzert
Astert
Müschenbach
Mitztelhattert
Hachenburg
Steinebach
Schmidthahn
Dreifelden
Linden
Lochum
Rotenhain
Stockum-Püschen
Dreisbach
Neuhochstein
Schönberg
Höhn
Rottum

Stahlhofen K 3

Weiherweg
Gemünden
Berzahn
Weltersburg
Herschbach
Meudt
Oberahr
Niederahr
Ötzingen
Helferskirchen
Quirnbach

Maxsain K 4

Selters
Krümmel
Brückrachdorf
Dierdorf
Wienau
Raubach
Puderbach
Niederähren
Seifen
Döttesfeld

Oberlahr K 5

Burglahr
Peterslahr
Neustadt/Wied
Steeg
Unterelsaff
Güntetrsscheid

Hohn K 6

Windhagen
Orscheid
Wülscheid
Eudenbach
Lanzenbach

Hennef

<
RM Hennef 2006 auf einer größeren Karte anzeigen

 

Hennef 2005

Wir sind von der RTF in Sprockhövel weitergefahren nach Hennef an der Sieg. Hier findet am Sonntag unser letzter Radmarathon des Jahres statt. Es ist zugleich der erste Radmarathon des veranstaltenden Vereins Radclub-Cito 06 Hennef-Geistingen. Wir finden einen ruhigen Parkplatz auf dem Gelände des Schulzentrums. Der Start ist von hier ca. 300 Meter entfernt. Bei unserem Bummel dorthin entdecken wir das Wohnmobil von Manfred (V8).

Wir unterhalten uns ein wenig und machen dann einen Spaziergang durch den Ort. Er ist in diesem Jahr bereits 33 Radmarathons gefahren und hat seine alte Marke damit schon um 8 Touren überschritten.   Der Start ist um 6:30 Uhr. Während Astrid die Anmeldeformalitäten übernimmt, werde ich von Siggi angesprochen. Er ist mit dem Rad angefahren und mit der Stirnlampe bestens für die dunklen Morgenstunden ausgerüstet. Wir reden über dies und das und merken gar nicht wie die Zeit vergeht. So kommt er erst 15 Minuten nach dem ersten Starterblock auf die Strecke.

Auch Dirk von der RSG Herne ist am Start und gemeinsam fahren wir los. Es geht flach aus der Stadt hinaus und weiter am Ufer der Sieg entlang. So fahren wir die ersten 8 Kilometer mit ruhigem Tempo. Aber schon bei kleinen Bodenwellen zeigt sich, dass Dirk das Tempo nicht mitgehen kann. Astrid, sie war die Woche über krank, ist das ganz recht und so zockeln wir noch eine Weile so weiter. In Eitdorf wechseln wir die Flussseite und fahren auf der anderen Siegseite das Tal weiter hoch. Dirk haben wir hinter uns verloren. Immer wieder ziehen schnellere Gruppen an uns vorbei.

Deren Tempo ist uns aber ein wenig zu hoch und wir behalten unseren Rhythmus bei. In Halft hängen wir uns dann doch an eine Gruppe dran. Es geht nun flotter vorwärts. An einer Eisenbahnunterführung, hier wird die Durchfahrt mit einer Ampel geregelt, wird zum ersten Mal das Rotlicht missachtet. Die Straße ist leer und wir bleiben dran. An der nächsten Ampel geschieht das gleiche und wir bleiben lieber zurück. Aus einer anderen Gruppe gibt es sofort ein großes Geschrei. Aber sie sind vorher auch nicht besser gefahren, denn als wir uns ihnen näherten, benötigten sie die gesamte Fahrbahnbreite für sich.

Als ich das bemerke, sind sie darüber überhaupt nicht erfreut. Nachdem die Strecke uns wieder über die Sieg führt, steigt die Straße an und der erste längere Anstieg steht uns bevor. Bis nach Leischeid, hier ist auch die erste Kontrolle, sind 175 Höhenmeter zu überwinden. Die Strecke führt uns nun abwärts. Es geht über Schabernack (wir hätten nicht gedacht, dass es einen Ort mit diesem lustigen Namen gibt)  nach Dahlhausen. Die Straße steigt an und bis nach Beul haben wir fast 200 Meter an Höhe gewonnen.

Das steilste Stück ist bei Ückertseifen und hat fast 15% Steigung. Abwärts führt uns die Straße nun nach Obererbach (Westerwald). Von dort beginnt auf fast autofreier Straße der Anstieg zur 2. Kontrolle. Hier bei km 59 verzichten wir dummerweise auf die angebotene Verpflegung, wir machen nur unsere Flaschen voll, werden aber noch von Helmut, er ist hier als Helfer tätig, herzlich begrüßt und fahren weiter. Er verspricht uns noch einen sehr schönen weiteren Streckenverlauf. So kommt es auch. Die Strecke wird nun noch anspruchsvoller, ohne allerdings schwer zu werden.

Ein kleiner Anstieg folgt nun dem nächsten. Wir bleiben bei unserem ruhigen Tempo und werden irgendwann von einer Gruppe um Gabi (Jedrik) überholt. Sie fahren flott an uns vorbei und sind uns zu schnell. Mit einigen Umwegen kommen wir durch Hachenburg. 3 km nach der Ortsdurchfahrt sind wir auf dem zweithöchsten Punkt der Tour mit 482 Metern über NN. Es folgt für uns nun der schönste Teil des Radmarathons. Die Fahrt über die Westerwälder Seenplatte. Auch hier sehen wir fast kein Auto.

In Schmidthan gelangen wir zum Dreifelder Weiher. Die Straße verläuft eine ganze Zeit an dessen Ufer, wir fahren und genießen. Ab dem Ort Dreifelden, entfernen wir uns von dem See und über Lochum führt uns die Tour nach Dreisbach. Hier liegt ein totes Huhn auf der Fahrbahn und Astrid schließt sofort auf einen Radfahrer als Täter. (Am Montag lese ich im Tour-Forum von dem Vorfall in den ein Mitstreiter aus Siggis Gruppe verwickelt war.) In Höhn ist dann der höchste Punkt der Tour erreicht, 520 Meter über Meereshöhe zeigt mein Höhenmesser. Wir sind jetzt schon 40 Kilometer seit der 2. Kontrolle gefahren und wir fragen uns, wie weit wohl die Marathonkontrolle noch entfernt ist.

Wir hatten bisher noch nichts gegessen und warten richtig auf die Verpflegungsstelle. Auch sind unsere Flaschen fast leer. Die Temperaturen liegen mittlerweile bei 25° und das Auf und Ab der Geländeformation fordert geradezu nach Flüssigkeit. Zum Glück geht es nun abwärts nach Pottom und somit zum Wiesensee. Kurz nach Stahlhofen dann endlich ein Hinweis an der Straße, 200 Meter zur Kontrolle. Sie liegt sehr idyllisch am Seeufer. Leider gibt es als Verpflegung nur Nudeln, diese bekommen wir aber nicht hinunter, aber auch die Getränke sind hier knapp und so werden unsere Flaschen nur halb voll gemacht und man verweist uns auf die Verpflegungsstelle die ja "schon in 33 km" kommt.

Die Tour verläuft nun im weiten Bogen um Westerburg herum und es geht ständig auf und ab. Die Temperaturen liegen inzwischen bei 28°Celsius. Zum Glück habe ich zwei Energie-Gels dabei und  so geht es über Willmenrod, Herschbach und Meudt nach Oberahr. Für ein kurzes Stück wird nun die B 255 befahren und der Straßenverkehr nimmt zu. Es dauert aber nicht lange und ab Niederahr haben wir die Landstraße wieder für uns. Leider ist in dieser Gegend der Allgemeinzustand der Straßenoberfläche nicht so gut. Und so rappeln wir auf dem löcherigen Asphalt Helferskirchen entgegen. Auf dem Weg nach Maxsain kommt uns Gabi mit ihrer Gruppe entgegen. Hier ist die Strecke gegenläufig. In Maxsain kommen wir endlich zur rettenden Verpflegungsstelle. Hier bietet sich uns das gleiche Bild. Alles ist von den RTF-lerInnen abgegrast.

So erkundige ich mich nach der nächsten Tankstelle und diese finden wir in Selters. Nun verpflegen wir uns erst einmal an der dortigen Tankstelle. Nach einer kurzen Rast setzen wir unsere Fahrt fort und fahren über Dierdorf, Raubach nach Puderbach. Auf dieser Strecke sind nur noch kleine Hügelchen zu überwinden. Es läuft jetzt besser bei uns und Astrid hat auch keine Probleme mehr, ein höheres Tempo mitzugehen. Die Straße schlängelt sich weiter bis nach Döttesfeld und der Radmarathon folgt nun dem Lauf der Wied. Viele kleine schöne Örtchen werden durchfahren und in Oberlahr, nach nun 162 Kilometern endlich die 5. Kontrolle. Aber auch hier gibt es nichts mehr, schade für uns.

Wir lassen uns nur den Kontrollstempel geben und suchen schnell das Weite. Das Wiedtal verlassen wir erst wieder nachdem wir kurz nach Neustadt die Bundesautobahn A 3 und die neue Schnellbahntrasse passiert haben.  Der Veranstalter hat aber noch bei km 180 einen weiteren Prüfstein eingebaut. Ab Steeg beginnt der Anstieg über Günterscheid nach Windhagen. 160 Höhenmeter sind hier noch einmal zu überwinden. Gut leserlich ist schon zu beginn des Anstiegs eine Tafel mit der Länge der Steigung, dem zu überwindenden Höhenunterschied und der durchschnittlichen Steigung angebracht.

Kurz nach dem Örtchen Hohn ist die 6. Kontrolle und oh Wunder, es gibt hier noch ausreichend Verpflegung und dass, obwohl hier doch alle Strecken hergekommen sein mussten. Wir fragen uns wie das möglich ist. Die Straße führt anschließend noch ein wenig weiter aufwärts. Nun geht es aber, einmal abgesehen von einem kleinen Gegenanstieg bei Eudenbach, hinab über Lanzenbach nach Hennef. Nach 205 Kilometern erreichen wir das Ziel. Aber auch hier hat die Verpflegung, wegen des großen Starterfeldes offensichtlich nicht ausgereicht. Die Kuchentheke ist leergefegt, aber Getränke und Würstchen gibt es noch in ausreichender Menge.

Fazit:
Dem Veranstalter ist es gelungen einen landschaftlich sehr schönen Radmarathon zu organisieren. Wenn es ihm in den nächsten Jahren noch gelingt für seine 10 Euro zahlenden RadmarathonteilnehmerInnen ausreichend Getränke und Verpflegung an den Kontrollen bereitzustellen und dazu das eine oder andere Schild ein wenig früher anzubringen, sind wir sicher, von einer gelungenen Veranstaltung sprechen zu können. Vielleicht sollte man an den Kontrollen die Marathontische von denen der RTFlerInnen trennen. 70er, 110er und 150er TourteilnehmerInnen sind für 3 Euro Startgeld schon eher keine  Verpflegung zuzumuten. Die Tour ist aber bestimmt eine der schönen in NRW, obwohl sie ja zum größten Teil durch Rheinlandpfalz verläuft.

Hermann

 

Drucken

Inhalte, Konzept und Umsetzung: Hermann Dirr, Templates: intwerb.de