RTF, Radmarathon, Pässe und mehr

Radmarathon Miltenberg Grossheubach
 

Tourname: RM Großheubach
          
Verein:
VerfasserIn: Manfred Kiesel
Datum: 2010
Startort: Bürgstadt
Tourlänge:  212 km
Höhenmeter in M:  3100 Meter

 

RM Großheubach (MIL-Bürgstadt) 2010

Sie nannten es Rundstrecke

Start der RTF am Sonntag, dem 13.Juni, 2010. sollte im Miltenberger Stadtteil Bürgstadt im Tennistreff sein. Tatsächlich war der Start um 200 Meter verschoben. Es ging sehr familiär zu kurz nach sechs Uhr bei der Anmeldung. Für zehn Euro bekam ich meine Stempelkarte und auf Nachfrage eine klitzeklein geschriebene Ortsliste, in Folie gepackt. Keine Streckenskizze - es sollte bald klar werden, warum.

Den Startstempel bekam ich schon um 6:20 Uhr, zehn Minuten vor dem offiziellen Start, Bis ich aber alles fertig hatte, war es doch halb sieben. Um zwei Ecken durch das Wohngebiet ging es auf eine kleine Seitenstraße ein Seitental leicht bergauf nach Eichenbühl. Hier begann der erste längere Anstieg des Tages in Richtung Neunkirchen. Er war gleichmässig und sehr schön zu fahren. Auf einer Hochfläche angekommen, ging es wellig weiter. Nach "Ebenheid" wies ein Hinweisschild. Ich musste grinsen. Mir schwante schon, dass es genau dieses heute nicht geben würde.

Bis hierher hatte mich ein Fahrer überholt. Viele Teilnehmer würde ich auch nicht mehr sehen.

Es ging Richtung Nassig und dann nach Hundheim. Bis Dörlesberg wellte die Strecke auf und ab und dann kam eine längere Abfahrt über Sachsenhausen nach Reicholzheim. Hier ging es in einen kleinen Weg hinein. Der begann anzusteigen und dann wies ein Schild scharf links. Das Sträßchen machte tatsächlich einen Linksbogen, aber das meinte das Schild wohl nicht. Ausserdem führte es wieder nach Dörlesberg. Scharf links? Das war ein Schotterweg. Aber tatsächlich, ein Stück weiter sah ich ein Fortsetzungsschild, dort war es auch wieder geteert. Ein schmales Auf und Ab führte nach Bronnbach. Als ich dort links abbog, schaltete ich - zum ersten Mal an diesem Tag - auf das kleine Blatt. Dieser zweite längere Anstieg war im unteren Teil schon etwas steiler und führte nach Hohefeld, zum ersten Kontrollpunkt bei ca. km 40.

Dort wurde ich gefragt, welche RTF ich fahre - am gleichen Tag war auch RTF im benachbarten Külsheim. Offenbar schafft es auch der bayrische Verband, so wie wir, seine wenigen Wertungsfahrten auf denselben Tag zu legen, besonders wenn sie gleich in der Nachbarschaft starten. Dickköpfigkeit und fehlende Kommunikation sind der Grund bei uns. Den Grund in Bayern kenne ich nicht.

Weiter ging es geradeaus über eine grössere Strasse hinweg, in Neubrunn zweimal links nach Kembach. Ich schüttelte den Kopf. Bisher waren die kleinen Strecken nach rechts abgegangen. Das liess einen Rechtsbogen vermuten. Warem ging es hier so stark nach links? Der Weg würde sicher wieder nach rechts drehen. In Kembach wies ein Schild geradeaus. Weitere Abzweigungen folgten, ohne Schild. Der Veranstalter wandte die Regel "wo es kein Schild gibt, geht es geradeaus" sehr reichlich an. Ortsende, kein Schild, der nächste Ort laut Liste - Urphar - nicht angeschlagen. Hatte ich einen Richtungspfeil übersehen? Ich fuhr ein Stück zurück, nein. also doch geradeaus. Im nächsten Ort ging es nach Urphar, aber noch vorher wiesen gleich zwei Richtungspfeile - scharf nach links.

Das war kurios. Mir schien, ich fuhr spiralförmig im Kreis nach innen. Die Strasse führte sanft einen langen Hügel hoch. So merkte ich erst, wie viel Höhe ich verloren hatte. Die Richtung ging nach Tauberbischofsheim, dort sollte ich irgendwann auch hin, aber auf diesem Weg? Nach langer Zeit ein Richtungspfeil geradeaus, da hat sich der Veranstalter erbarmt. Also es stimmte. Ich vermutete schon, ich würde meinen eigenen Track kreuzen, als ich mich einer Kreuzung näherte. Die Vermutung bestätigte sich: es war die Kreuzung gleich nach der Kontrolle. Ein Paradies für Abkürzer. Ich hätte nur rechts abbiegen müssen und etwa 15 km gespart.

Auf und ab und lange ab nach Böttigheim. Steil auf Nebenwegen nach Wenkbach, Abfahrt nach Werbachhausen, hinauf über Brunntal nach Grossrinderfeld. Auf schmaler Strasse die zweite Kontrolle nach 72 km. Wild auf und ab, wie die Wirtschaftswege so sind, aus freiem Feld in einen Wald. Die Fahrbahn war teilweise sehr schlecht, dann ging es hinab, direkt aus dem Wald in die Wohngebiete von TBB, bis über eine Hauptstrasse hinweg die Tauber überquert wurde. Hochhausen lag nicht so, wie es hieß, es gab eine kleine Verschnaufpause in Form eines nur leicht aufwärts weisenden Streckenabschnitts. Aber nach wenigen Kilometern stieg die Strasse nach Eiersheim und ließ Külsheim, den anderen Startort, rechts liegen. Kein Richtungspfeil mehr. Am Ortsausgang ging es, immer noch ansteigend, in Richtung TBB. Dabei sollte der nächste Ort laut Liste Külsheim sein.

Es stimmte aber. Auf einer Kuppe war nach nur 20 km die nächste Kontrolle aufgebaut. Danach bogen wir an einer Einmündung nach rechts, es ging doch nach Külsheim und weiter über Steinbach nach Hundheim - das kennen wir doch? - und dieses Mal über Tiefenthal nach Neunkirchen. Auch das kennen wir schon.

Der weitere Weg ging über Richelbach und Riedern nach Pfohlbach zur Kontrolle. Ein Blick auf die Liste zeigte mir, daß ganz am Ende dieses Stück in Gegenrichtung gefahren wurde, und dann über Eichenbühl so zurück, wie wir am Morgen hergekommen waren. Als ich jetzt fünf km weit abwärts fuhr, wusste ich daher schon, was mir später blühen würde. Pfuhlbach war Kontrolle bei km 117, ehe es auf die zweite Runde des Tages ging, der sehr sonnig umd warm war. Ich sage das jetzt mal schon.

Gleich darauf zweigte die 70 km-Strecke ab. und zwar nach Kaltenbrunn. Dort sollten wir auch hin. Aber über einen heftigen Anstieg - der wievielte war das eigentlich nach Heppdiel und Schippach, kurz vor diesem Ort scharf links über die Kuppe nach Windischbuchen, und schon war die 70er Strecke wieder bei uns. Ein Paradies für Abkürzer.

In Kaltenbrunn zweigte die 70 km-Strecke ab. Für mich war die Strecke an den Berg genagelt. Ich schätzte 15 Prozent. In Pfohlbach hatte ich gesehen, dass mein Hinterreifen die Verschleissanzeige bloßzulegen begann. Ich traute mich nicht mehr, Wiegetritt zu fahren. Also zwängte ich das ächzende Rad sitzend hinauf nach Wettersdorf.

Schon wieder Kontrolle. Man zeigte mir, in welche Richtung ich fehren musste, denn die Richtungspfeile zeigten überall hin. Zur Abwechslung leicht bergab, links nach Höpfingen und dann die lange, kleine Strasse immer die schräge Hochfläche hinauf nach Dornberg. Eine schöne Abfahrt bis Wolfahrtsmühle und ich bog in eine grössere Strasse ein, die sich kilometerweit leicht abwärts zog.

Wieder Unsicherheit. Die Strasse führte nach Riedern, da war ich doch vorhin, ich sollte aber nach Guggenberg. Endlich ging es links ab und wieder aufwärts, an diesem Ort vorbei und wellig über Rütschdorf und Vollmersdorf zurück nach Wettersdorf. Jetzt wurde eine warme Suppe serviert. Hier sah ich auch mal wieder einen Mitfahrer.

Dieses Mal ging es bergauf. Der Helfer hatte erwähnt, es würde nur einmal in eine Senke hinein und wieder nach oben gehen. Er hatte recht. Der Rest war Wellen.

Nach nur 13 km kam ich zur Kontrolle nach Schneeberg. Trotz des Namens war es zuletzt bergab gegangen, der Ort liegt kurz vor Amorbach. Meine Trinkflasche war noch ein Drittel voll mit Iso, und da ich noch nach Pfohlbach kommen würde, füllte ich sie nicht auf.

Von Amorbach führt die Strecke wieder sehr schön, teilweise in Serpentintn, nach Neudorf unf dann auf kleinen Wegen über Berg und Loch nach Schippach. Von hier über die Kuppe nach Heppdiel, es ging dem Weg vom Mittag entgegen und folglich in Schußfahrt nach Pfohlbach. Aber die Kontrolle war weg, später erfuhr ich, dass sie um 16:30 Uhr schloss. Das hätte ich wissen müssen, dann hätte ich in Schneeberg die Trinkflasche gefüllt. Jetzt war sie leer.

Gleich nach der Leerstehenden Kontrolle die letzte Teilung. Marathon recht Richtung Riedern, wo ich vor Stunden herabgekommen war. Die anderen Strecken flach über Eichenbühl ins Ziel. Ein Paradies für Abkürzer.

Bis Riedern rollte es aber unerwartet flüssig, während in einem Nachbarort eine Turmuhr fünfmal schlug. Dann der letzte längere Anstieg nach Neunkirchen auf die Hochfläche, und zur Belohnung die schöne Abfahrt nach Eichenbühl. Dort geriet ich in einen Stau, den die Bulldogfreune Bürgstadt mit einem Konvoi historischer Landmaschinen erzeugten. Deshalb achtete ich nicht auf Richtungspfeile, die vielleicht wieder auf den Seitenweg geführt hätten, und fuhr auf der Strasse zum Ziel zurück.

Fazit:
- 212 km, angeblich 3100 Höhenmeter (kann gut sein)
- mehr Kontrollstellen als Teilnehmer, wenn auch nicht alle besetzt
- kein Streckenplan. Gut so, denn ein solcher hätte mehr verwirrt als erklärt. Und vielleicht zum Abkürzen animiert.

Jetzt dürft Ihr den Link zum Track sehen. (selbst erstellt, nach Ortsliste und Gedächtnis, also bei den ganz kleinen Wegen garantiere ich nicht für jedes Detail)


Manfred Kiesel

 

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