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Radmarathon Flandernrundfahrt
 

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Flandernrundfahrt 2010 von Peter Wöhler

Flandernrundfahrt 2006 von Axel Noll

Flandernrundfahrt 2005 von Axel Noll

 

 

Tourname: RM Flandernrundfahrt  
Verein:  
VerfasserIn: Peter Wöhler
Datum: März 2010
Startort: Brügge
Tourlänge: 270 km
Höhenmeter in M: 1900 m

Also es war ein großes Wochenende von mir geplant.
Zuerst die Ronde van Vlanderen und anschließend den 300er in Maastricht. Aber womit fahre ich das alles?
Mit dem Brevet RR wollte ich keinesfalls über die Kasseien (Kopfsteinpflaster der übelsten Art)
Die Lampe und der Nabendynamo einfach alles war mir zu Schade um es in Flandern eventuell zu schrotten.
Aber mit dem MTB und den 35er Slicks würde ich mich damit schon auf die Strecke wagen. Auch würde ich mit dem MTB auch einen 300er fahren können.
Das Ackulicht würde auf alle fälle ausreichen.
Bräuchte ich nur noch einen Kartenhalter passend zwischen die Lampen montiert.
Selbigen habe ich schon auf dem 200er in Wankum getestet und für gut befunden.
Somit brauche ich auch nur ein Fahrrad mitzunehmen.

Ich bin in 2005 und 2004 schon mal in Flandern gefahren, habe aber völlig vergessen, wie es sich dort fahren lies ;)
So beschloss ich dieses Jahr doch noch mal mit Virenque und Fiegeradler am Samstag die Flandernrundfahrt fahren und mein Gedächtnis mal wieder auf die Sprünge zu helfen ;)
Sonntags dann den 300er bei Ivo in Maastricht nachschieben.
Das Wetter sollte bestes Klassikerwetter werden. Wind, Regen, Kälte, aber auch Sonne. So richtiges Aprilwetter eben.
Angereist sind wir am Freitag nach Ninove (unser Zielort) , wo wir für die nächsten 2 Nächte unsere Pension bezogen. Hier bemerkte ich erst mal, das ich beim packen mein Heckschutzblech vergessen habe.
Shit. Aber eigentlich egal, denn das rappeln auf dem Kopfsteinpflaster.....gut, das ich kein Schutzblech dran habe.
Ganz nach dem Motto, was man vergessen hat braucht man auch nicht ;)

Gebucht bei der Anmeldung für die "Ronde" war ein Shuttleservice. Ein Bustransfer früh morgens nach Brügge, wo der Start ist.
Mit Reisebussen und großen Fahrradanhängern ging es nach Brügge.

Mein Rad hängt da Kopfüber "würg" im Anhänger.
Um 7:15 ging es an dann auf die Strecke.

Zunächst fuhren wir direkt an die See nach Ostende.

Dann drehte der Kurs auf Süd-Ost und nun begann auch der frontale Gegenwind.
Es lief nicht besonders gut. Aber dennoch war ich froher Natur hier zu sein.
Ach ja...die Radwege waren hier ja nur Betonplatten mit großen Fugen, die auch nicht immer fluchten. ...da war doch was ;-)
Ach ja, ich erinnere mich...so langsam kam wieder alles hoch. Mein Hirn taute dann endlich wieder richtig auf, als es in die Hellingen ging.

Hier an der 2. Kontrolle im "Dorp van de Ronde" Ledegem


Was für eine Quälerei. Aber Spaß macht sie schon. Wenn nur nicht dieses nasse und rutschige Kopfsteinpflaster wäre.
Am Koppenberg musste ich absteigen, weil das Hinterrad dermaßen durchrutschte....
Ich bin fix und foxi.
Der Gegenwind, einige ziemlich heftige Regenschauer, einmal mit Hagel gaben alles um meine Kräfte schnell schwinden zu lassen.
Erst gegen 20 Uhr erreichte ich die Mur von Geradsbergen. Eigentlich Punkt 20 Uhr, denn ich hörte im Anstieg die Kapelle läuten.
Im Ziel angekommen ( eigentlich war schon 20 Uhr Kontrollschluss) bin ich schnell nur noch zur Pension um den Dreck des Tages abzuduschen und das Rad schnell notdürftig für Sonntag fertig zu machen. Putzen, Licht abbauen, Kette reinigen, Klamotten raussuchen und die schmutzigen irgendwie wegpacken, wo sie zwar wenig Platz weg nehmen, aber dennoch nicht Luftdicht, damit sie nicht anfangen zu schimmeln.
Was für ein gerödel immer...
Aber es kam noch dicker.
Die Duschen waren nur eiskalt und die Heizung ausgefallen, das Zimmer ebenso kalt.
Notwaschung war angesagt. Poach war das kalt. Und morgen ääähm in 5 Stunden geht schon wieder der Handywecker? 2 Stunden anreise nach Maastricht?
Die Beine sind sooooo müde.

3:45 der Wecker geht, aber ich bin absolut nicht in der Lage jetzt für 2 Stunden auf die Autobahn zu gehen.
Somit schlafe ich aus und beschließe mit Virenque und Fiege Radler das Profirennen anzuschauen.
Dazu fuhren wir nach dem Frühstück nach Geradsbergen und gingen durch die Stadt zur Kapelle,

wo wir ehrenhaft zu flandrischen Fans wurden ;)

Vor den Profis kam noch ein Frauenrennen vorbei.

Dann kam das gaaanz große Kino.

Hubschrauber umkreisten uns, Die Fans flippten völlig aus und die Fahrer flogen förmlich über die Kuppe an der Kapelle. Man sind die schnell. Und ich kroch da gestern hoch........

Abends auf dem Heimweg kam ich dann ja eh an Maastricht vorbei und ich stattete Ivo dann doch noch einen Besuch ab, um ihn die Wartezeit auf die Teilnehmer etwas zu verkürzen ;)
Alles im ganzen war es ein sehr schönes Wochenende für mich. Auch wenn ich nicht bei Ivo starten konnte. Schade, schade, schade.
Aber irgendwie steckt doch noch der lange Winter in den Knochen.
Ich bekomme im Moment einfach keine Doppelveranstaltung gebacken.
Aber das Jahr ist ja noch laaaaaaaaang ;)


Peter Wöhler

 

DE RONDE VAN VLAANDEREN 2006 

Warum ich schon wieder einen Bericht von der Ronde schreibe? Weil es diesmal so ganz anders war als im letzten Jahr.

Auf der Rückfahrt im Bus war ich mir gar nicht mehr so sicher,ob ich mir die Flandernrundfahrt noch einmal antun würde. Wenn ich mir da die Prellungen und Schürfwunden an Hüfte,Knie und Ellenbogen, die Scheuerstellen zwischen den Beinen und die Blase in der linken Handfläche betrachte!? Da kam ich doch ins Grübeln…

Aber fange ich von vorne an:

Schon am frühen Morgen vor dem Start konnte man den Regen förmlich riechen der in der Luft lag. Aber noch war es trocken. Und alle aus unserer Truppe hofften auch, das es so bleiben würde. Dafür war es mit ca. 8 Grad für die frühe Uhrzeit schon recht warm.

Beim Frühstück kam ich mir schon ein bischen aussätzig vor, weil ich der Einzige war, der sich ein von zu Hause mitgebrachtes Müsli gönnte und der beim Abendessen einen Tag vorher schon (wie eigentlich immer) auf das Bier verzichtet hatte.

Aber ich will bei solchen Events immer alles richtig machen und es soll hinterher nicht am Essen gelegen haben, falls ich „scheitern“ sollte. Ich war hier schliesslich zum Radfahren und nicht zum Feiern und Spass haben. ;-)

Um 7.00 machten wir uns auf den kurzen Weg von der Jugendherberge zum Start auf dem Marktplatz in Brügge. Der Weg duch die Stadt führte über Kopfsteinpflaster und es gab jetzt schon einen kleinen Vorgeschmack auf das, was uns heute noch erwarten würde.

An der Startrampe, auf der am nächsten Tag auch die Profis stehen würden, gab es die übliche Hektik und Aufregung die ich schon vom letzten Jahr kannte. Für Einige konnte es einfach nicht früh genug losgehen. Zwischen den ganzen Radfahrern quetschten sich noch Autos, Polizeimotorräder und die Busse durch, die vom Zielort Ninove hier her fuhren um weitere Radler zu bringen. Diesen Shuttleservice hatte ich im letzten Jahr auch in Anspruch genommen. Ich versuchte bei der ganzen Aufregung Ruhe zu bewahren, zumal uns schon die ersten Regentropfen trafen.

Eine gewisse Anspannung war auch in unserer Gruppe zu spüren. Jürgen beschwor immer wieder das besagte schlechte Wetter (hier Klassikerwetter). Stefan und Michael wollten am liebsten schon losfahren ohne auf Nobert zu warten. Der war schon beim Frühstück der Letzte gewesen. Ich versuchte alle zu bremsen damit die Gruppe wenigstens die ersten Kilometer gemeinsam unter die Räder nehmen konnte.

Schliesslich tauchte auch Nobert auf und es konnte endlich losgehen.

Schon schnell bestätigte sich meine Befürchtung, dass es heute kein gemütliches Einrollen für mich geben würde. Immer wieder bildeten sich durch den starken Gegen-und Seitenwind neue Gruppen.

Plötzlich war Stefan verschwunden. Dann sah ich die Hombrucher Trikots nicht mehr.

So entwickelte sich das gemütliche Einrollen zum Gruppenspringen.

Einmal sah ich sogar Michael wie er den Windschatten eines LKW’s ausnutzte um auf diese Weise zur nächsten Gruppe zu springen. Ich hatte hinterher erfahren, dass Jürgen bei so einer Situation mal sagte:“Wir fahren heute keine 80 sondern 280km“.

Inzwischen hatte sich der Himmel verdunkelt und es regnete heftig.Der Wind machte es zusätzlich schwer sich gemütlich einzurollen.

Neben den vielen Schlaglöchern ist der Asphalt auf den Strassen Belgiens auch noch sehr rauh und es rollt eigentlich nie so richtig.Außerdem befand sich noch viel Splitt und  Schmutz vom vergangenen strengen Winter auf der Fahrbahn und man musste sehr aufpassen, dass man sich keinen Platten fuhr. Schnell war das frischgeputzte Rad und der darauf sitzende Fahrer ein Dreckklumpen.

Die Hektik und Aufregenung setzte sich an der ersten Kontrolle fort, wo es für einige aus unserer Grupppe nicht schnell genug weitergehen konnte.Michael und ich mussten aber noch dringend…

Die anschliessende Verfolgungsjagt, die sich über 17 km und steifen Gegenwind hinzog, war überhaupt nicht nach meinem Geschmack. Plötzlich hing ich mit Michael und einem Italiener allein zwischen den Gruppen und weit und breit keine bekannten Gesichter.

Ich hatte den Winter gut trainiert und war nicht einmal krank gewesen. So entschloss ich mich, die Verfolgungsjagd mitzumachen.

Als endlich alle wieder zusammen waren, befanden wir uns in einem fast 100 Mann starken Fahrerfeld, indem ich mich endlich verstecken und relativ schnell erholen konnte.

Dann kam die zweite Kontrolle in Waregem. Bis auf Stefan machten diesmal alle zusammen Pipi.

Ab jetzt erwarteten uns die ersten Hügelchen und das erste Kopfsteinpflaster! Diesmal hatte ich besonderen Respekt, vielleicht sogar Angst, weil es nun galt, dieses Pflaster bei Nässe zu fahren!

Und es ist noch viel schlimmer als man es im Fernsehen sehen oder in Büchern immer nachlesen kann, denn die Pflaster sind nicht nur nass! Ein Schmierfilm aus Lehm und Schmutz ist auf den Steinen, so dass ein Ritt mit dem Rad darauf zu einem Eiertanz wird. Eine einmal eingeschlagene Fahrlinie sollte man möglichst nicht mehr ändern. Selbst wenn man durch einen langsameren Fahrer dazu gezwungen wird. Aber das würde ich wenig später noch schmerzlich erfahren.

Am nächsten Kopfsteinflaster, der Paddetsraat nämlich. Noch nicht steil, aber mit 2400m relativ lang. Diesmal war ich gezwungen die Fahrlinie zu ändern und da schmierte auch prompt mein Vorderrad ab. Schon lag ich im Dreck. Das Geräusch eines hinter mir stürzenden Radfahrers gab mir die Bestätigung, dass es hier wohl wirklich sehr rutschig sein musste und der Sturz nicht allein aus meinen schlechten Fahrkünsten resultierte.

Aber irgendwie war mir ein Sturz mit dem Rad noch nie so egal gewesen wie in diesem Moment! Nach dem ersten Schreck fand ich es irgendwie richtig geil! Jetzt war ich auch mal auf den gefürchteten Kopfsteinpflaster Flanderns gestürzt! Das gehört doch irgendwie dazu!?

Zum Glück ist mir aber nicht viel passiert, bis auf die üblichen Prellungen und Schürfungen an Hüfte, Knie und Ellenbogen.

Ein Blick auf das Rad (fehlender Lenkerstopfen), die Kette wieder aufgelegt und schnell weiter fahren. Das heisst:ich wollte „schnell“ weiter fahren! Aber es war sehr schwierig aus dem Stand wieder so richtig in Schwung zu bekommen.

So waren Michael und Stefan schon längst verschwunden bis ich wieder einigermaßen Tempo aufnehmen konnte. Der Sturz hatte mich zum Glück auch ein wenig im Kopf gebremst. So fand ich zum ersten Mal an diesem Tag einen vernünftigen Rhythmus für mich.

Mittlerweile setzte sich immer mehr die Sonne durch und es machte Hoffnung, dass es nun trocken bleiben würde. Aber für den Koppenberg hatte ich innerlich einen Fußmarsch fest eingeplant. Denn bei diesen „Straßenverhältnissen“ konnte man dort nicht hinauffahren! Da war ich mir jetzt schon sicher.

Die darauffolgenden Anstiege Molenberg und Wolvenberg kam ich ganz gut rüber. Bis zur dritten Kontrolle in Oudenaarde hatte ich erst Stefan und dann auch Michael, der an einer Schwenkbrücke warten musste, wieder eingesammelt. So nahmen wir gemeinsam Oude Kwaremont in Angriff .

Am höchsten Punkt der Ronde angekommen stand unser Begleitwagen, wo ich nur meine Windweste und Brille abgab und mir etwas Öl auf die Kette machte.

Irgendwie war es lustig die dreckverschmierten Gesichter von Stefan und Michael im nun schönsten Sonnenschein zu sehen. Hoffentlich sah ich nicht genauso fertig aus…

Und dabei ging die Ronde jetzt erst richtig los!

Ich war durch die hektischen 180 km und dem Sturz etwas angeschlagen und mir war klar, dass noch einiges auf uns wartete. Deswegen nutze ich die lange flache Anfahrt (bei starkem Gegenwind) zu den nächsten Hellingen, um mich in einer grossen Gruppe auszuruhen. Hier musste man sich allerdings höllisch konzentrieren! Leider ist man auf diesem Teilstück gezwungen auf einem schmalen Radweg zu fahren, der an einer Hauptstraße entlangführt. Da es durch den starken Gegenwind und durch gefährlich nah am Radweg abgestellter LKW’s auch mal ziemlich eng wurde, kam was kommen musste. Der nächste Sturz!Auf das schleifende Geräusch eines Reifens am meinem Hinterrad folgte der dumpfe Aufprall eines Radfahrers sammt Rennrad. Ein kurzer Blick nach hinten zeigte mir, dass durch den Gestürzten alle Nachfolgenden ausgebremst wurden, weil auf dem engen Radweg kein vorbeikommen möglich war.

Wir blieben alle vom Sturz verschont und erreichten den Paterberg. Mit maximal 20% sehr steil. Ich sagte noch zu Stefan (der das erste Mal dabei war) das er nun zusehen müsste, dass er keinen Langsameren vor sich hat, der ihn ausbremsen und dann zum absteigen zwingen könnte. Der Paterberg und Koppenberg sind sehr schmal und dort haben höchstens vier Radler nebeneinander Platz.Wenn sie geradeaus fahren! Darauf erwiederte er nur, dass ich ihn überholen soll!? Wenig später entschloss er sich auch, dass er nun sein eigenes Tempo fahren wolle. Das hiess also:“ freie Fahrt“ für Michael und mich.

Nach einer welligen Abfahrt,mit stürmischen Böen von allen Seiten, folgte die enge Einfahrt zum Koppenberg. Max 22%. Ein erster Blick nach „oben“ verhiess nichts Gutes. Denn dort sah ich schon die ersten Radfahrer, die zu Fussgängern wurden. Egal…so weit fahren wie möglich… irgendwie da durch…vielleicht hilft 39/26…dann der wütende Aufschrei von Michael als er absteigen musste…kurz darauf folgte ich seinem Beispiel…

Heute bin ich darüber nicht mehr sauer. Denn was sich am nächsten Tag bei den Profis hier abspielen würde macht es mir nur noch halb so schwer diese Laufeinlage zu ertragen.

Was die Steigungsprozente betrifft, lag das Schlimmste nun eigentlich hinter uns. So nahm ich die nächsten Steigungen Steenbeekdries,Taaienberg und Eikenberg relativ entspannt. Nur eine große Blase in der linken Handfläche, die mittlerweile schon gerissen war, machte es mir zunehmend schwerer denn Lenker auf dem Kopfsteinpflaster zu halten. Ich entschloss mich meine Handschuhe auszuziehen, aber das half auch nicht mehr viel.

Die nächsten Hellingen Boigneberg, Foreest, Leberg, Berendries, Valkenberg und Tenbosse sind asphaltiert und so wurde es für meine Hand einigermaßen erträglich. Wenn man diese Anstiege bewältigt hatte, konnte man sich nie so recht freuen, denn oben angekommen, empfing einem immer ein stürmischer Wind, der natürlich fast immer von vorne kam. Auch die „Flachstücke“ zwischen den Steigungen wurden wegen des starken Windes zur Quälerei. Man fuhr eigentlich immer gegen Wiederstand. Irgendwo hier habe ich dann Michael verloren, der die letzten Hellingen langsamer fuhr.

Die letzte Kontrolle in Brakel erreichte ich alleine. Die Verpflegung ist übrigens für belgische Verhälnisse und einem Startgeld von nur 15 € völlig ausreichend. Von einem der Hauptsponsoren Isostar gab es Getränke und sonst gab es Waffeln, Kekse und auch mal Bananenstückchen so viel man brauchte. In Deutschland werden für vergleichbare Veranstaltungen 40-50 € verlangt!?

Vor der nun folgenden Kappelmuur hatte ich keine Angst mehr, denn ich wusste vom letzten Jahr noch, dass diese gar nicht so schlimm ist wie so oft beschrieben. Die Sonne schien noch immer als ich die Mauer von Geeradsbergen erreiche. Dank der etwas breiteren „Straße“ musste ich diesmal nicht absteigen obwohl es einige Male ziemlich eng wurde. Das ist der Nachteil wenn man so früh ankommkt .Dann muss man mit dem grossen Haufen (auch den Kurzstrecklern) hier drüber. Letztes Jahr war ich durch mein langsameres Anfangstempo ca. eine Stunde später hier und da war entsprechend weniger los! Nächstes Jahr werde ich es wieder so machen:Langsam anfangen und zum Schluss schneller werden…Vielleicht wäre ich dann heute auch fahrend über den Koppenberg gekommen…!?

Der Bosberg, mit einer breiten Kopfsteinpflasterstraße durch einen Wald, ist die letzte Steigung und es ist fast geschafft. Mit schweren und schmerzenden Beinen fahre ich die letzten welligen Kilometer allein gegen den Wind Richtung Ninove zum Ziel. Hatten wir heute eigentlich mal Rückenwind?

Ich hatte mir „Klassikerwetter“ gewünscht. Aber das bereue ich heute. Ich hätte nie gedacht wie sehr die Ronde durch das schlechte Wetter ihr „Gesicht“ verändern kann.

Ausserdem erschwerte dieses Jahr das für mich zu hohe Anfangstempo die Fahrt bei „Vlaanderes Mooiste“

Nobert Adam, Jürgen Brauner und Hans Peter Malke haben sich bei Kilometer 180 dazu entschlossen in unseren Begleitwagen zu steigen. Jürgen war zweimal auf dem Kopfsteinpflaster gestürzt und hat bis zur Kwaremont jede Umgehungsstraße genutzt um weiteren Hellingen und damit Stürzen aus dem Weg zu gehen. Nobert wurde von mehreren Defekten geplagt und stieg demoralisiert vom Rad. Bei Hans Peter zwang wohl die fehlende Form zum Abbruch.

Michael Buschoff, Stefan Hassel, Bernd Emde und ich sind kaputt aber glücklich ins Ziel gekommen.

Es ist diesmal ein längerer Bericht geworden, aber ich hatte sehr eindringliche Erlebnisse und die liessen sich für mein Gefühl nicht so kuz zusammen fassen.

An dieser Stelle noch mein Dank an den Organisator Nobert Adam und die gute Betreuung von Andrea Hanke (inclusive Massage) und unserem Fahrer Ulli Stapel.

 

R.V. Flottweg 1910 Langendreer

Axel Noll

virenques blog

Bilder mit freundlicher Genehmigung von Michael Buschoff.

 

Tourname: Flandenrundfahrt  
Verein:  
VerfasserIn: Axel Noll (virenque)
Datum: 2005
Startort: Brügge
Tourlänge: 270 km
Höhenmeter: 1900 Meter

 

 

für alle die es interessiert ein längerer bericht von der flandernrundfahrt:
die ronde war ein absolut geiles erlebnis! jetzt verstehe ich auch, warum die profis alle gedopt sind. wenn die solche strecken im rennen fahren müssen...!?
das mit dem bustransfer morgens hat super geklappt. um 6.30 ging es auf den weg nach brügge. habe die eine stunde fahrt noch für ein kleines nickerchen genutzt.
es waren nur 4 grad als ich um 7.30 auf die strecke ging. den startstempel gab es auf der rampe,an der am nächsten tag auch die profis starten würden.ich hatte mir vorgenommen auf den ersten 140km so wenig kraft wie möglich zu vergeuden, weil dann die ersten hellingen anstanden. das gelang mir dann auch fast ohne mühe, weil ich mich teilweise in gruppen von 50 oder manchmal sogar 100 fahrern befand. ich brauchte da also die nase nie in den wind stecken und hatte trotzdem bis zum ersten kopfsteinflaster einen 30er schnitt.

die grossen gruppen wurden vorbildlich von der belgischen polizei an kreuzungen und hauptstrassen geleitet. doch der lange weg auf dem topfebenen kurs im norden flanderns zog sich dann doch ziemlich hin und ich war heiss darauf, das endlich die ersten kopfsteinpflaster-passagen begannen. die kamen dann aber früher als erwartet. den ab kilometer hundert kamen schon die ersten flachen! kopfsteinplaster.das hatte ich nicht gewusst.

es hat mich auch gleich richtig durchgeschüttelt.die steine liegen ziemlich weit auseinander und stehen in fahrtrichtung schräg aufgerichtet, sodass man über die spitzen kanten fahren muss. und da kam dann auch richtiges klassiker-feeling auf! ich wechselte von der linken auf die rechte, oder auf die mitte der strasse um irgend möglich die bessere fahrlinie zu finden.


die erste helling kam nach 145km als man plötzlich von einer hauptstrasse scharf rechts in die steigung einbog. ich wunderte mich noch als ich oben ankam, wie leicht ich diesen ersten anstieg bewältigte.er war auch nur 350m meter lang. die nächsten anstiege würden länger und auch steiler werden. in den flachstücken versuchte ich kraft zu sparen um die nächste steigungen in angriff nehmen zu können. aber diese flachstücke waren teilweise auch mit kopfsteinpflaster gespickt.

auch einige abfahrten waren mit kopfsteinpflaster zu bewältigen. diese bereiteten mir am meisten schwierigkeiten. meine hände schmerzten mir total und ich konnte die finger kaum krümmen um in den abfahrten zu bremsen. wenn diese schmerzen nicht nachliessen...? vielleicht war es auch ein fehler die cosmic-pro-laufräder zu nehmen. die sind ziemlich hart und federten die stösse überhaupt nicht ab. ich hatte zwar gedacht,je härter desto besser würde ich über das pflaster 'fliegen'. na ja...falsch gedacht! das nächste mal werde ich normale laufräder benutzen.
und bald näherte ich mich dem koppenberg mit 22% steigung.als in dem steilsten stück mein vorderrad immer mal abhob dachte ich schon, jetzt falle ich nach hinten auf den rücken.also irgendwie das gewicht anders verlagert und schneller getreten. auch ein vor mir daher eiernder fahrer und der glitschige untergrund zwischen steinen, brachten mich nicht dazu absteigen zu müssen.ich weiss allerdings nicht, ob dieses stück bei nässe und regen überhaupt befahrbar ist!?
aber es war ja klassiker-wetter:20°C und sonnenschein...
dieses steilstück hatte mir nun doch noch etwas bammel gemacht, weil ja noch die berühmte muur von geeradsbergen anstand,auch 20% am steilsten stück.
mittlerweile hatte ich mich an das kopfsteinpflaster gewöhnt,und die nächsten steigungen bewältigte ich ganz gut. es war schon ein tolles gefühl oben an der brühmten kapelle in geeradbergen vorbeizufahren oder hinterher durch das ziel,welches für das rennen am sonntag schon fast fertig aufgebaut war.
ich habe die strecke durch vernüftige einteilung meiner kräfte ganz gut bewältigt. leider fuhr ich mit 'angezogener handbremse' da ich zwei tage vorher einen schnupfen bekam.
aber egal...jetzt bin ich um eine radsportliche erfahrung reicher und ich habe einen weiteren klassiker gefahren.
am nächsten tag habe ich mir die profis an der muur von geeradsbergen angesehen, wo ausser mir vielleicht noch fünf milliarden belgier standen.die radsportverrückten flamen!und als dann der zabel mit ganz vorne dabei war, kannte die begeisterung bei mir auch keine grenzen mehr!
und nächstes jahr wieder!!

axel noll

virenques blog

 

 

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