RTF, Radmarathon, Pässe und mehr

Radmarathon Bonn, Sturmvogel
 

1-5 | 6-10 | 11-15 | 16-20 | 21-25 | 26-30 | 31-35 | 36

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Bonn 2006

Licht und Schatten in Bonn

Wir haben noch den Radmarathon vom PSV Bonn in guter Erinnerung (hervorragende Strecke und super organisiert), als wir bei unserer Jahresplanung auf den RM des Sturmvogel Bonn stoßen. Ein neuer Radmarathon mit 217 km mit 2800 hm muss gefahren werden.

Der Breitensportkalender 2006 vermeldet als Startort die Marktschule an der Marktstr. Im Internet wird aber schon auf den neuen Startort im T-Mobil-Campus hingewiesen. Es haben aber nicht alle einen Internetzugang und so irren einige schon am Vorabend der Veranstaltung, wegen fehlender Hinweisschilder durch Bonn, auf der Suche nach dem Startplatz.

Es gab schon mehrere Startortverlegungen in diesem Jahr, dort hatte der Veranstalter es aber für nötig gefunden die Strecke, von dem alten zu dem Startort auszuschildern. 

Nach einem guten Frühstück im Wohnmobil mache ich mich um 6:10 Uhr auf den Weg zur Anmeldung. Der Veranstalter hält 5 oder 6 Anmeldetische für die Veranstaltung bereit, aber nur einen für die Radmarathon-Anmeldung. So sehe ich mit leichtem Erstaunen, dass sich vor diesem Tisch eine Schlange mit 20-30 Startern gebildet hat, während an den anderen Anmeldetischen die HelferInnen mangels RTF-StarterInnen gelangweilt herumsitzen. Was soll’s, Augen zu und durch.

Leider nicht in Bonn. Der Veranstalter reagiert auf den Andrang und als erste Maßnahme verteilt er schon einmal die Anmeldekarten, um sie auszufüllen. Natürlich ohne Kulis. Wer hat schon einen Kuli dabei, wenn er Rad fahren will? Also die Schlange verlassen und einen Kuli auftreiben. Irgendwann habe ich einen und auch die Karte ausgefüllt und dann? Wieder neu anstellen. Nachdem inzwischen immer mehr StarterInnen anfangen zu meckern, reagiert der Veranstalter wieder. Der zweite Tisch wird nun auch für die Marathonanmeldung umfunktioniert.

Da dort die Helfer aber nicht eingewiesen sind, werden die Schlangen immer länger. Na ja, irgendwann merkt das auch der Veranstalter und ergreift Gegenmaßnahmen. Er bestimmt nun: „Der erste Tisch ist für die Vorangemeldeten und der 2. Tisch für die Nachmelder.“ Ich stehe natürlich in der falschen Reihe, weigere mich aber mich erneut neu anzustellen.

Wenn ein Veranstalter lernen möchte eine RTF-Anmeldung zu komplizieren, sollte er nach Bonn, bei den Sturmvögeln in die Lehre gehen. Da wird geschrieben was das Zeug hält. Die BDR- Nummer gilt nicht und es wird eine neutrale Startnummer vergeben, natürlich mit Werbung von T-Mobil darauf. Na, wenn das der BDR wüsste. Wenn wir zu diesem Zeitpunkt geahnt hätten, was die Tour noch an organisatorischen Mängeln mit sich bringt, wären wir wohl nur für uns in die Eifel gefahren. Irgendwann habe ich uns angemeldet und die Hand voll Gedönse.

Fährentikets, ein rotes Bändchen, wozu war das denn eigentlich?, Startnummern und die Startkarte.

Das Ganze natürlich auch für Astrid und um 30 Euro ärmer. 33% teurer als bei anderen Radmarathons in NRW.

Ja dann mal schnell zum Wohnmobil und Astrid die Sachen geben und die Nummern befestigen. Es ist inzwischen 6:50 Uhr, unsere Mitfahrer, die ForumsteilnehmerInnen, Gaby, Tanja, Frank, Peter, Ulli und Uwe warten schon auf uns. Mit 8 Marathon-VielfahrerInnen gehen wir um ca. 7:00 Uhr auf die Strecke.

Die Tour führt uns, zu so früher Stunde, auf ruhigen Straßen aus Bonn heraus.

Es geht über Beuel nach Sankt Augustin. Ab hier steigt die Strecke an. Bis Gilgen sind das fast 70 hm. Es geht sofort wieder bergab nach Birlinghoven. Kurz nach dem Ort überqueren wir die A3. Schon steigt die Strecke wieder an und führt uns über Uthweiler nach Söven.

Die Gruppe ist ein wenig auseinander gerissen und jeder fährt bergauf sein Tempo. Ich bin bei Frank und er ist begeistert von den Ausblicken. Das war aber die erste größere Anstrengung, bis zur ersten Kontrolle, sie ist kurz vor Berghausen, ist die Strecke wellig und gut zu fahren. Meine Flasche ist noch voll und zu Essen benötige ich noch nichts und so mache ich ein paar Fotos.

Nach der Weiterfahrt verlieren wir ca. 70 Höhenmeter. Diese müssen wir, es geht über Krautscheid und Hammelshahn nach Buchholz, um das Dreifache wieder erklimmen. Fast 300 Meter über NN haben wir kurz nach dem Ort erreicht.

Bis nach Eudenbach geht es bergab und die Beinmuskeln können sich ein wenig ausruhen. Die Tretpause ist schnell vorbei. Die Straße führt uns hinauf über Wülscheid nach Orscheid zur A3. Sie führt ab hier über die Höhen des Siebengebirges in Richtung Frankfurt.

Die Marathonstrecke verläuft nun eine Zeitlang an der A3 entlang und über Windhagen und einigen kleineren Ortschaften erreichen wir in Unterelsaff die 2. Kontrolle. Aber auch hier beachte ich die dargebotene Verpflegung nicht, was sich im Nachhinein als Fehler erweist.

In unserer kleinen Gruppe lässt es sich gut fahren. Auf den wenigen Flachstücken bleiben wir zusammen und an den Anstiegen fährt jeder sein Tempo. Immer wieder kommt es danach schnell zum Zusammenschluss. Des Öfteren haben wir nun die Autobahn im Blickfeld. Eine Abfahrt führt uns hinunter ins Wiedtal.

Das war aber nur ein kleines Stück zum ausruhen, der Anstieg über Paffhausen nach Hombach ist doch ganz schön anstrengend. Peter muss seiner schnellen Fahrt am Vortag in Hüls ein wenig Tribut zollen und hat hier ganz schön zu kämpfen. Der Anstieg führt uns bis auf eine Höhe von 350 Meter über NN. Die Straße steigt nun gemächlicher an und an der BAB-Ausfahrt Neuwied sind weitere 50 Höhenmeter zu erfahren.  

Die Strecke verläuft weiter parallel zur A3, verliert aber bis zur B413, kurz nach der Anschlussstelle Dierdorf um einiges an Höhe.

Die nächsten 50 Höhenmeter warten aber schon ab Kleinmaischeid auf uns. Es geht hoch zum Nachbarort. Kaum haben wir Grossmaischeid hinter uns geht es in eine Abfahrt hinab nach Kausen. Die Landstraße nach Isenburg fällt leicht ab und führt uns am Schloss Sayneck vorbei. Die nächsten 4 Kilometer  bescheren uns, es geht bis zur 3. Kontrolle nach Thalhausen, 150 Höhenmeter.

An der Kontrolle sieht es mit der Verpflegung nicht so gut aus, Apfelscheibchen und grüne Bananenviertel gibt es noch. Wasser steht in einem blauen Chemikalienbehälter zur Verfügung. Die Entnahme erfolgt durch eine oben abgeschnittene Wasserflasche in Selbstbedienung. Ich denke es ist der reinste Bakterienherd und verzichte lieber. Nachträgliche Recherchen ergeben aber doch eine Lebensmittelechtheit der Chemikalienbehälter.

Weitere 100 Höhenmeter liegen auf der Fahrt nach Anhausen vor uns. Die anschließende Abfahrt nach Oberbieber sorgt für eine kurze Erholung unserer Beine. Über einen weiteren kleinen Anstieg kommen wir nach Melsbach. Die Abfahrt zur Wied hinunter macht uns besonders Spaß. Über viele Kilometer geht es nun an der Wied entlang.

Die Straße steigt dabei nur unmerklich. Einzig daran, dass man immer treten muss, merkt man, dass es bergauf geht.  In Waldbreitbach erwartet uns der steilste Anstieg der Tour. Es geht mit 12-13% hinauf nach Over. Das steilste Teilstück, es ist noch am Anfang, erreicht sogar fast 17%.

Uwe ist vorgefahren und macht einige Fotos.

Die Tour, auch in ihrem weiteren Verlauf vorbildlich ausgeschildert, führt uns zum Abzweig der 150/110er Strecke. Doch oh Wunder, diesmal keinen Hinweis auf die Streckenteilung? Ich bin der Gruppe ein wenig voraus gefahren und irritiert. Biege dann zuerst rechts ab und sehe nun den Hinweis 150/110er Strecke. Nanu, denke ich, dann muss ja der Marathon wo anders hergehen.

Und richtig, auf der Straße geradeaus ist die Marathonmarkierung. Ich höre noch wie jemand aus einem Auto hupt und mir hinterher schreit: „Falsch! Du musst rechts fahren.“ Blödmann, denke ich, ich will doch den Radmarathon fahren und nicht die 150er. Auch meine MitstreiterInnen kommen nun zu dieser Stelle und sind irritiert.

Der, der mir gerade hinterher schrie, ist von den Abschilderern. Er hat die Aufgabe um 12:30 Uhr die Streckenteilung zu entfernen. Er will meine MitstreiterInnen zuerst gar nicht mehr auf die Marathonstrecke lassen. Und tatsächlich, auf der Startkarte ist vermerkt: Einfahrt in die Radmarathonschleife bis 12:30 Uhr. Das stellt in der Radmarathonszene eine Besonderheit dar und die Bonner scheinen das von den Ausrichtern des Ötztalers abgeschaut zu haben, wo es allerdings aus sicherheitsrelevanten Gründen geschah.

Wir fahren trotz der Behinderung in die Marathonschleife und kommen nach einer schönen Abfahrt zum Rhein. An der Fähre in Rheinbrohl ist auch die 4. Kontrolle. Hier gibt es aber nichts mehr an Verpflegung und der arme Helfer der Bonner, muss sich dem ganzen Unmut der RadlerInnen stellen. Möchte nicht in seiner Haut stecken.  

Die Fahrt mit der Fähre ist zwar eine schöne Abwechslung, nimmt aber auch einige Zeit in Anspruch. Leider ist das nicht gesponsert, sondern mit einem Aufschlag von 5 Euro von uns bezahlt. Hoffentlich müssen wir in Wuppertal, bei einer der nächsten RTF bald nicht einige Stationen mit der Schwebebahn fahren.

Auf der anderen Rheinseite beginnt nun der längste Anstieg der Tour. Die Steigung ist nicht sehr stark und so bleiben wir in der Gruppe zusammen. An einem Kiosk versorgen wir uns mit Nahrung. Einige aus der Gruppe haben es eiliger und drängen auf die Weiterfahrt. Tanja, Uwe und ich trinken aber noch in Ruhe unsere Cola leer und essen ein leckeres Plätzchen.

Die Anderen sind nun ein wenig vor uns. Wir treffen sie aber an der Marathonkontrolle wieder. Für Menschen die kein Fleisch essen ist auch dieses Angebot dürftig. Riegel gibt es keine mehr. Aber warme Nudeln mit Fleisch durchsetzt und Salamibrote. Dann muss eben eine grüne Banane herhalten.

Die Abfahrt vom höchsten Punkt der Tour bringt uns wieder zum Rhein und somit zur zweiten Fährfahrt. Zum Glück steht sie gerade da und wir verlieren nicht noch zusätzliche Zeit mit warten.

Der Aufstieg  auf die Rheinhöhen hat es in sich. Ich bleibe am Ende des Feldes bei Peter und sehe wie alle sich so langsam vor uns entfernen. Oben warten sie aber auf uns und nun stehen uns nur noch kleinere Anstiege bevor. Diese werden so gut wie zusammen gemeistert. An der letzten Kontrolle ist auch alles leer gefegt und so bin ich froh, dass ich mir diesmal zwei Gels eingepackt habe. Das reicht bis ins Ziel.  

Im Ziel müssen wir erleben, dass sich sogar bei dem Eintreffen von 8 Marathonis Schlangen bilden können. Der ältere Herr an dem Einschreibtisch ist total überfordert. Als sogar Franks Wertungskarte verschwunden bleibt, ist bei mir das Maß voll. Lauthals beschwere ich mich bei einem, im schönen T-Mobil Qutfitt gekleideten, Helfer über die organisatorischen Mängel. Auch das Zeitlimit der Streckenteilung führe ich dabei an. Die Antwort darauf ist: „Da müsst eben ihr schneller fahren.“

Im Ziel sitzen wir an unseren Wohnwagen noch eine ganze Weile zusammen. Einigen Marathonis, sie kommen noch viel später ins Ziel, stehen vor verschlossenen Türen. Ihnen wurde von den Abschilderern die Startnummer weggenommen und vor ihnen die Strecke abgeschildert. Sie mussten den Weg ins Ziel alleine finden. 

Sturmvögel, wenn ihr einen Radmarathon ausrichtet, dann müsst ihr für die Nichtjedermanrenner die Dopingmittel verteilen, die ihr bestimmt von T-Mobil gesponsert bekommt. Dann schaffen auch diese eure Zeitlimit und ihr könnt frühzeitig nach Hause gehen. In Herne war ich selbst Helfer und dort haben wir erst um 20 Uhr den Start-und Zielort verlassen, also nach 13 Stunden bei einer flachen Strecke.

 

Fazit:

Das war er nun, der erste Radmarathon von den Sturmvögeln in Bonn.
Unsere Wertung:
Strecke: 1,0; Organisation des Marathons:  6 -; Helferteam an der Strecke: 1,0
Helferteam am Radmarathontisch:  6,0; (Von der Organisation schlecht eingearbeitet?)
Marathonstartgeld:  6,0

Ich verstehe nicht, warum von 200 MarathonfahrerInnen Nachmeldegebühren verlangt werden, während bei 1100 RTFlerInnen die obligatorischen 3 Euro reichen und dabei den Marathonis noch die Verpflegung wegessen können, nach dem Motto: „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.“

Unsere Aussicht auf das nächste Jahr: Die Bonner Radmarathonstrecke ist zu schön um nicht gefahren zu werden, darum unsere Gegenmaßnahmen.

Wir laden im nächsten Jahr den GPS-Track von der Bonner Seite und fahren den RM ohne Anmeldung und verpflegen uns selber, was wir ja ohnehin mussten. Wer will, kann dann bei uns mitfahren. Kostenlos. Anschließend gibt es noch Kaffee, Kuchen und gemütliches Klönen, versprochen.

Distanz:
218 km

Höhenmeter:
2780 Meter


Streckenplan

Bonn
Gilgen
Birlinghoven
Uthweiler
Söven
Westerhausen
Pleiserhohn

K 1 Berghausen

Dammig
Krautscheid
Hammelshahn
Buchholz
Eudenbach
Wülscheid
Orscheid
Windhagen
Hohn
Günterscheid

K 2 Unterelsaff

Steeg
Paffhausen
Ammerich
Jungfernhof
Fernthal
Hombach
Epgert
Hümmerich
Willroth
Dernbach
Kleinmaischeid
Grossmaischeid
Kausen
Isenburg

K 3 Thalhausen

Anhausen
Oberbieber
Melsbach
Niederbreitbach
Hausen
Waldbreitbach
Over
Stopperich

K 4 Bad Hönningen

Rheineck
Gönnersdorf
Waldorf
Königsfeld
Schalkenbach

K 5 Schelborn

Oberdürenbach
Niederdürenbach
Niederzissen
Waldorf
Franken
Sinzig
Kripp
Linz
Dattenberg
Sankt Katharinen
Vettelschoss

K 6 Willscheid

Hallerbach
Redderscheid
Rottbitze
Aegidienberg
Brüngsberg
Oberpleis
Stieldorf
Vinxel

Bonn








 


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