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Radmarathon Bimbach (Rhön Radmarathon)
 

1-5 | 6-10 | 11-15 | 16-20 | 21-25 | 26-30 | 31-35 | 36-40 | 41-45 | 46-50 | 51-55 | 56-60 | 61-62

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Bimbach 2005

Nachdem wir am Vortag die 238 Km in Rockenhausen gefahren haben, geht es weiter nach Bimbach. Wir kommen erst im dunkeln dort an und fahren nicht auf die vorgesehenen Standflächen für Wohnmobile, denn wir wollen die dort schon Schlafenden nicht durch unser lautes Auto wecken. Wir finden ein schönes Plätzchen direkt am Bimbacher „Bahnhof“.

Wir sind um 6 Uhr an der Anmeldung und sehen wie das über 1000 StarterInnen große Fahrerfeld auf die Strecke geht. Wir verpassen durch unser spätes Erscheinen am Startplatz auch die Ankündigung über den neuen 18%igen Kracher, direkt nach der ersten Kontrolle. Ist auch gut so.

Um 6:20 Uhr gehen wir auf die Strecke. Wir rollen uns langsam ein und lassen viele an uns vorbei ziehen. Ich denke daran, dass der Rockenhausener am Vortag vielleicht zu hart war. Bis nach Weihers zur ersten Kontrolle sind aber keine größeren Schwierigkeiten angesagt. Kurz nach der Kontrolle, ich denke schon es geht den gut zu fahrenden Anstieg nach Schwarzerden hoch, steht ein Helfer mit einer Fahne auf der Kreuzung und winkt uns rechts in die Straße ein. Diese führt nach Rabennest (Ebersberg) hinauf.

Kaum abgebogen steigt die Straße steil an. 10, 13, 15% zeigt mein HAC aber es wird noch schlimmer. Im folgenden Waldstück werden kurz 18% erreicht. Einige RadlerInnen gehen zu Fuß, andere fahren im Zickzack die Straße hoch. Die meisten bekommen die Kurbel kaum noch herum. An vielen, die mich zu Beginn des Anstiegs noch überholten, komme ich zwar nicht locker, aber sehr gut vorbei. Alle schnaufen wie alte Dampflokomotiven. Oben nehme ich die Gelegenheit wahr, von den dort ankommenden FahrerInnen ein paar Bilder zu machen. Im Nachhinein hören wir, dass der Veranstalter vor dem Start das Umfahren des Steilstücks angeboten hat. Das war für Einige sicher auch besser so.

Die anschließende Auffahrt zur Wasserkuppe erweist sich dagegen als lang, aber harmlos. Die Temperaturen heute morgen sind erheblich angenehmer wie am Vortag. Oben auf der Wasserkuppe denke ich noch daran, wie ich auf der Abfahrt 2002 bei Nieselregen gefroren habe und ich friere so ungern.

Bischoffsheim ist der nächste größere Ort, der zu durchfahren ist. Die Hügel bis nach Fladungen stellen für uns kein Problem dar, nur dass der Autoverkehr so zunimmt, ärgert uns nun schon ein wenig. Bei dem schönen Wetter wollen ja alle raus. Leider wird der Autoverkehr auf dem Thüringer Gebiet so stark und aggressiv, dass ich zwischenzeitlich an Aufgabe denke und auf Nebenstraßen zum Ziel zurück fahren will.

In Fladungen kommen wir nach der dortigen Kontrolle zur langen Auffahrt zum schwarzen Moor. Auch diese ist gut zu fahren, ich verstehe nicht, warum einzelne Fahrer schon im unteren Teil der Anstiege immer wieder anscheinend Anschlag fahren und nach dem ersten Drittel regelrecht einbrechen. Auch hier oben herrscht reger Verkehr und es ist nicht zu vergleichen mit der verkehrsarmen Tour in Rockenhausen. Wenn die vielen TeilnehmerInnen wüssten, was ihnen dort entgangen ist. Die Abfahrt zur B278 bei Ehrenberg ist wie immer berauschend. Kurz vor Hilders nehme ich mir an einer Bushaltestelle eine kleine Auszeit.

Ich bin mehr geschafft von der Gefährdung durch die rüden Autofahrer als den Schwierigkeiten der Strecke, trotzdem ziehe ich mir noch schnell ein Power-Gel rein. Direkt an dem Aufstieg bei Hilders werden wir von Gabi und Jürgen aus Alsfeld eingeholt. Sie fahren heute nur die 110er Tour. Wir plaudern ein wenig und unsere Wege trennen sich wieder.

Wir müssen nun den langen Aufstieg zum Ellenbogen hinter uns bringen und sie fahren dem Ziel entgegen. In Kaltensundheim kommen wir zu Hauptverpflegungsstelle. Wir sind so mit die Letzten. Durch den späten Start und die vielen Pausen in denen ich die RadlerInnen fotografiere, verlieren wir doch viel Zeit. Zum Glück wartet Astrid immer auf mich. Immer öfters werden wir nun von AutofahrerInnen bedrängt. Teilweise mit nur wenigen Millimetern Abstand wird an uns vorbei gefahren. Mehrere Male hätte ein winziger Schwenker meinerseits zu einem schlimmen Unfall geführt. Erst einmal das hohe Startgeld beim Super-Cup (33 Euro) und dann noch zumindest in diesem Teil, sehr verkehrsreiche Strecke, nein danke. Ich schwöre mir hier nicht mehr zu fahren.

Auf dem folgenden Streckenabschnitt holen wir immer mehr FahrerInnen ein die sich die Tour offensichtlich nicht einteilen konnten. Die Hügelchen die uns nun noch im Weg sind, bereiten uns keine Probleme mehr. Auch der Teil durch Fulda ist wieder ruhiger als wir erwartet haben.

2 Kilometer vor Bimbach werden wir auf einer kleinen Waldstraße von hinten angehupt. Es ist auf diesem letzten Stück sonst kein Auto zu sehen und nur dieser Eine muss uns ausgerechnet aus dem Weg hupen, denke ich. Aber weit gefehlt, es ist unsere "freundliche" Polizei die uns in bestimmtem Ton auffordert auf dieser fast unbefahrenen Straße hintereinander zu fahren. Da flippt Astrid natürlich aus, denn nachdem wir von anderen motorisierten VerkehrsteilnehmerInnen mehrfach, am heutigen Tage mehr als genötigt, bedroht und in Lebensgefahr gebracht worden sind, nun so etwas. Wo war da die Polizei? Aber sie sind ja auch Autofahrer und so verhalten sie sich auch.

Fazit:

Dieser Super-Cup scheint mittlerweile Kultstatus erlangt zu haben. An Schönheit und Schwierigkeiten würde er aber durch eine leicht aufgepäppelte Koblenzer oder Rockenhausener Tour bei weitem übertroffen und da hat man Ruhe vor den vielen AutofahrernInnen. (Auch Korbach sollte in diesem Zusammenhang nicht unerwähnt bleiben) Die RadlerInnen wissen nicht was ihnen dort entgeht. Die 6 Super-Cup Punkte mit 33 Euro teuer zu erkaufen, werden wir im kommenden Jahr auch einstellen.

Ansonsten bot natürlich der Bimbacher Veranstalter alles was das Radlerherz begehrt. Richtungspfeile im Überfluss, man konnte sich dort einfach nicht verfahren und bei der Verpflegung stellen die Bimbacher wieder mal alles in den Schatten.

Distanz:
211 km

Höhenmeter:
3400 Meter


Streckenplan

Bimbach
Malkes
Rodges
Sickels
Johannesberg
Bronzell
Eichenzell
Welkers
Rönshausen
Weyhers
Rabennest
Gackenhof
Schwarzerden
Abtsroda
Wasserkuppe

Obernhausen
Mosbach
Bischofsheim
Weisbach
Sondernau
Sondheim
Nordheim
Willmars
Sands

Fladungen
Sennhütte
Ehrenberg
Seiferts
Hilders
Frankenheim
Kaltensundheim
Kaltennordheim
Diedorf
Knottenhof
Tann
Günthers
Spahl
Nüstal
Hofbieber
Langenbieber
Wiesen
Mittelberg
Götzenhof
Fulda
Kämmerzell
Lüdermünd
Bimbach





 


 


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