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Radmarathon Berlin
 

1-5 | 6-10 | 11-15

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Tourname: Vom Olympiastadion zum Urstromtal
          
Verein: RC Charlottenburg
VerfasserIn: Frank Hartfeld
Datum: 2006
Startort: Olympiastadion Berlin
Tourlänge: 220 km
Höhenmeter in M: 450 Meter

 

Wo ich an diesem Wochenende schon mal in Berlin war, wollte ich nach der Charlottenburger Stadtrundfahrt den Marathon am nächsten Tag „mitnehmen“. 

Wie schon am Vortag war am Start das Teilnehmerfeld für NRW-Verhältnisse recht übersichtlich. Ich fuhr pünktlich um 7:00 Uhr mit einer ca. 14-köpfigen Gruppe los, die dann auch lange Zeit halten sollte. Was bei den „Berlinern“ sofort auffällt: Sie sind es wohl gewohnt in größeren Gruppen zu fahren. Die Fahren in Zweierreihen sowie das Ablösen klappte mustergültig. Anscheinend hatte ich auch die „Heizertruppe“ erwischt, wobei – nach Auskunft meines langzeitigen Mitfahrers – heute wohl noch recht moderat und gesittet gefahren wurde. 

Zunächst ging es in an der Avus entlang raus zum Wannsee. Vorbei an der (noch nicht besetzten) 1. Kontrolle ging es via Babelsberger Studios in Richtung Teltow. 

Nach ca. 25-30 km lichtete sich zunehmend die Bebauung und es tauchten die unendlichen Weiten von Brandenburg auf. Dabei ist die Landschaft jedoch schön mit Hecken und kleinen Wäldchen strukturiert, so das es nicht so langweilig wird, wie ich es von den Rübensteppen im Kölner Raum kenne. Vielfach wird Roggen angepflanzt, was als Indiz für die sandigen und damit relativ nährstoffarmen und trockenen Böden zu werten ist. Die Wälder sind durch Kiefern und Eichen dominiert.

Wir hatten auch Glück mit dem Klima: Obwohl es sonnig war, hielten sich die Temperaturen in angenehmen Grenzen. 

So rollte das Feld bis zur ersten (besetzten) Kontrolle in Struweshof, wo der übliche Tee, Wasser sowie Riegel gereicht wurden. Zusammen mit den anderen Verpflegungen gab es mithin auch mal RTF-Waffeln, sowie Milchreis. Eine Warmverpflegung gab es während des gesamten Marathons nicht – ich konnte auch gerne drauf verzichten. 

Die Pausen wurden von der Gruppe sehr kurz gehalten, so dass es schnell wieder aufs Rad ging. Die Strecke verlief nun im Weiteren über eine weitestgehend verkehrsarme Strecke mit gutem Belag. Dadurch das es auch kaum markante Richtungsänderungen gab, wurde der Schnitt erstaunlich hochgetrieben.

Wenn ich mit meinem Mitfahrer an der Reihe war für die Führungsarbeit, merkte man doch den erheblichen Unterschied zum Hinterradlutschen und musste ordentlich kämpfen, um das Tempo einigermaßen aufrecht zu halten. 

In Zauchitz war dann hinter einem Kreisverkehr auch schon die dritte Kontrolle, die wir später nochmals auf dem Heimweg aufsuchen sollten. Nun rollte unserer Zug auf die Marathonschleife und die flache Landschaft war schön, aber doch irgendwie immer gleich. Diese Routine sollte sich fast rächen – zwei Mitradler touchierten; konnten aber glücklicherweise doch noch die Räder abfangen. Spätestens jetzt waren alle wieder voll wach... 

Die nächste Kontrolle kam bei Treuenbrietzen und wurde gewohnt flott abgewickelt. Bei Golzow war der Scheitelpunkt der Strecke erreicht und ein paar Kilometer dahinter war die letzte Kontrolle auf der Marathonschleife. Danach wurde die Strecke belebter – es wurden auch Bundesstraßen mitgenommen. 

In der Nähe von Beelitz war dann etwas Abwechslung angesagt: Ein kleiner Hügel zerlegte das Feld regelrecht, so dass sich eine Spitzengruppe absetzen konnte. Da ich im Feld stecken blieb, war die Spitze weg und es brauchte erhebliche Anstrengungen (nachdem sich endlich drei andere Mitstreiter gefunden hatten) sowie Ampeln an Baustellen, um wieder Anschluss zur Spitze zu bekommen.

Auf der folgenden Kontrolle (wieder in Zauchwitz) waren jedoch meine Beine dann recht schwer – kein Wunder, denn nach immerhin 170 km hatte die Gruppe einen 34er-Schnitt hingelegt. So schnell war ich noch nie auf einer solchen Strecke unterwegs gewesen ! 

Für mich war jedoch jetzt klar, das ich die Spitze ziehen lassen würde, sonst würden die letzten 50 km noch ganz hart werden. Die nächsten 20 km fuhr ich dann alleine. Die Strecke wurde jetzt sogar etwas wellig und damit abwechslungsreicher. Vor Potsdam holte mich dann eine Dreiergruppe wieder ein, bei der ich mich gerne hinten reinhing. Die letzte Kontrolle war dann am Griebnitzsee, wo ich gerne auf den Milchreis zugriff, denn ich spürte doch langsam ein Loch im Bauch. 

Der restliche Weg ging dann über die Berliner „Bergwertungen“ an der Havelchaussee. Kurz darauf waren wir dann auch schon wieder am Olympiastadion und ich war erstaunt, dass der Schnitt immer noch (für meine Person) rekordverdächtig war.


Fazit:

Landschaftlich schöne, vielfach auch verkehrsarme Strecke und mit dieser Gruppe ein rasantes Erlebnis.

Auch das Fahren in einer sehr gut funktionierenden Gruppe konnte ich in dieser Form zuvor erst einmal auf dem Radmarathon in Greffen genießen! 

Das der Straßenbelag in brandenburgischen Dörfern auch sehr anstrengend sein kann, hab ich am nächsten Tag erlebt, wo ich Kopfsteinpflaster durchfahren durfte, die noch der Alte Fritz verlegt haben muss. Von dieser Sorte gab es nur eine Passage bei Potsdam, so dass die Streckenauswahl für diesen Marathon als sehr gelungen anzusehen ist!

Frank Hartfeld

 

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