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Passauffahrten und andere Anstiege mit dem Rennrad 

Italien
1-5 | 6-10 | 11-15 | 16-20

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Auffahrt:

Passo del Stelvio
(Stilfser Joch)


Passo Stelvio Ostauffahrt (Stilfser Joch) auf einer größeren Karte anzeigen

  Ostauffahrt

Region:

Startort:

Ankunft:

Streckenlänge:

Passhöhe über NN:

Höhendifferenz:

Steigungsrate Ø:

Steigung max.

Südtitol

Prad

Passo del Stelvio

26,0 km

2757 m

1835 m

7,9 %

13 %


Beschreibung:

Das Stilfser Joch, Königin der Passstraßen genannt.
Wir fahren den Passo Stelvio bei unserer Teilnahme am 3 Länder Giro. Die Auffahrt zur Passhöhe beginnt in Prad. Die Straße folgt zuerst dem Nebenfluss der Adige, dem Rio Solda. Auf den ersten 3 Kilometern steigt die Straße mit 3 % an. Das schwarz aussehende,  Wasser strömt das Tal hinab und sein tosendes Geräusch begleitet uns auf den ersten 4 km.

Dann wird es merklich steiler und mit 7% Steigung werden die nächsten 3 km bewältigt. Nach 8,5 km, kaum liegt eine mehrere hundert Meter lange Galerie hinter uns, haben wir die ersten 2, von 48 Kehren erreicht. Wir sind noch frisch uns sie bereiten keine Probleme. 400 Höhenmeter sind schon absolviert und 1400 warten noch auf uns.

Fast 2 Kilometer verläuft die Straße nun, nur durch leichte, schlanke Kurven unterbrochen, fast gerade weiter bergan. Der Rio Solda wird 2 mal überquert und die Ausblicke sind eher dürftig. Nur kurz können wir vor uns schon einmal die Bergspitzen der Ortlergruppe sehen. Nach ein paar Häuern zu unserer Rechten geht es auf das Örtchen Trafoi zu.

Wir sind bereits 1500 Meter hoch und die steigt einigermaßen gleich bleibend mit 7 % an. Das Tal hat sich geweitet und die Schnee bedeckten Bergriesen liegen herrlich anzuschauen, vor uns. Nach 10,5 km liegt ,am Hotel "Bella Vista", die nächste Doppelkurve vor uns. Schnell sind wir hoch über Trafoi. Einen Kilometer geht es ohne Kurven weiter, dann ist die Kurven und Kehrenreichste Bergauffahrt in den Alpen erreicht. 12,5 km, 1050 hm und 44 Kehren liegen nun vor uns.

Mit größerer Höhe immer spektakulärer angelegt. Über 12 Kehren steigt die Straße am bewaldeten Berghang hinauf um dann nach rechts in ein Seitental einzuschwenken.  Nach einem relativ geraden Kilometer, der Wald ist inzwischen gewichen, geht es über 4 Kehren bis auf 2000 Meter hinauf. Das ist aber noch lange nicht das Ende.

Noch haben wir die Passhöhe, die uns von vielen Bildern bekannt ist, nicht erblicken können. Das passiert erst, nachdem das Hotel Franzenshöhe im Blick kommt. Was wir da im Hintergrund sehen ist kaum vorstellbar. Der steile Berghang und die daran klebenden, für uns zu diesem Zeitpunkt, noch unzähligen Kehren. Wir haben in dieser Auffahrt schon 1200 Höhenmeter in den Beinen und nun diese Wand.

Die Schilder in den Kehren, mit deren Durchnummerierung, machen mich ähnlich wie die Auffahrtsschilder in den Pyrenäen, die dort, für den jeweils kommenden Kilometer, die Daten enthalten, machen mich nervös und unruhig. 24 Kehren noch und schon so viele gefahren, denke ich.

Die Aussichten das es irgendwann mal leichter wird schwinden bei dem Anblick des Talkessels mit der Passstraße vor uns. Dann ist, auf einer Höhe von 2400 Meter die Kehre 20 erreicht und das letzte längere gerade Teilstück liegt hinter uns. Nun sind alle Serpentinen nur noch mit relativ kurzen und sehr steilen Geraden verbunden. Die Kräfte schwinden langsam und es ist für die Psyche gut zu sehen, dass andere Giro Teilnehmer noch viel mehr leiden, als wir.

Nur nicht mehr hoch sehen, denn das frustriert zu sehr. Das es "nur" noch 350 Höhenmeter sind, gibt aber ein wenig Antrieb. Ab Kehre 7, wir sind jetzt auf 2600 Meter, kommt langsam ein Hochgefühl auf. 150 Höhenmeter, die noch vor uns liegen, werfen uns auch nicht mehr um.

Viele andere Teilnehmer des 3 Länder Giros sind hier zusehends am Ende ihrer Kräfte und das beflügelt uns immer mehr. Schade das der Veranstalter die Verpflegungsstelle in der Kehre 1 aufgebaut hat. Denn auf den letzten Kehren ist richtig Euphorie aufgekommen und das Radeln fiel, bei der Aussicht gleich oben zu sein, immer leichter und das, obwohl die letzten Kilometer durchgängig 10 % Steigung aufwiesen. Dann ist die Königin der Alpenpässe geschafft. Viele Souvenirbuden und einige Hotels befinden sich auf der Passhöhe. Abzocke pur.

Es gibt noch weitere Auffahrten zum Passo Stelvio, Einmal eine aus dem Müstairtal (Schweiz) kommend über den Umbrial Pass. Dieser ist im unteren Teil sehr kehrenreich, aber ohne schöne Aussichten. Er hat im oberen Teil keine feste Fahrbahnoberfläche. Diese ist zudem Waschbrett ähnlich.
Es gibt aber auch die Auffahrt von Bormio aus. Diese folgt lange den schroffen, unbewaldeten Berghängen mit einigen Tunnels. Dann wird über eine tolle Serpentinenstraße mit 14 Kehren ein Hochtal erreicht. 4,5 km führt die Straße dann, flankiert von den Riesen der Ortler Gruppe uns die letzte Tal-Stufe zu. Von links kommt die Straße vom Umbrail Pass dazu und über einigen Kehren und weit ausladende Kurven 3,5 km bis zur Passhöhe


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Passo Campolongo Nord;
Passo Cibiana West;
Passo Cibiana Ost;
Passo Duran West; Passo Duran Ost;
Passo Falzarego Ost; Passo Falzarego Süd;
Passo Fedaia West; 
Passo Gavia Ost;

Passo Giau West;
Passo Giau Ost; 
Passo Gardena Ost; 
Jaufenpass Ost;
Karer Pass West;
 
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Passo Pordoi West; Passo Pordoi Ost;
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Passo Stelvio Ost;
Timmelsjoch Süd; Timmelsjoch Nord;
Passo Valles Ost; 
Passo Valparola Nord; 
Passo Rolle; Süd; Passo Rolle West;
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