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Passauffahrten und andere Anstiege mit dem Rennrad 

Frankreich
1-5 | 6-10 | 11-15 | 16-20 | 21-25 | 26-30 | 31-35 | 36-40 | 41-42

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Auffahrt:

Region:

Startort:

Ankunft:

Streckenlänge:

Passhöhe über NN:

Höhendifferenz:

Steigungsrate Ø:

Steigung max.:

 

Cime de la Bonette Nordauffahrt

Alpen

Jausiers

Cime de laBonette

22,5 km

2802 m

1594 m

7,1%

14 %



Cime de la Bonette Nordauffahrt auf einer größeren Karte anzeigen


Beschreibung:

Die Nacht in Jausiers war ruhig, aber ich habe schlecht geschlafen. Ist es der Bonette oder was?

Auch beim Frühstück habe ich eigentlich keine Lust aufs Radeln. Doch Astrid packt zielstrebig die Räder aus und ich wage nicht mehr aufzubegehren. Vielleicht kommt ja die Lust beim Radeln. Um kurz vor 9:00Uhr sind wir soweit, es geht los zur Nordauffahrt des Cime de la Bonette. Vorher fahren wir allerdings noch einmal in den Ort und füllen unsere Flaschen auf.

Ein beleuchtetes Schild zeigt uns, dass der Col de la Bonette geöffnet ist. Die Steigung beträgt bis zum Beginn der ersten Kehrengruppe, sie beginnt nach 1,5 km, 4-5%. Die Kehren sind mit bis zu 8,6% natürlich viel steiler, bringen uns dabei aber auch auf 1,5 km 140 Höhenmeter ein. So früh ist es noch relativ kühl und angenehm zu fahren. Tagsüber lagen die Temperaturen in den letzten 4 Wochen immer über 35° Celsius.

In den Kehren liegen in lockerer Bebauung einige Ferienhäuser verstreut an den Hängen. Am Ende der Kehren haben wir das Örtchen Le Villard erreicht. Die Straßenränder zieren, genau wie bei den Pyrenäenpässen, Schilder, die die Steigung für den nächsten km angeben. Es ist teilweise nicht gut für die Psyche, aber irgendwie hilfreich.

Bei km 6 führt die Straße auf eine Schlucht zu. Der Straßenverlauf ist vor uns nicht einsehbar und wir sind gespannt, wie die Schlucht umfahren wird. Es ist die 2. Kehrengruppe die die Schlucht elegant rechts liegen lässt und uns schnell 150 Meter höher bringt.

Die Kehren sind teilweise recht steil, doch mit einem guten Rhythmus schnell zu meistern. Die Straße schlängelt sich bis km 8,5 auf eine Doppelkehre zu. 8% Steigung haben wir hier zu bewältigen. Die Landschaft wechselt nun ständig ihr Aussehen. 1800 Meter sind wir inzwischen hoch und so langsam wird das Grün an den Hängen immer weniger.

Bei km 10,5 liegt an der rechten Seite der Wasserfall Le Pisse. Außer einem Gasthof können wir aber nichts sehen. Es sind heute Morgen viele Radler unterwegs und wir werden von einigen überholt.

Hatte ich in einer Passbeschreibung von „enger und schlechter werdender Straße“ gelesen, so muss ich das korrigieren. Die Fahrbahnoberfläche wurde wohl 2006 erneuert und befindet sich, bis zur Passhöhe in einem ausgezeichneten Zustand. Auch von grobem französischem Straßenbelag keine Spur. Superglatt verläuft die Straße den gesamten Nordanstieg hinauf.

Kurz nach dem Gasthof ist bei km 11 eine Doppelkehre zu überwinden und wir haben dabei die 2000 Meter überschritten, somit liegen 800 Höhenmeter also noch vor uns. Bei km 13 wird es, mit Beginn der 3. Kehrengruppe, erheblich steiler. 11% erreicht die Steigung in den Kehren und wird über einen km beibehalten. Liegen die Serpentinen hinter uns wird es mit 7,5-8% flacher.

Nach einer Rechtskurve taucht auf einmal ein wunderschöner kleiner Bergsee zu unserer Linken auf. Auf diesem Teilstück wird es mit einer Steigung von unter 3% fast flach. Es ist gut so, denn dann können wir für die Auffahrt, die nun kehrenreich mit einer Steigung von 7,5-9,5% auf eine verfallene Kaserne zu verläuft, neue Kraft schöpfen.

18 km der Nordauffahrt zum Cime de la Bonette liegen an der Kaserne hinter uns. Dabei haben wir eine Höhe von 2580 Meter erreicht. Die Aussichten auf die Bergspitzen ringsum sind einmalig. Kurz vor km 20 kommt von rechts eine kleine Straße hinzu. Sie kommt vom Col de Moutiere und hat in ihrem oberen Teil leider keinen festen Fahrbahnbelag. Sie hätte sich sonst wunderbar für eine Rundstrecke über Pont Haut angeboten.

Wir befinden uns inzwischen in einer, ausschließlich aus Fels und Geröll bestehenden Landschaft. Der Cime de la Bonette ist vor uns aufgetaucht und wirkt noch so unendlich hoch. An der linken Straßenseite zeugen noch einige Bunkeranlagen von nicht so friedlichen Zeiten wie heute. Der letzte km bis zum Col de la Bonette (2715 m über NN) ist mit 3% wieder fast flach.

Das kommt für den Anstieg zum höchsten Punkt dieser Tour gerade recht. Es gibt am Col nun 2 Möglichkeiten, einmal können wir links herum im spitzen Winkel direkt die Südabfahrt in Angriff nehmen, oder über 2 Straßen, die rechts und links um den Cime de la Bonette herum führen, die letzten Höhenmeter bewältigen.

Der Wind bläst recht heftig von rechts. So entscheiden wir uns die Straße im Uhrzeigersinn zum höchsten Alpenpass zu fahren. Zudem fahren wir damit an der Bergseite. Das erscheint uns sicherer, denn der Berghang fällt mehrere 100 Meter steil ab. Die Steigung beträgt auf den letzten 870 Metern zwar im Schnitt nur 9,9%, doch überschreitet sie für 300 Meter locker die 14%. Dann ist er geschafft, der höchste, mit fester Fahrbahn versehene Alpenpass.

20, 30 Radler tummeln sich hier oben. Die Ausblicke sind gewaltig und Astrid legt mit ihren SPD Schuhen noch einen drauf. Schnell ist sie auf dem Fußweg in noch höheren Gefilden. Denn 2-300 Meter Fußmarsch bringen sie noch einmal 60 Meter höher. Dort ist ein Aussichtpunkt mit 360° Rundumsicht.

Unsere Rückfahrt machen wir zuerst über die Südauffahrt und folgen der Straße noch bis zum Col de Raspailon. Er hat eine Höhe von 2513 Meter. Hier pfeift uns der Wind aber so heftig um die Ohren, dass ich in der Weiterfahrt bis nach Pont Haut keinen Sinn sehe. So kehren wir um und machen diesmal aber nicht den Umweg über den Cime de la Bonette, sondern biegen schon am Col rechts ab.

Die Abfahrt ist wegen der nun heftigen Windböen nicht ganz so einfach. Wir machen an dem Bunker einen kurzen Halt, denn Astrid möchte unbedingt dort hinein. Es ist aber stockdunkel darin und ohne Lampe läuft gar nichts. Auch auf der restlichen Abfahrt machen wir einige Fotostopps. Hoffentlich können die Bilder einen Eindruck von dieser Passstraße vermitteln. Nach unserer Rückkehr sind wir uns einig, eine der schönsten Anstiege in den französischen Alpen gefahren zu sein.

 

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Idealer Startort: Jausiers

unser Standplatz (N44 25.266 E6 44.336) hinter dem Freibad an der Ubaye. (Zum Aventurepark hinein fahren) Tagsüber, bei warmen Wetter, viel Betrieb, doch Nachts totale Ruhe.

 

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