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Ein wenig zu meiner Person und wie ich die Energiewende im Hohen Vogelsberg erlebe.
Nachdem ich im Ruhrgebiet meine Kindheit, Jugend und das gesamte Arbeitsleben verbracht habe, (Wohnung 1,5 km vom Kohlekraftwerk Herne und 1,5 km vom Kohlekraftwerk Shamrok entfernt) gab es bei meinem Ausscheiden aus dem Berufsleben kein Halten mehr. Hier wollten wir nicht mehr leben.

Steinkohle-Kraftwerk Herne
Steinkohle Kraftwerk Herne

Nach einiger Suche standen der Soonwald und der Vogelsberg in engere Auswahl. Schließlich wurden wir schließlich 2008 in Deutschlands ältesten Naturpark fündig. Ein kleines, sehr bescheidenes Häuschen am äußersten Dorfrand von Engelrod gelegen, sollte unser neues Zuhause sein.

Lautertal Engelrod 2012
Lautertal-Engelrod 2012


kleine, bescheidenes Häuschen, am Rande des Dorfes

Doch nun holt uns die Wirklichkeit ein. Es ist die wohl nicht mehr aufzuhaltende Industrialisierung des Naturparks.

Waren auf einigen Hügeln in unserer näheren Umgebung bei unserem Zuzug, kleinere Windkraftanlagen zu sehen, wird der Naturpark Hoher Vogelsberg, mit fleißiger Unterstützung der Bundes- und  Landes-Politiker, sowie dem regionalen Stromversorger (OVAG) auch durch Landrat Görig und die Gemeindevertretungen, nun zu einem Industriegebiet umgebaut. Geschickt hat die SPD Lautertal ihren Gemeindevertretervorsitzenden Hans-Jürgen Herbst im Aufsichtsrat der OVAG positioniert.
 


Industriegebiet Naturpark

Es herrscht hier in den Gemeinden eine richtige Goldgräberstimmung. Alle Bürgermeister wollen, ich hoffe für ihre Gemeinden, von dem, wohl unermesslichen Geldregen etwas abbekommen. Das Wort "Wertschöpfung" ist in aller Munde.

Eine etwas feinere Umschreibung für: wie ziehe ich (wir) den Bürgerinnen und Bürgern das Geld aus der Tasche und verkaufe es noch dazu als persönliches Engagement in Sachen Energiewende.

Anstatt ihre Naturlandschaften zu verteidigen, reißen sie sich richtig gehend um Standorte für Windindustriemonsteranlagen. Legt die hessische Landesregierung Schutzräume für die Erhaltung der Natur fest, sehen die Bürgermeister und ihre Gemeinderäte ihre "Wertschöpfungsmöglichkeiten" schwinden und legen lauthals Protest ein.

Link zur Resolution der Gemeinde Lautertal gegen "Windkraft"- Leitfaden der hessischen Landesregierung

Tagsüber ist kein Blick mehr in die Landschaft möglich, ohne das man einen oder mehrere Windindustrieanlagen sieht. Um die Akzeptanz für diese Industriemonster in der Bevölkerung hoch zu halten, werden ihnen vom Landrat, den Bürgermeistern und Gemeinderäten, Anteile an "Bürgerwindparks" nahe gelegt und auch vermittelt. Es werden horrende Renditen versprochen - und wer verdient nicht schon gerne viel Geld?

In Wirklichkeit werden sie zu Mittätern an der Zerstörung des Naturparks gemacht.

Das System hier auf dem Dorf ist dabei ganz einfach, den Bauern wird das Grundstück für viel Pacht abgenommen und den anderen 2-3 Dorflautsprechern, in der Regel Geschäftsleute, verschachert man die so genannten Bürgerwindparkanleihen, verspricht ihnen hohe Renditen und schon ist Ruhe.
 
Wer wagt es schon gegen seinen und es sind sehr wenige Arbeitgeber in den Dörfern, aufzumucken?
So läuft das in jedem Dorf ab und die immer klammen Gemeinden, wollen natürlich auch etwas abhaben vom großen Kuchen, der zur Zeit verteilt wird.

Früher wurde vor allen Dingen von der Grünen-Bewegung um jeden Baum der gefällt werden sollte gekämpft. Heute werden für jede im Wald stehende Windindustrieanlage, eine Fläche abgeholzt die etwa der Größe von 1,5 Fußballfeldern entspricht. Wo ist der Aufschrei?

Der Aufenthalt unter den bis zu fast 200 Meter hohen Windindustriemonstern ist so gut wie unerträglich. Die Flügelspitzen ziehen ihre Kreise mit bis zu 400 km/h und  das Geräusch ist entsprechend. Im Winter ist es gar lebensgefährlich durch die mit Windindustriemonstern übersäten Wälder zu streifen. Die Eiswurfgefahr ist riesig.

Auch wenn die Rotoren bei einer Vereisung gestoppt und die Flügel mit Strom aus Kraftwerken, die mit fossiler Energie laufen, aufgeheizt werden, wenn Eisbrocken aus 200 Metern zu Boden stürzen und sich, bei Stillstand der Rotoren, bis zu 100 Metern im Umkreis verteilen. Bei laufenden Rotoren und einer Vereisung werden die Eisbrocken bis zu 300 Meter geschleudert.

Auf den Internetseiten der Gemeinden im Hohen Vogelsberg wird immer wieder die "schöne Natur", die "schöne Landschaft" gelobt. Die Gemeinde Freiensteinau, mit einer großen Anzahl von Windindustrieanlagen, hat sogar die Frechheit mit 

Zitat von der Internetseite der Gemeinde Freiensteinau:

 " Lebensräume, die anderswo längst zerstört wurden."

Der Landrat des Vogelsbergkreises erkennt in den Geländeformen des Vogelsberg, eine Ähnlichkeit mit einer bekannten und von Touristen beliebten Gegend in Italien. Er nennt die Gegend hier auf der Internetseite des Vogelsbergkreises "Hessische Toscana"
Zitat:
...Der Vogelsbergkreis – die hessische
Toscana – ist der ideale Ort zum Arbeiten,zu werben.

Leben und zur Familiengründung...

Es gibt nun zwei Möglichkeiten. Die Erste: er war noch nie in der Toscana. Die Zweite: er war noch nie in seinem Wahlkreis.
Aber die zweite Möglichkeit scheidet aus, denn im letzten Jahr, wurde in der windwahnsinnigen Stadt Ulrichstein ein hochgerüstetes Windindustriegebiet (Platte) eingeweiht. Er war dort und hat das Machwerk gesehen. Es sieht dort eher aus wie eine durch Wirtschaftsgiganten gebeutelte Gegend. Die Ähnlichkeit zu den Tagebauen im Rheinland kommt einem sofort in den Sinn. Zudem ist er noch aktiver Marktschreier der Anteilverkaufshaie. Gibt's da etwa pro Abschluss noch ein extra Bonus?

Auf die Spitze treibt es die Stadt Ulrichstein, Zitat von deren Webseite:

"Streuobstwiesen und sanfthügelige Weiden beruhigen Augen wie Gemüt. Wenn da eine Ähnlichkeit mit dem Paradies aufkommt, ist das dann nur reiner Zufall?"

Sie zerstören ihre Natur und Landschaften, so wie die Lebensräume streng Art geschützter Vögel und wagen von Paradies zu schreiben.

Die "Politiker" nehmen bereitwillig die Verschandelung ihrer Heimat hin, um die Welt vor, nach eigenen Aussagen, noch größeren Schäden zu bewahren.
Wirklich? Oder profitieren sie auf die eine oder andere Weise selbst von der Industrialisierung ihres Naturparks?
Oder sind sie vielleicht von den großen Parteien ferngesteuert und dürfen keine eigene Meinung vertreten?

Ich bin mir sicher, dass ich gegen die selbsternannten Weltretter (Energiewende-Fachleute und Wertschöpfer) nichts ausrichten kann. Zuviel Geld ist da im Spiel, aber ich hoffe, ich bewirke bei diesen Menschen die den Naturpark, die Natur und das Landschaftsbild zerstören, wenigstens ein schlechtes Gewissen.
Ihre Heimat sehen sie, so wie sie einmal war, nie wieder.
Aus diesem Grund sind meine neuen Internetseiten entstanden. Ich habe dazu meine ältere Webseite durch eine Neue ersetzt www.ww-vb.de Wobei "ww" für WindWahn" steht und "vb" natürlich für "Vogelsberg"  Allerdings habe ich die ältere Wbseite www.rtf-radmarahon.de/VB so erhalten. Sie wird allerdings nicht mehr aktualisiert.
Nachdem ich nun seit 5 Jahren Recherchen zur Windkraft mache, stoße ich auf immer mehr Ungereimtheiten und Verquickungen der "Volksvertreter" mit der Windindustrie.

Wer mit offenen Augen durch den Naturpark geht, fährt oder in ihm wohnt, kann nicht, wenn er nicht ordentlich an der Industrialisierung dieser Landschaft verdient, ruhig bleiben. Na ja, die die daran verdienen tanzen bestimmt jeden Tag vor Freude.
Für Geld macht der Mensch alles. Da ist ihm selbst seine nächste Umgebung egal.

So halte ich den Wertschöpfern und Naturparkzerstörern nur einen Spiegel vor und denke: Jede, im Naturpark Hoher Vogelsberg nicht gebaute Windindustrieanlage ist gut für den Naturpark.

Allerdings habe ich diese Ansicht inzwischen grundsätzlich revidiert. Denn Windkraft-, aber auch PV Anlagen sind völlig unzuverlässige Stromerzeuger. So lange diese Anlagen nicht mit entsprechenden Speichern betrieben werden, sind sie nutzlos für eine zuverlässige Stromversorgung. So sind trotz der mittlerweile (Stand Ende 2016) installierten 100 GW PV- und Windkraftleistung noch nicht ein einziges Großkraftwerk dadurch ersetzt worden. Das ist auch bei einem weiteren Ausbau unmöglich, weil die Stromerzeugung dieser beiden "Hauptstandbeine der Energiewende" immer und immer wieder sichals ein Totalausfall hervor tun.
Ich bin zu sehr Realist um nicht zu Wissen, dass durch diese Seite auch nur eine Windindustrieanlage weniger gebaut wird. Das habe ich auch mit meinen DEMO-Teilnahmen gegen die Kernkraftwerke nicht geschafft. Dazu ist der "Run" ähnlich des Goldrausches in Alaska vor 100 Jahren, auf WKAs und Renditen zu groß. Ich weiß, ich werde mir mehr Feinde als Freunde mit diesen Seiten schaffen, aber für die Natur und gegen die Zerstörung des Landschaftsbildes zu kämpfen und nicht für die eigene Tasche, ist es mir Wert.
Diese Seite ist erst noch im Aufbau, Daten und Fakten werden von mir gesammelt und auf dieser Seite laufend veröffentlicht.
 
Hermann Dirr 

 

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